26.7.2018
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AK Präsident Zangerl: „Wir fordern weiterhin gerechtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche“

Die Arbeitsrechts-Experten der AK Tirol bieten schwerpunktmäßig einen persönlichen Urlaubs-Check an: Sie prüfen auf Basis von Vordienst-, Schul- und Studienzeiten, ob man bereits jetzt Anspruch auf eine 6. Urlaubswoche hat bzw. ab welchem Zeitpunkt dies der Fall ist.

„Die Stellungnahme des Generalanwalts des EuGH, mit der er die derzeitige in Österreich geltende Regelung für die 6. Urlaubswoche bestätigte, ist für mich keine große Überraschung. Leider“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl. „Denn damit folgte auch er einzig den Interessen der Wirtschaft. Deshalb warte ich gespannt die Entscheidung des EuGH ab, die für Herbst erwartet wird. Unabhängig davon wird sich die AK weiter für eine gerechtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche einsetzen. Gerade jetzt, wo der Druck auf die Arbeitnehmer aufgrund des neuen Arbeitszeitgesetzes mit 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Arbeitswoche ab September massiv steigt, sind Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen dringend nötig.“

Die 6. Urlaubswoche gibt es seit 1984 im Gesetz. Aber viele Arbeitnehmer erreichen sie nie: Frauen, die für ihre Kinder in Karenz gingen, Arbeitnehmer in Branchen, in denen kurze Arbeitsverhältnisse überwiegen (wie etwa Leiharbeitnehmer), oder Facharbeiter, die im Zuge einer Insolvenz ihre Arbeit verloren haben.

Ein Beispiel verdeutlicht, worum es geht

Friseurin Silvia, 42 Jahre alt und seit 27 Jahren berufstätig, begann mit 15 Jahren die Lehre zur Friseurin, die sie mit 18 abschloss. Sie arbeitete im Betrieb noch weitere zehn Jahre und war in dieser Zeit zweimal in Babykarenz, insgesamt knapp vier Jahre. Mit 28 wechselte sie die Firma und arbeitet dort seit mittlerweile 14 Jahren.
Bei voller Anrechnung aller Vordienstzeiten und Karenzen hätte Silvia seit zwei Jahren Anspruch auf sechs Wochen Urlaub.
Nach der geltenden Rechtslage werden ihr jedoch maximal fünf Jahre Vordienstzeiten angerechnet. Sie muss daher bei ihrer aktuellen Firma noch sechs Jahre auf die 6. Urlaubswoche warten.
Sollte Silvia inzwischen nochmals den Job wechseln, verfallen alle bisherigen Zeiten bis auf fünf Jahre. Wird sie z. B. im Herbst gekündigt und fängt bei einer neuen Firma an, muss sie wieder zwanzig Jahre arbeiten, sie bekommt die 6. Urlaubswoche dann erst mit 62 Jahren.

AK Beratungsschwerpunkt zur 6. Urlaubswoche

Die AK Tirol bietet deshalb schwerpunktmäßig einen persönlichen Urlaubs-Check zur 6. Urlaubswoche an: Arbeitsrechts-Experten prüfen, ob man bereits jetzt Anspruch auf die 6. Urlaubswoche hat, oder ab wann dieser Anspruch bestünde. Das ist spätestens nach 25 Jahren im selben Betrieb der Fall. Wer kürzer im Betrieb ist, aber Vordienstzeiten und Schul- und Studienzeiten nachweisen kann, hat früher Anspruch auf die 6. Urlaubswoche. 

Laut Urlaubsgesetz werden maximal 5 Jahre Vordienstzeiten bei anderen Arbeitgebern oder aus selbständiger Tätigkeit angerechnet sowie Schulzeiten nach Beendigung der Pflichtschule (höchstens 4 Jahre), insgesamt beides zusammen aber maximal im Ausmaß von 7 Jahren. Zusätzlich wird die gewöhnliche Dauer eines positiv abgeschlossenen Studiums mit maximal 5 Jahren angerechnet. Weiters werden unter bestimmten Bedingungen frühere Beschäftigungen beim aktuellen Arbeitgeber angerechnet.

Die AK fordert ihre Mitglieder aktiv dazu auf, ihren Anspruch prüfen zu lassen. Am einfachsten ist es, die Unterlagen per eMail an 6.urlaubswoche@ak-tirol.com zu schicken. Infos gibt es auch unter Tel. 0800/22 55 22 – 1414.

Erforderliche Daten und Unterlagen:

  • Beginn des laufenden Arbeitsverhältnisses
  • Alle Schulzeiten nach Ende der Schulpflicht (= 9. Schulstufe), dokumentiert durch Zeugnisse
  • Studienzeiten eines erfolgreich abgeschlossenen Studiums
  • Vordienstzeiten bei anderen Arbeitgebern oder aus selbständiger Tätigkeit, wenn diese mindestens sechs Monate gedauert haben (im Ausmaß von maximal fünf Jahren). Am besten in Form der Vorlage eines Versicherungsdatenauszuges der Gebietskrankenkasse. Dieser kann auch online bestellt werden.
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