junge Frau zwischen Übersiedelungskartons © Antonioguillem/stock.adobe.com
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18.3.2021

Studenten-WG in Innsbruck: Das heißt Mini-Bude zum Maxi-Preis

Wohnen in der Landeshauptstadt wird immer mehr zum Luxus. Gerade für Studierende, die aufgrund von Corona ihre Nebenjobs verloren haben, wird die Situation eng. Das zeigt auch eine aktuelle Erhebung der AK Wohnexperten: Sie haben ein Jahr lang insgesamt 1.536 Inserate gesichtet, in denen Zimmer in Wohngemeinschaften in Innsbruck angeboten wurden. Mit dem Ergebnis: Die Preise sind weiter gestiegen.

Ein Zimmer in einer Zweier-Wohngemeinschaft um schlappe 625 Euro. Die Größe des Zimmers? 17 Quadratmeter, in einem neuen Siedlungsturm in Bahnhofsnähe.

Nur eines von vielen Inseraten, das via Social Media die Runde macht, meist begleitet von zahlreichen wütenden Emoji-Gesichtern. Kein Wunder, denn die Preisspirale hat sich durch die Corona-Pandemie nicht verlangsamt. Dies zeigt auch die aktuelle Erhebung der AK Wohn- und Mietrechtsexperten.

Mietpreisspiegel

1.536 Inserate wurden im gesamten Jahr 2020 gesichtet (für Innsbruck Stadt, Erhebungszeitraum Jänner bis Dezember 2020, Anm.) und die Miet-Preise in den einzelnen Innsbrucker Stadtteilen erhoben. So entstand ein Mietpreisspiegel, der die aktuelle Marktsituation zeigt. Eine Situation, die wenig Erfreuliches zu bieten hat, stiegen die Mietpreise doch fast in allen Stadtvierteln, teils erheblich.

Lag der maximale Preis für ein Zimmer 2019 noch bei 750 Euro (Höttinger Au), stieg er 2020 auf 800 Euro (Hötting). Der Brutto-Durchschnittspreis für ein Zimmer stieg von 409,48 (2018) auf 424,57 Euro (2019) und liegt nun bei 426 Euro. Und ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht.

Denn während die Gesamtzahl der Studierenden in Innsbruck unverändert hoch bleibt und die Zahl ausländischer Studenten steigt, wird Wohnraum immer knapper. Und damit auch immer teurer: Wer unbedingt eine Wohnung braucht, um in Innsbruck studieren zu können, ist auch bereit, teilweise absurde Preisvorstellungen zu erfüllen.

AK Tirol fordert Studenten-Campus

Da die Allgemeinheit die Mietkosten mittels Beihilfe (siehe unten) mitfinanzieren muss, fordern Tiroler Arbeiterkammer und die Sozialpartner rasch die Umsetzung eines Studenten-Campus. „Es ist höchste Zeit, diesen Mietwucher einzudämmen, denn letztlich ist das studentische Wohnen ein entscheidender Preistreiber für die Mieten in ganz Innsbruck“, so AK Präsident Erwin Zangerl.

Info zum Thema Mietzinsbeihilfe

Mietzinsbeihilfe kann erst nach Ablauf einer Wartefrist beim Innsbrucker Stadtmagistrat beantragt werden.
Österreichische Staatsbürger und Unionsbürger müssen vor Antragstellung durchgehend zwei Jahre mit Hauptwohnsitz in Innsbruck gemeldet sein, Drittstaatsangehörige mindestens fünf Jahre.
An Studierende wird im Falle sozialer Bedürftigkeit und bei Vorliegen eines Mietvertrags für das gesamte Wohnobjekt eine Beihilfe gewährt, wobei als Wohnungsaufwand höchstens ein Betrag von 2,40 Euro je m2 förderbare Nutzfläche und Monat und eine förderbare Nutzfläche von höchstens 50 m² zugrunde gelegt wird.
Wohnen mehrere Studierende in einem Objekt, so werden maximal 90 m² Nutzfläche anerkannt.
An andere Wohngemeinschaften bzw. bei der Vermietung von Einzelzimmern werden keine Beihilfen gewährt.

Grafik zur Erhebung 2020 © aleutie/stock.adobe.com
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