6.4.2017
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AK Zangerl: „Arbeitslandesrat outet sich als Vertreter der Wirtschaft und fällt Beschäftigten in den Rücken!

Plötzlich spricht sich „Arbeits“-Landesrat Tratter für den 12-Stunden-Tag, bezahlte Überstunden für die 11. und 12. Arbeitsstunde und ein Zeitwertkonto aus. „All das käme der Wirtschaft zugute, aber sicher nicht den Arbeitnehmerfamilien“, betont AK Präsident Erwin Zangerl.

"Vier Jahre lang hat sich der zuständige Arbeitslandesrat zu Arbeitnehmerfragen nicht zu Wort gemeldet. Jetzt plötzlich outet er sich als Wirtschaftslandesrat!“, ärgert sich AK Präsident Erwin Zangerl. „Statt in der Debatte um die Arbeitszeitflexibilisierung klar Position für die Arbeitnehmer zu beziehen, fällt er ihnen mit seiner jüngsten Wortmeldung auch noch in den Rücken: Er sagt Ja zum 12-Stunden-Tag und versucht sogar, offensichtliche Verschlechterungen als Erfolg zu verkaufen, wenn er sagt, dass (erst, Anm.) die 11. und 12. Arbeitsstunde bezahlte Überstunden sein sollen.“ Derzeit sind üblicherweise ja schon ab der 9. Arbeitsstunde Überstunden zu zahlen.

Auch Tratters Vorschlag, ein Zeitwertkonto nach deutschem Vorbild einzuführen, entpuppt sich als Schnapsidee: „So etwas ist höchstens im öffentlichen Bereich vorstellbar, wo es langfristige Arbeitsverhältnisse gibt. Wie aber soll das in den Klein- und Mittelbetrieben oder im Tourismus funktionieren, die bei uns immer noch die überwiegende Mehrheit ausmachen, und in denen für so ein Modell in der Praxis gar nicht genügend Personal vorhanden ist? Oder bei häufigem Arbeitsplatzwechsel? Welcher Arbeitgeber stellt schon einen Bewerber ein, der sich mit einem großen Guthaben auf seinem Freizeitkonto vorstellt?“ so Zangerl.

„Fakt ist: So unterstützt der Landesrat nur die Wirtschaft, die eine Erhöhung der Normalarbeitszeit anstrebt, damit die Überstunden billiger werden. Dabei vergisst er, dass das nicht nur Einkommensverluste für die Familien bedeutet, sondern dass auch die Rahmenbedingungen fehlen. Wie sollen die Familien das noch stemmen, wenn es doch jetzt schon an ganztägigen flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen mangelt? Und er übersieht, dass die Beschäftigten in ihrer Freizeit in Vereinen und Organisationen auch noch wichtige Leistungen fürs Gemeinwohl erbringen“, so Zangerl. „Das sind nur unreflektierte Ideen, entstanden am grünen Tisch.“

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