12.12.2017
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Infrastruktur ist gut, die Loipen selbst meist kostenlos, nur wenige Tourismusverbände halten an ihrer Preispolitik fest!

Mit einem erweiterten Loipennetz, guter Infrastruktur und kaum Preissteigerungen für jene Strecken, die kostenpflichtig sind, warten die Tiroler Tourismusverbände im heurigen Langlauf-Winter auf. Auch wenn Loipenkilometer-Angaben bei einigen TVB lediglich als Orientierungshilfe dienen, gibt es heuer nur wenige echte Wermutstropfen: darunter die Preiserhöhungen auf einigen Osttiroler Loipen oder die Einheimischenaufschläge in Pertisau, Seefeld oder im Pillerseetal.

3.000 Loipenkilometer – wer die Tiroler Loipen an einem Stück bewältigen würde, könnte entfernungsmäßig fast bis ins russische Kasan laufen. Und weil Langlaufen gesund ist, hat die AK ein weiteres Mal die Tiroler Tourismusverbände mittels Fragebogen um Auskunft zu ihren Loipen-Angeboten gebeten. Insgesamt wurden so die Daten zu 504 Tiroler Loipen erhoben.

Gefragt wurde wieder nach

  • Anzahl der Loipen,
  • Loipenlängen und -arten (klassisch oder Skating-Strecken),
  • Kosten für die Loipenbenutzung (mit und ohne Gästekarte) und Vergünstigungen,
  • Infrastruktur (Parkmöglichkeiten, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmittel, Ausrüstungsverleih).

Die längsten zusammenhängenden Loipen gibt es demnach in der Tiroler Zugspitz Arena (Tiroler Zugspitz Arena Loipe) mit rund 42 Loipen-Kilometer, in Neustift im Stubaital (Talloipe Fulpmes) mit 40 Loipen-Kilometer, in Forchach-Steeg (Lechtal-Loipe) mit rund 40 Loipenkilometer, in Sillian-Lienz (Pustertalloipe) mit 32 Loipen-Kilometer und in Tannheim (Rundloipe Ski-Trail) mit rund 31 Loipen-Kilometer.

Das umfangreichste Loipennetz bietet, folgt man den Angaben der Tourismusverbände, die Olympiaregion Seefeld mit 256 Loipen-Kilometer vor dem Lechtal und den Kitzbühler Alpen St. Johann mit jeweils 250 Loipen-Kilometer, gefolgt von der Region Achensee mit 223 Loipen-Kilometer. Der Tourismusverband Osttirol bietet insgesamt sogar 319 Loipen-Kilometer an.

Bereits in den letzten Jahren musste jedoch festgestellt werden, dass die Kilometer-Angaben einiger Tourismusverbände scheinbar nur als Orientierungshilfe dienen: Da viele Loipen sowohl im klassischen Stil als auch in Skating-Technik genutzt werden können, erfolgt oftmals eine Doppelzählung – obwohl klassische und Skating-Strecken großteils parallel angelegt sind. Für die Tiroler Wintersportler wurde daher bereits mehrfach eine korrekte Bewerbung und klare und eindeutige Information bei den Angaben zu den Loipen-Kilometern gefordert. Auch wenn eine Loipe auf zwei Arten befahren werden kann, wird die Strecke dadurch nicht länger. Immer mehr Tourismusverbände nehmen sich diese Forderung zu Herzen. Insgesamt gaben in der diesjährigen Erhebung nur mehr sechs Tourismusverbände die Kilometer mit addierten Loipenzahlen an. Die Mehrheit aller Wintersportorte addiert klassische und Skating-Strecken nicht und achtet auf korrekte Angaben.

Infrastruktur

Auch für die kommende Saison zeigt sich wieder: Der Großteil der Loipen ist sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Pkw gut erreichbar. Ausreichend Parkmöglichkeiten gibt es bei fast jeder Loipe, nur zum Teil sind die Parkplätze kostenpflichtig oder nur begrenzt verfügbar. Allfällige Parkgebühren werden zum Teil stundenweise, zum Teil tageweise verrechnet. Das nötige Langlaufequipment kann zumeist in den Sportgeschäften oder Schischulen der umliegenden Ortschaften ausgeliehen werden.

Preise

Einheimischenaufschlag noch immer existent. Von insgesamt 504 erhobenen Loipen sind 409, also über 80% kostenlos benutzbar, wobei zum Teil (vor allem bei den Höhenloipen) die Benutzung der Bahn entgeltlich ist.

Kostenpflichtig sind unter anderem einige Loipen in Osttirol, in Pertisau (hier ist die Loipenbenutzung mit Gästekarte kostenlos, das Langlaufen ohne Gästekarte kostet 5 Euro pro Tag), außerdem alle Loipen im Pillerseetal (hier kostet das Tagesticket mit und ohne Gästekarte 5 Euro pro Tag, die 3-Tageskarte ohne Gästekarte ist aber um 20%, die Wochenkarte ohne Gästekarte um 31% teurer als mit Gästekarte). Kostenpflichtig sind außerdem eine Loipe der Silberregion Karwendel und alle Loipen in Seefeld.

Eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr konnte nur bei einigen Loipen in Osttirol festgestellt werden: Hier stiegen die Preise um 33% (von 6 auf 8 Euro pro Tag). Außerdem sind in Osttirol heuer einige Loipen erstmalig kostenpflichtig. Die Preise für ein Tagesticket betragen zwischen 6 und 8 Euro pro Tag, ein Wochenticket kostet 30, ein Saisonticket 70 Euro.

Die Preise in Seefeld bleiben für die kommende Saison gleich wie im letzten Jahr. Einen Pluspunkt im Gegensatz zum Vorjahr gibt es allerdings zu vermelden: Heuer ist auch die Nutzung der Snowfarming Loipe im Saisonticketpreis inkludiert. Trotzdem ist es immer noch so, dass Einheimische bei jedem Loipenbesuch 10 Euro im Vorverkauf oder 15 Euro an der Loipe bezahlen – oder sich die Saisonkarte leisten müssen. Auch wenn Gästekarteninhaber beim Ticketkauf direkt an der Loipe gleich tief in die Tasche greifen müssen – im Vorverkauf zahlen Gäste auch heuer wieder wesentlich weniger, nämlich 5 Euro pro Tag oder 15 Euro für die gesamte Dauer ihres Aufenthaltes.

Fazit

Tirol bietet insgesamt ein beeindruckendes und umfangreiches Loipennetz sowie sehr gute Infrastruktur für Langlaufbegeisterte. Langlaufen zeigt sich erneut als überwiegend noch immer kostengünstige Sportart in der Natur.

Die Forderung der AK bleibt jedoch aufrecht, dass einige wenige Tourismusverbände ihre Preispolitik und missverständlichen Loipenkilometerangaben überdenken müssen. Langlaufen soll auch weiterhin ein leistbarer Sport bleiben.

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