AK Präsident Zangerl im Porträt © AK Tirol/Friedle
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5.1.2021

Arbeitslosenzahlen auf Höchststand: AK Zangerl fordert Gegenmaßnahmen

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember auf fast 39.000 Personen gestiegen – doppelt so viele Tirolerinnen und Tiroler waren damit ohne Beschäftigung als noch im Jahr davor. Doch nicht nur der Arbeitsmarkt in Tirol ist von der Corona-Krise schwer getroffen, österreichweit sind mittlerweile 521.000 Personen ohne Beschäftigung. „Wir müssen uns dieser Massenarbeitslosigkeit mit allen Mitteln entgegenstemmen, denn mit der Arbeitslosigkeit ist auch ein hohes Armutsrisiko verbunden“, so AK Präsident Zangerl. Das Arbeitslosengeld soll erhöht, die öffentliche Hand als Dienstgeber aktiver werden – Herausinvestieren aus der Krise muss das Motto sein. 

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten geben wenig Anlass für Optimismus. Die saisonbedingte Arbeitslosigkeit am Bau und der coronabedingte Einbruch in Gastronomie und Hotellerie ließen die Arbeitslosenzahlen in Tirol nach oben schnellen. „Dass die Corona-Krise zu einem deutlichen Beschäftigungseinbruch führen wird, war abzusehen, jetzt geht es darum, rasch Maßnahmen zu ergreifen und aus der Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so Zangerl. „Wenn das AMS damit rechnet, dass das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 erst in fünf bis sechs Jahren erreicht werden kann, braucht es dringend längerfristige Maßnahmen und Pläne, wie sich das Arbeitsleben trotz Krise entwickeln kann“, sagt Zangerl. Tirols AK Präsident fordert deshalb erneut die Erhöhung des Arbeitslosengeldes, weitere Konjunkturpakete sowie eine aktivere Rolle der öffentlichen Hand. Zangerl: „Die Corona-Krise hat viele Mängel aufgedeckt, auch bei öffentlichen Dienstleistungen. Es fehlt etwa an Personal in Pflegeheimen, Spitälern, bei den Gesundheitsbehörden, beim AMS oder in Schulen. Hier muss Geld investiert werden, hier gäbe es auch Perspektiven für Arbeitslose. Nutzen wir die Chance: Bauen wir den Sozialstaat aus und sorgen wir etwa für soziale Dienste, die auch in schwierigen Zeiten klaglos funktionieren.“

Corona zeige auch in vielen weiteren Bereichen Schwachstellen auf, nicht nur im Gesundheitsbereich, auch im Schul- und Bildungswesen oder der Wirtschaft. „Corona ist ein Brandbeschleuniger. Und diesen Brand müssen wir in den Griff bekommen, und das nicht erst in fünf Jahren, denn bis dahin sind wir abgebrannt“, hält Zangerl fest. Denn mit andauernder Arbeitslosigkeit steigt auch die Gefahr der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bzw. Langzeitarbeitslosigkeit.

Auch für den krisengebeutelten Tourismus, an dem gerade in Tirol zahlreiche Arbeitsplätze hängen, erwartet sich Zangerl Impulse, wie es weitergehen kann. „Das Schlimmste was wir tun können, wäre nichts zu tun. Wir müssen die Lethargie abschütteln, die uns dieses Virus aufgezwungen hat, und Wege finden, wie wir mit Corona umgehen, ohne das Land von Lockdown zu Lockdown zu treiben und damit immense wirtschaftliche Schäden zu produzieren“, so der AK Präsident.

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