Ansicht von Innsbruck © JFL Photography/stock.adobe.com
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4.5.2021

AK Analyse: Mieten in Innsbruck sind kaum noch leistbar

Das Wohnen in der Landeshauptstadt wird immer teurer. Dies zeigt auch die jüngste Erhebung der AK Experten. Die Mietpreise steigen in fast allen Stadteilen, mussten 2019 in Innsbruck noch durchschnittlich 15,53 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, stieg der Durchschnittspreis 2020 weiter auf 15,77 Euro…

Die Einkommenssituation dürftig, die Wohnkosten enorm hoch, Studenten-WG und Anlegerwohnungen als Preistreiber, viel Leerstand – kurz gesagt: Wohnen in Innsbruck ist für den Großteil der Bevölkerung nicht mehr leistbar. Und wenn, dann nur durch Mietzinsbeihilfe bzw. finanzielle Unterstützung.

Und dennoch steigen die Mieten weiter, wie die regelmäßige Preiserhebung der AK Wohnrechtsexperten zeigt. Coronabedingt stiegen die Preise vergangenes Jahr zwar nicht so stark wie in den Vorjahren, dennoch mussten 2020 durchschnittlich satte 15,77 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden, 2019 waren es noch 15,53 Euro. Da den Preisen nach oben keine Grenzen gesetzt sind, drängt die AK weiter auf notwendige Maßnahmen, um Wohnen billiger zu machen. AK Präsident Erwin Zangerl bringt die Lage auf den Punkt: „Wir brauchen in Tirol mehr sozialen Wohnbau und weniger Objekte für Spekulanten.“

Projekt „Sicheres Vermieten“

Mit dem Projekt „Sicheres Vermieten“ hat die AK Tirol zum Landesfeiertag eine weitere Initiative vorgelegt: In Zusammenarbeit mit Land Tirol, Diözese Innsbruck, Stadt Innsbruck, WK, Gemeindeverband und Gemeinnützigen Bauvereinigungen könnten bis zu 3.000 leerstehende Wohnungen in Innsbruck aktiviert werden. Denn viele haben Angst vor Ärger und finanziellem Risiko durch eine Vermietung. „Wir wollen Eigentümerinnen und Eigentümern den ganzen Aufwand, das Risiko und möglichen Ärger abnehmen. Dieses attraktive Angebot soll Vermieter dazu bewegen, ihre leerstehenden Wohnungen anzubieten“, so Zangerl.

Studenten-Campus

Der AK Präsident spricht sich auch weiterhin für den Bau eines Studenten-Campus im Großraum Innsbruck aus, vor allem angesichts der horrenden Preise, die derzeit allein für ein WG-Zimmer bezahlt werden müssen (siehe Tiroler AZ, März 2021).

Neues Mietrecht

Vom Bund verlangt Zangerl ein neues Mietrecht mit wirksamen Mietzinsobergrenzen und klar definierten und begrenzten Zu- und Abschlägen. Die Befristungen stellen ein weiteres Problem dar, weil sie die Mieten sprunghaft verteuern. Sie gehören abgeschafft, außer bei Eigenbedarf, fordert der AK Präsident.