Ansicht von Kitzbühel © photog.raph/stock.adobe.com
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1.7.2020

Wohnen: Corona-Krise sorgt für heißen Herbst für Mieterinnen und Mieer

Wohnen in Tirol ist nicht nur in der Landeshauptstadt teuer, sondern auch in den Bezirken. Die Corona-Krise, durch die fast 100.000 Beschäftigte ihre Arbeit verloren haben oder Gehaltseinbußen hinnehmen müssen, verschärft die Situation weiter. Denn ab 1. Juli gelten keine Mietstundungen mehr… 

Die Preise steigen merklich, und das von Jahr zu Jahr. Nicht nur in Innsbruck oder den Bezirkshauptstädten wird seit dem Jahr 2008 kräftig an der Preisspirale gedreht, auch in den Bezirken selbst steigen die Kosten für Mieten stetig. Dies zeigt auch die jüngste AK Analyse, bei der im Zeitraum Jänner bis Dezember 2019 tirolweit 3.274 Inserate analysiert wurden, in denen Mietwohnungen zu vergeben waren (siehe Grafik).

Überblick über die Mietpreise © AK Tirol
© AK Tirol

Und während die Preise steigen – auch aufgrund der Praxis, Geld in Immobilien anzulegen – stagnieren die Einkommen. War die Situation vor der Corona-Krise teilweise schon bedenklich, wurde sie durch die Pandemie noch schwieriger, auch in Tirol: Für rund 40.000 Arbeitslose und knapp 96.000, die sich in Kurzarbeit befinden, verschärft sich die finanzielle Situation. Denn die Mietkosten bleiben. Und die sind teuer in Tirol, im Schnitt 13,53 Euro pro Quadratmeter (gemittelter Hauptmietzins ohne Nebenkosten). Nicht umsonst fordert die Arbeiterkammer eine Anhebung des Arbeitslosengeldes, eine Einmalzahlung von 450 Euro ist auch hinsichtlich der Mietpreise in Tirol nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Heißer Herbst 

Zwar versuchte man, Mieter per Gesetz vor einer Kündigung aufgrund nichtbezahlter Miete während der Corona-Krise zu schützen (sofern sie gewisse Voraussetzungen erfüllen), dies bezieht sich aber nur auf fällige Mieten für die Monate April, Mai und Juni. Somit darf der Vermieter den Mietvertrag wegen des Mietrückstandes in diesem Fall erst nach dem 30. Juni 2022 kündigen, er kann aber bereits am 1. Jänner 2021 den Zahlungsrückstand mittels Mietzinsklage bei Gericht einklagen, Verzugszinsen inklusive. Bezieht sich der Zahlungsrückstand nur auf die Corona-Monate, ist eine Kündigung des Mietvertrages oder gar Räumung nicht möglich.
Zu beachten ist aber, dass seit 1. Juli wieder der Vor-Corona-„Fahrplan“ für Mieter gilt. Wird die Miete nicht bezahlt, drohen dieselben Konsequenzen, wie noch im März!
Zwar ist es möglich, mit dem Vermieter eine Ratenzahlung für ausständige Miete zu vereinbaren, allerdings bedarf es dazu der Zustimmung des Vermieters. Und nichtsdestotrotz muss die Miete (plus Verzugszinsen in Höhe von 4 %) beglichen werden, im Prinzip erhöht sich die Miete dadurch für die Zeit, in der, neben den normalen Mietkosten, Raten zurückbezahlt werden müssen.


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