AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Friedle
© AK Tirol/Friedle

AK Präsident Zangerl: „Beschäftigte am Wohlstand beteiligen!“

Die Beschäftigten gehören am Wohlstand beteiligt, sagt AK Präsident Erwin Zangerl. Das schafft Sicherheit und stärkt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Von der neuen Regierung erwartet der AK Präsident mehr sozialen Ausgleich und die Rückkehr zum Dialog. 

TAZ: Herr Präsident, welche Erwartungen haben Sie an die neue Regierung? 
Zangerl:
Wir erwarten von der neuen Regierung vor allem eine Rückkehr zum Dialog, die Einbindung des Expertenwissens der Sozialpartner und das ehrliche Bemühen, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wieder zu stärken. Klimaschutz muss alle Lebensbereiche umfassen. Dazu gehört aber auch, ein gutes Klima für die arbeitende Bevölkerung zu schaffen und ihre Leistungen entsprechend zu schätzen. Österreich wird von vielen anderen Ländern um seinen Wohlstand, sein solidarisches Gesundheits- und Pensionssystem und seinen sozialen Frieden beneidet. All diese Errungenschaften sind Produkte von gesellschaftlicher und politischer Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen sowie einer Politik auf Augenhöhe. Es geht immer dann aufwärts, wenn alle Gruppen im Dialog das Beste für unser Land erreichen wollen.

TAZ: Wo setzt die AK ihren Schwerpunkt für die Mitglieder?
Zangerl:
Mit dem Forderungsprogramm an die neue Regierung haben wir uns in wichtigen Zukunftsfragen klar positioniert. Wir wollen in vielen Punkten einen Gerechtigkeits-Schub erreichen: In der Arbeitswelt, in der Bildung, in Fragen der Gleichstellung und Steuergerechtigkeit, beim Wohnen und bei der Klimafrage. Wir haben in allen diesen Fragen konkrete Vorstellungen, wie man die großen Herausforderungen sozial gerecht bewältigen kann.

TAZ: An welchen Stellschrauben sollte dabei gedreht werden?
Zangerl:
Wir leben in einem tollen Land, sind als Standort attraktiv, die Beschäftigten bringen hervorragende Leistungen und halten Österreich am Laufen. In einigen Bereichen fehlt es aber an Gerechtigkeit. Der Druck in der Arbeitswelt steigt ständig. Die Beschäftigten gehören entlastet, allen voran durch kürzere Arbeitszeiten und längere Erholungsphasen. Bei der 60-Stunden-Woche und dem 12-Stunden-Tag braucht es Reparaturen. Die Beschäftigten haben ein Recht darauf, ihre Arbeitszeiten mitzubestimmen, damit die Vorteile von Flexibilität fair verteilt sind.

TAZ: Die jüngste Umfrage bestätigt eine hohe Zustimmung der Mitglieder zu ihrer AK. Wie sehen Sie dieses positive Ergebnis?
Zangerl:
Gleich, welche Herausforderungen das kommende Jahr für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringen wird, eines steht fest: Die Menschen wissen, dass ihre Arbeiterkammer auch 2020 eine Partnerin ist, auf die sich die Mitglieder verlassen können und die stets an der Seite der Beschäftigten steht. Das große Vertrauen der Menschen in uns ist Bestätigung und Auftrag zugleich, auch weiterhin Tag für Tag speziell für jene Menschen zu kämpfen, denen sonst keine Lobby den Rücken stärkt. Nicht umsonst ist die AK bei den Menschen so hoch angesehen.

TAZ: Welche Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach gerecht?
Zangerl:
Es braucht kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie eine Anhebung der KV-Löhne und Gehälter auf mindestens 1.700 Euro. Ebenso ein Recht auf die 4-Tage-Woche und die 6. Urlaubswoche nach 25 Arbeitsjahren für alle. Das Steuersystem belastet einseitig Arbeitnehmer und Konsumenten. Gerecht wäre, wenn alle ihren fairen Anteil leisten würden (sie­he Seite 10). Die Bildungschancen für unsere Kinder werden bei uns immer noch vererbt. Gerecht ist, wenn alle Kinder so gefördert werden, dass sie ihre Talente voll entfalten können, unabhängig vom Bildungsabschluss, Wohnort oder dem Kontostand der Eltern.

offen gesagt

Die Beschäftigten gehören entlastet, allen voran durch kürzere Arbeitszeiten und längere Erholungsphasen.

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Kontakt

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290

offen gesagt

Die Beschäftigten gehören entlastet, allen voran durch kürzere Arbeitszeiten und längere Erholungsphasen.

Erwin Zangerl,
AK Präsident