11.1.2017
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Arbeit muss sich wieder lohnen! Tiroler Beschäftigte erneut österreichweit mit niedrigstem Einkommen

Wenn in Tirol möglichst viele Beschäftigte von ihrer Arbeit leben können, löst das schlagartig viele Probleme. Es ist Zeit für höhere Löhne in allen Branchen.

Kaum Auskommen mit Einkommen


Arbeit und Leistung müssen in der Gesellschaft wieder zählen“, verlangt AK Präsident Erwin Zangerl. „Leider finden immer weniger Arbeitnehmer mit ihrem Einkommen das Auskommen, obwohl sie extrem viel leisten. Das ist nicht hinzunehmen und eine ernste Gefahr für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Arbeit muss sich wieder lohnen. Das ist der Leitspruch der Arbeiterkammer für heuer. Wenn möglichst viele Menschen von ihrer Arbeit auch leben könnten, dann würde das viele Probleme in unserem Land mit einem Schlag lösen: Die Arbeitslosigkeit und die Kosten würden sinken, die Beiträge in die Versicherungs- und Pensionssysteme würden steigen, die Steuerleistungen zunehmen. Dies alles brächte eine Konjunkturbelebung quer über alle Branchen.

Im letzten Jahr haben AK und ÖGB die größte Lohnsteuer-Senkung erreicht und den Menschen bleibt seither Netto mehr zum Leben. Die Steuerreform brachte fünf Milliarden für Österreichs Arbeitnehmer, mehr als 300 Millionen für Tirols Beschäftigte. Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Gehalt ersparen sich so bis zu 900 Euro im Jahr! Der erhoffte Effekt ließ nicht lange auf sich warten: Mehr Kaufkraft und dadurch mehr privater Konsum haben die Wirtschaft angekurbelt, die Prognosen für das kommende Jahr sind optimistisch. Auch am Arbeitsmarkt schlägt dieser Effekt durch: Erstmals seit der Wirtschafts- und Finanzkrise gehen die Arbeitslosenzahlen zwar nur langsam, aber kontinuierlich zurück. Es müsste daher auch im Interesse von Wirtschaft und Industrie liegen, gute Arbeit und gute Gehälter anzubieten, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Statt Kürzungsdebatten braucht es Aufbruchsstimmung und weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung. Mehr gute Arbeitsplätze mit höheren Löhnen sind die beste Antwort auf Diskussionen zur Mindestsicherung, zu Pensionskürzungen und Spar-Dogmen.“

Wie dringend nötig anständige Einkommen sind, zeigt auch die jüngste Lohnsteuer-Statistik. Demnach verdienen Tirols Arbeitnehmer österreichweit am wenigsten. So lag der durchschnittliche Monats-Nettobezug hierzulande mit 1.377 Euro, um 7,7 % niedriger als bundesweit. Selbst ganzjährig Vollzeitbeschäftigte verdienen in Tirol pro Monat um 300 Euro netto weniger als Wiener.“ Zangerl: „Hier müssen das Land, die Wirtschaftsvertreter und die Gewerkschaften heuer den Hebel ansetzen werden, um dieses Lohn-Minus abzubauen.“

Beschämend: Niedrigste Löhne in Tirol


Beschämend. Ein Tiroler Arbeitnehmer verdient monatlich mehr als 230 Euro weniger als sein Wiener Kollege. Aufs Jahr gerechnet macht das ein Minus von rund 3.200 Euro aus!

Nach der neuesten österreichischen Lohnsteuerstatistik 2015, erhoben von der Statistik Austria, haben Tirols Arbeitnehmer österreichweit das niedrigste Einkommen. Diesen traurigen Negativwert bezeichnet AK Präsident Erwin Zangerl als beschämend: „Faktum ist, gerade im Westen, wo die teuersten Preise für Leben und Wohnen verzeichnet werden, sind die Einkommen der Tiroler am niedrigsten. Wenige Kilometer weiter westlich – in Vorarlberg – sind sie jedoch Spitze. Diese Diskrepanz lässt sich durch nichts beschönigen.“

Minus 7,7 Prozent. Laut Lohnsteuerstatistik 2015 liegt Tirol bei den Einkommen der unselbständig Beschäftigten mit einem durchschnittlichen Monats-Nettobezug von 1.377 Euro an letzter Stelle. Dieser ist um 7,7 % niedriger als im Österreich-Schnitt. Bei den Männern betrug das Monats-Nettoeinkommen im Schnitt 1.664 Euro und bei den Frauen 1.066 Euro. Damit liegen Tirols Einkommen bei den Männern um 4,9 % unter dem Österreichwert, bei den Frauen gar um 11,2 %. 

Auch Vollzeit beim Einkommen Letzter


Den letzten Platz aller Bundesländer nimmt Tirol aber auch dann ein, wenn nur die ganzjährig Vollzeitbeschäftigten gerechnet werden. Auch hier bilden Tirols Arbeitnehmer mit durchschnittlich 2.067 Euro netto das Schlusslicht und zwar im Vergleich zu Österreich sowohl bei den Frauen (- 7,7 %) als auch bei den Männern (- 4,9 %). Eine Wiener Arbeitnehmerin verdient pro Monat im Schnitt 340 Euro netto mehr als eine Tirolerin und somit 4.760 Euro mehr im Jahr. Ein Wiener Arbeitnehmer verdient netto um mehr als 230 Euro pro Monat mehr als ein Tiroler Arbeitnehmer, knapp 3.220 Euro mehr pro Jahr! 

Starke Gehaltsunterschiede. Doch auch innerhalb Tirols zeigte sich eine große Einkommensspreizung. Die höchsten Löhne und Gehälter wurden 2015 im Bezirk Innsbruck-Land erzielt. Das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen lag bei knapp 21.000 Euro. Damit lag dieser Bezirk um fast 9 % über dem Tiroler Durchschnitt. Das österreichische Durchschnittseinkommen wurde aber nur ganz knapp, mit 0,5 %, übertroffen. Dies zeigt deutlich, wie groß der Abstand Tirols zum Rest Österreichs ist! Überdurchschnittliche Einkommensaussichten gab es auch im Bezirk Kufstein mit 19.887 Euro netto im Jahr. Im Österreichvergleich verdienten die Arbeitnehmer in Kufstein jedoch bereits um 1.000 Euro netto weniger im Jahr.

Schlusslicht. Einmal mehr die Region mit den geringsten Einkommen in Tirol war der Bezirk Landeck. Der große Anteil an Erwerbstätigen im Tourismus und die ausgeprägte Saisonalität drückten erneut auf das Einkommensniveau. So lag der Einkommensschnitt in Landeck nur bei knapp 17.000 Euro netto im Jahr, was einem monatlichen Einkommen von 1.216 Euro entsprach. Um auf den österreichischen Jahresschnitt zu kommen, hätten die Beschäftigten in Landeck um 3.870 Euro netto im Jahr mehr verdienen oder um 3,2 Monate länger arbeiten müssen. Die Frauen verfehlten den österreichischen Schnitt sogar um mehr als 4.300 Euro!

Den gerechten Lohn zahlen!


Tirol ist das Bundesland mit den niedrigsten Erwerbseinkommen. Dieser scheinbar eindeutigen Aussage werden immer wieder gerne andere Statistiken entgegenhalten, die scheinbar anderes beweisen. So geschehen erst kürzlich bei der Statistik der „verfügbaren Einkommen“, die im Rahmen der Erhebung des Bruttoregionalprodukts ausgewiesen werden. In dieser Statistik landete Tirol mit einem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen von 22.000 Euro zwar noch immer unterhalb des österreichischen Durchschnitts, aber doch im soliden Mittelfeld der Bundesländer. Also alles halb so schlimm? Wie immer muss man genau hinschauen.

In der Lohnsteuerstatistik werden nur die Einkommen aus Erwerbsarbeit gemessen, d. h. der Lohn bzw. das Gehalt, das man für unselbständige Arbeit bekommt. Hier schneidet Tirol seit Jahren konstant schlecht ab. Das „verfügbare Einkommen“ umfasst dagegen noch alle Sozialtransfers (z. B. Arbeitslosengelder), die Einkommen der Selbständigen und Vermögenseinkommen. Tirol profitiert in dieser Statistik von einer hohen Erwerbsquote bzw. einer niedrigen Arbeitslosenquote und einem hohen Anteil an Wohnungseigentum, da hier ein statistisch höheres verfügbares Einkommen als bei Mietwohnungen angenommen wird. Obwohl also eine Reihe günstiger Faktoren im Land vorhanden sind, erreicht Tirol aber auch bei der Statistik der „verfügbaren Einkommen“ nicht den österreichischen Durchschnitt! Spätestens an dieser Stelle sollte klarwerden, dass sich die Ergebnisse der verschiedenen Einkommensstatistiken überhaupt nicht widersprechen, sondern bestenfalls andere Facetten ein und desselben Befundes zeigen: dass die Einkommen in Tirol alles andere als gut sind.

Für die Einkommen aus unselbständiger Arbeit, wie sie in der Lohnsteuerstatistik dargestellt werden, ist das Ergebnis auch sehr eindeutig: Tirol ist mit deutlichem Abstand das Bundesland mit den niedrigsten Einkommen aus Arbeit.

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