Verschiedene Smoothies © Sonjakamoz/stock.adobe.com
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Bunt, püriert und ganz schön süß…

Zwölf verschiedene Smoothies wurden von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Auftrag der Konsumentenschützer der AK Tirol begutachtet. Erfreulich:  Aus lebensmittelrechtlicher Sicht war nichts zu beanstanden. Ein vollständiger Ersatz für frisches Obst und Gemüse sind Smoothies trotzdem nicht, vor allem der enorm hohe Zuckergehalt ist ein Wermutstropfen. 

Kleine Mahlzeiten

Von Apfel über Banane, bis hin zu Spinat, Rote Bete oder Grünkohl – die sämigen Säfte aus püriertem Obst bzw. Gemüse gibt es mittlerweile in vielen Varianten. Smoothies haben sich zu einem Ernährungstrend entwickelt, der jedoch nicht unkritisch gesehen wird. Nicht nur, dass bei der Zubereitung sekundäre Pflanzen- oder Ballaststoffe zum Teil auf der Strecke bleiben, werden Smoothies vielfach wie Getränke konsumiert, obwohl es sich eher um eine kleine Mahlzeit handelt. Dies bestätigen auch Nährwert- und Kalorientabelle. Vor allem der Zuckeranteil ist dabei oft enorm. So enthielten die getesteten, verpackten Produkte zwischen 8 und 13 Gramm Zucker pro 100 ml – das bedeutet zwischen 25 und 39,6 Gramm pro Flasche. Zum Vergleich: 100 ml Cola enthalten 10,6 Gramm Zucker – damit ist in einigen der getesteten Smoothies mehr Zucker pro 100 ml als in Cola!

der test

Alle zwölf Produkte wurden von der AGES sensorisch und mikrobiologisch auf Verunreinigungen und Belastungen wie Schimmel, Salmonellen, E. coli; Listerien und Staphylokokken, aber auch auf Nitrat und Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

Zusammen­setzung, Zutaten und Zucker

Vorschriften für die Zusammensetzung von Smoothies gibt es nicht; industriell produzierte Smoothies können auch zugesetzten Zucker oder Aromastoffe enthalten. Wer pure Frucht wünscht, sollte sich deshalb die Zutatenliste genau ansehen.

Grundsätzlich gilt: Zutaten sind in absteigender Reihenfolge des jeweiligen Gewichtsanteils zu deklarieren. Das bedeutet: An erster Stelle steht die Zutat, von der mengenmäßig am meisten, an letzter Stelle jene, von der am wenigsten bei der Herstellung des Produktes verwendet wurde. Manchmal steht hinter einer Zutat ein Prozentwert. Dieser gibt an, welche Menge einer Zutat in dem Produkt enthalten ist. Diese Kennzeichnung ist unter anderem notwendig, wenn die Zutat in der Sachbezeichnung oder auf dem Etikett in Worten oder Bildern vorkommt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man dann, dass die Hersteller oft große Mengen Saft, künstliche Zusatzstoffe oder Zucker zusetzen. Oder andere Zutaten, als zu erwarten wären: So wurde zum Beispiel ein Smoothie getestet (pure fruits Power Smoothie Energie Erdbeere Kirsche Rote Rübe, gekauft bei Hofer), der laut Zutatenliste mehr Apfel- und Traubensaft sowie mehr Bananenpüree enthielt, als die vorne am Etikett genannten und in Bildern abgebildeten Zutaten Erdbeere, Kirsche und Rote Rübe. Um herauszufinden, wie viel von der am Etikett abgebildeten Obst- oder Gemüsesorte tatsächlich enthalten ist, ist der Blick auf die Zutatenliste unerlässlich.

Das AGES-Testergebnis

Alle zwölf Produkte wurden von der AGES sensorisch und mikrobiologisch auf Verunreinigungen und Belastungen wie Schimmel, Salmonellen, E. coli; Listerien und Staphylokokken, aber auch auf Nitrat und Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

Sehr erfreulich: Sämtliche Proben waren aus lebensmittelrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden und damit verkehrsfähig.

Nitrat wurde zwar in allen gekauften Proben festgestellt, allerdings lagen die festgestellten Werte deutlich unter den Höchstgrenzen.

Schädlingsbekämpfungsrückstände wurden in sehr geringen Mengen nur in drei der 12 Proben nachgewiesen, die Werte lagen aber weit unterhalb der geregelten Höchstgrenzen, alle getesteten Produkte waren daher einwandfrei.

Dennoch ist es wichtig, dass Lebensmittelhändler laufend entsprechende Überprüfungen durchführen, um lückenlose Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.