Junger Mann sitzt in Pappkarton © olly/stock.adobe.com
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29.10.2020

Studentenbude in Innsbruck: Kleiner Raum zum großen Preis! Studentencampus muss umgesetzt werden

Das Leben kostspielig, die Wohnkosten enorm: Das Wohnen in der Landeshauptstadt wird immer mehr zum Luxus, auch für Studierende. Wie eine aktuelle Erhebung der AK Tirol zeigt, sind die Preise für Zimmer in Wohngemeinschaften weiter gestiegen. Und eine Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht…Weil studentisches Wohnen damit zum Preistreiber für die Mieten in ganz Innsbruck wird, hat die AK Tirol schon vor Jahren vorgeschlagen, einen Studentencampus umzusetzen!

Ein Zimmer in einer Zweier-Wohngemeinschaft um schlappe 625 Euro. Die Größe des Zimmers? 17 Quadratmeter, in einem neuen Siedlungsturm in Bahnhofsnähe. – Nur eines von vielen Inseraten, das via Social Media die Runde macht, meist begleitet von zahlreichen wütenden Emoji-Gesichtern.

Kein Wunder, scheint sich doch die Preisspirale nicht zu verlangsamen, sondern immer schneller zu drehen. Dies zeigt auch eine Erhebung der AK Wohn- und Mietrechtsexperten. 1.372 Inserate wurden im gesamten Jahr 2019 gesichtet und die Miet-Preise in den einzelnen Innsbrucker Stadtteilen erhoben.

So entstand ein Mietpreisspiegel, der die aktuelle Marktsituation widerspiegelt. Eine Situation, die wenig Erfreuliches zu bieten hat, stiegen die Mietpreise doch fast in allen Stadtvierteln, teils erheblich. Lag der maximale Preis für ein Zimmer 2018 noch bei 650 Euro (Hötting West) stieg er 2019 auf 750 Euro (Höttinger Au). Der Bruttodurchschnittspreis für ein Zimmer stieg von 409,48 (2018) auf 424,57 Euro. Und ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht.

Denn während die Gesamtzahl der Studierenden in Innsbruck unverändert hoch bleibt und die Zahl ausländischer Studenten steigt, wird Wohnraum immer knapper. Und damit auch immer teurer: Wer unbedingt eine Wohnung braucht, um in Innsbruck studieren zu können, ist auch bereit, teilweise absurde Preisvorstellungen zu erfüllen.

Da die Allgemeinheit die Mietkosten mittels Beihilfe (siehe unten) mitfinanzieren muss, fordern Tiroler Arbeiterkammer und die Sozialpartner rasch die Umsetzung eines Studenten-Campus. „Wir müssen diesem Mietwucher endlich Einhalt gebieten, denn letztlich ist das studentische Wohnen ein entscheidender Preistreiber für die Mieten in ganz Innsbruck“, so AK Präsident Erwin Zangerl

Mietzinsbeihilfe

Mietzinsbeihilfe kann erst nach Ablauf einer Wartefrist beim Innsbrucker Stadtmagistrat beantragt werden. Österreichische Staatsbürger und Unionsbürger müssen vor Antragsstellung durchgehend zwei Jahre mit Hauptwohnsitz in Innsbruck gemeldet sein, Drittstaatsangehörige mindestens fünf Jahre.
An Studierende wird im Falle sozialer Bedürftigkeit und bei Vorliegen eines Mietvertrags für das gesamte Wohnobjekt eine Beihilfe gewährt, wobei als Wohnungsaufwand höchstens ein Betrag von 2,40 Euro je m² förderbare Nutzfläche und Monat und eine förderbare Nutzfläche von höchstens 50 m² zugrunde gelegt wird. Wohnen mehrere Studierende in einem Objekt, so werden maximal 90 m² Nutzfläche anerkannt.
An andere Wohngemeinschaften bzw. bei der Vermietung von Einzelzimmern werden keine Beihilfen gewährt.