23.2.2015
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Photovoltaik-Einspeisetarife im Sinkflug: AK Tirol fordert eine verbindliche Ansage von Tiwag und Regierung

Jetzt ist klarzustellen, dass der Einspeisetarif von 9 Cent bei bestehenden Photovoltaik-Anlagen in den nächsten Jahren beibehalten wird, verlangt die AK Tirol. Es geht um die Kostenrechnung für rund 4.000 betroffene Tiroler, aber auch ums Vertrauen in Politik und Landesenergieversorger. Wurde 2013 bei Anlagen bis 5kWp noch mit 15 Cent pro kWh geworben, gab es 2014 nur noch 9 Cent. Wer aber nun die Investitionsförderung von 400 Euro in Anspruch nimmt, wechselt damit ins neue Tiwag-Fördermodell und akzeptiert als Einspeisetarif den Ökostrom-Marktpreis. Dieser liegt derzeit bei 3,429 Cent netto!

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Tirols Häuslbauern die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen mit tollen Einspeisetarifen schmackhaft gemacht wurde.

Umso herber ist jetzt die Enttäuschung: In den letzten Tagen erhielten die etwa 4.000 Tiroler Besitzer von Photovoltaik-Anlagen Post von der Tiwag. Nachdem für 2014 für Anlagen bis 5 kWp die Einspeisetarife pro kWh von 15 auf 9 Cent gesenkt worden sind, wird ihnen nun angeboten, in das neue TIWAG-Fördermodell zu wechseln, in dem zwar nachträglich ein Investitionszuschuss, dafür aber Einspeisetarife zum Ökostrom-Marktpreis vorgesehen sind.

Für die Umstellung wird den Einspeise-Kunden eine Investitionsförderung von maximal 400 Euro angeboten. Wer sie in Anspruch nimmt, erhält künftig den Ökostromtarif zum Marktpreis. Dieser wird quartalsweise von der E-Control veröffentlicht und beträgt derzeit nur 3,429 Cent netto.

Doch die Entscheidung zwischen altem und neuem Modell ist nicht einfach:

  • Weil die Tiwag keine Information darüber gibt, wie lange bei Altverträgen der Einspeisetarif von 9 Cent sowie die 2,8 Cent Vorreiterbonus gewährt werden, ist nicht abschätzbar, welches der beiden Modelle für den einzelnen Klienten günstiger ist.
  • Hinzu kommt, dass der Ökostromtarif zum Marktpreis ebenfalls Schwankungen unterworfen und dessen Entwicklung nicht prognostizierbar ist.
  • Somit werden Photovoltaikanlagen-Besitzer im Hinblick auf die langfristig beste Finanzierung ihrer Anlage vor eine Entscheidung gestellt, die auf Basis der vorliegenden Informationen gar nicht getroffen werden kann.

Damit die Verunsicherung nicht noch größer wird, müssen Tiwag und Tiroler Landesregierung jetzt eine klare Aussage treffen, dass bei Altverträgen der Einspeisetarif von 9 Cent in den nächsten Jahren beibehalten wird, fordert die AK Tirol. Es geht hier nicht nur um die Kostenrechnung für den einzelnen Hausanlagenbesitzer, sondern auch um das Vertrauen in die Politik und in den Landesenergieversorger!

Rückblick. Das Errichten von Photovoltaik-Anlagen wurde in Tirol bis zum Jahr 2013 stark propagiert. Die vielen Hausbesitzer, die sich dafür entschieden, waren im guten Glauben, dass sich aufgrund des ursprünglichen Einspeisetarifs von 15 Cent pro kWh die Anlage in ca. 10 bis 13 Jahren amortisieren würde. Die Ernüchterung kam rasch: Die Tiwag senkte den Einspeisetarif auf 9 Cent, als viele Anlagen weniger als ein Jahr in Betrieb waren.

Kritik an Schieflage bei Förderungen. Damit nicht genug, wurde nun auf Bundesebene im neuen Jahresprogramm des Klima- und Energiefonds das Budgetvolumen für Photovoltaikanlagen bis 5 kWp um etwa ein Drittel auf 17 Millionen Euro gekürzt. Gleichzeitig wurde jedoch eine Förderung für Photovoltaikanlagen in der Land- und Forstwirtschaft mit einem Budgetvolumen von 4 Millionen Euro eingeführt. Für die AK Tirol ist dies ein weiteres Negativbeispiel dafür, wie private Anlagenbetreiber benachteiligt werden. Aus Sicht der AK Tirol darf es nicht sein, dass nur bei kleinen Anlagen die Förderungen und Einspeisetarife dauernd gesenkt werden, größere Anlagen von Unternehmen und in der Landwirtschaft aber weiterhin umfangreiche Förderungen erhalten.

AK Tipp

Gerade in Hinblick auf die niedrigen Einspeisetarife empfiehlt die Arbeiterkammer jedem Hausbesitzer, vor Installation einer Anlage sorgfältig eine Kosten- und Ertragsberechnung durchzuführen. Denn vielen Experten ist seit Jahren klar, dass sich die Anlagen ohne hohen Anteil an Eigenenergieverbrauch nicht rechnen können, auch wenn die Händler es oft anders darstellen.


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