Schriftzug Mindestlohn mit Münzen © Coloures-pic/stock.adobe.com
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Trotz Arbeit droht Armut! AK warnt und fordert Mindestlohn von 1.700 Euro!

Wie viel ist Vollzeitarbeit wert? Nicht viel, wenn man sich manche Kollektivverträge
ansieht. AK und ÖGB fordern deshalb ein Mindesteinkommen von 1.700 Euro brutto.

Ein Mindestlohn von 1.700 Euro brutto ist keine Luxusforderung: Denn Netto entspricht das einem Monatslohn von 1.336 Euro. Ein Betrag, der angesichts der hohen Kosten für Wohnen und Leben in Tirol als kaum ausreichend bezeichnet werden kann.

Alarmierend

Aber von diesem Mindesteinkommen ist Tirol noch weit entfernt: „Mehr als 20.000 Personen verdienen in Tirol trotz ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung weniger als 1.700 Euro im Monat“, macht AK Präsident Zangerl auf das Problem aufmerksam, „das sind 11 % der Vollzeitbeschäftigten im Land. Die Lage hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert, es muss aber noch mehr erreicht werden. Denn auch die Lebenshaltungskosten in Tirol steigen!“ Besonders brisant dabei: Mehr als zwei Drittel der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, die dem Niedriglohnbereich zugerechnet werden müssen, verdienen nicht einmal 1.500 Euro brutto im Monat für ihre Vollzeittätigkeit!

offen gesagt

„Mehr als 20.000 Personen verdienen in Tirol trotz ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung weniger als 1.700 Euro im Monat“, macht AK Präsident Zangerl auf das Problem aufmerksam, „das sind 11 % der Vollzeitbeschäftigten im Land. Die Lage hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert, es muss aber noch mehr erreicht werden. Denn auch die Lebenshaltungskosten in Tirol steigen!“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

alarmierend

11,2 Prozent aller Tiroler Vollzeitbeschäftigten – in Summe mehr als 20.000 Personen – verdienen in Tirol monatlich weniger als 1.400 Euro netto.

Frauen als Niedrigverdiener

Vor allem Frauen haben trotz Vollzeitarbeit mit niedrigen Einkommen zu kämpfen. Branchen mit hohen Anteilen von Beschäftigten im Niedriglohnsektor, wie das Hotel- und Gastgewerbe sowie der Handel, sind stark weiblich dominiert. Mehr als ein Viertel der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen arbeiten im Handel oder Tourismus. Rechnet man Teilzeit- und Saisonbeschäftigte noch hinzu, sind es über ein Drittel aller Tiroler Arbeitnehmerinnen. Wie eine Sonderauswertung der Statistik Austria auf Basis der Lohnsteuerdaten für das Jahr 2017 zeigte, verdient fast jede Fünfte der ganzjährig vollzeitbeschäftigen Tiroler Arbeitnehmerinnen weniger als den geforderten Mindestlohn von 1.700 Euro brutto. In einzelnen Branchen ist der Anteil oft noch viel höher: Im Hotel- und Gastgewerbe liegt nach wie vor mehr als ein Drittel der weiblichen Vollzeitbeschäftigten mit dem Verdienst unter der 1.700-Euro-Marke, im Handel sind es 30 %, und sogar in Industrie und Gewerbe, die eigentlich ein hohes Lohnniveau aufweisen, sind es immer noch fast 14 %. Die Anteile männlicher Beschäftigter im Niedriglohnsektor sind fast um die Hälfte niedriger (Details dazu siehe Beitrag unten).

Positiv hervorzuheben ist der öffentliche Bereich, der die öffentliche Verwaltung, das Erziehungs- und Unterrichtswesen und das Gesundheits- und Sozialwesen umfasst. Nur 5 % der Beschäftigten verdienten hier weniger als 1.700 Euro brutto. Obwohl stärker betroffen als die Männer, war in keiner anderen beschäftigungsstarken Branche der Anteil der Frauen im Niedriglohnsektor geringer als im öffentlichen Bereich. 
Erneut zeigt sich die enorme Wichtigkeit der öffentlichen Hand für die Stabilität der Einkommensverhältnisse der Frauen in Tirol. Denn fast 40 % des gesamten Bruttoeinkommens der Frauen in Tirol wird von Arbeitnehmerinnen im öffentlichkeitsnahen Bereich erwirtschaftet. 

Beschämend niedrige Löhne

Mehr als 20.000 Personen in Tirol (20.848 Personen) verdienen trotz ganzjähriger Vollzeitarbeit weniger als 1.700 Euro brutto im Monat. Das sind 11,2 % aller ganzjährig Vollzeitbeschäftigten in Tirol. 1.700 Euro brutto wiederum entsprechen einem Monatslohn von 1.336 Euro netto! 

Brisant: Mehr als zwei Drittel der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten in Tirol, die dem Niedriglohnsektor zugerechnet werden müssen, erreichen nicht einmal ein Monatseinkommen von 1.500 Euro brutto. Das sind immerhin 14.350 Personen.

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Fast ein Fünftel der ganzjährig vollzeitbeschäfttigten Tiroler Frauen (18,7 %) muss dem Niedriglohnsegment zugerechnet werden. Bei den Männern liegt der Anteil mit 8 % deutlich niedriger.
  • Beschäftigte im Niedriglohnsegment finden sich v. a. im Handel (5.237 Personen bzw. 19  % aller ganzjährig Vollzeitbeschäftigten) und im Gatgewerbe (2.811 Personen bzw. 31 % aller ganzjährig Vollzeitbeschäftigten in der Branche).
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Mehr als ein Drittel der Frauen (37 %) im Tiroler Gastgewerbe verdienen trotz jahresdurchgängiger Vollzeitarbeit weniger als € 1.700 brutto im Monat.
  • In der Sachgüterproduktion (Industrie und Gewerbe) lagen 8 % der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten unter einem Verdienst von € 1.700 brutto im Monat. Die Frauen waren mit einem Niedriglohnanteil von 14 % deutlich stärker betroffen als die Männer.
  • Die niedrigsten Anteile von Beschäftigten im Niedriglohnbereich haben Banken und Versicherungen und der öffentliche Sektor (Verwaltung, Erziehung und Unterricht, Sozialwesen) mit 4 % bzw. 5 %. Erneut zeigt sich, wie wichtig der öffentliche Bereich für die Stabilität der Einkommen ist, speziell für Frauen.

Datenquelle: Statistik Austria, Sonderauswertung der Lohnsteuerstatistik 2017

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offen gesagt

„Mehr als 20.000 Personen verdienen in Tirol trotz ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung weniger als 1.700 Euro im Monat“, macht AK Präsident Zangerl auf das Problem aufmerksam, „das sind 11 % der Vollzeitbeschäftigten im Land. Die Lage hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert, es muss aber noch mehr erreicht werden. Denn auch die Lebenshaltungskosten in Tirol steigen!“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

alarmierend

11,2 Prozent aller Tiroler Vollzeitbeschäftigten – in Summe mehr als 20.000 Personen – verdienen in Tirol monatlich weniger als 1.400 Euro netto.