Frau vor Supermarktregal © Robert Kneschke/stock.adobe.com
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Drogerieartikel in Innsbruck bis zu 236 Prozent teurer!

Preisunterschiede bis zu 236 Prozent (!): Das ist das alarmierende Ergebnis des Preisvergleichs von Drogerieartikeln in Innsbruck und München, den die AK Konsumentenschützer zum sechsten Mal durchführten. Die Unterschiede sind nicht nur eklatant, sondern auch nicht nachvollziehbar. Doch die AK Tirol lässt nicht locker und setzt sich auch direkt vor Ort in Brüssel ein, um die Ungleichbehandlung zu bekämpfen.

Die Produkte sind ein und dieselben, die Mehrwertsteuersätze unterscheiden sich  kaum. Und trotzdem müssen Konsumenten in Tirol für viele Artikel des täglichen Bedarfs oft ein Vielfaches dessen bezahlen, was die Waren in Bayern – nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt – kosten. Der größte Preisunterschied wurde bei Palmolive Original Aquarium Flüssigseife mit Pumpe mit 235,96 % festgestellt. Während das Produkt in München schon ab € 0,89 zu haben war, so musste man in Innsbruck bis zu EUR 2,99 dafür bezahlen. Durchschnittlich kostete der aus 16 Artikeln bestehende Warenkorb in Innsbruck € 48,84 und in München 34,12. Damit war der Warenkorb in Innsbruck um 43,14 % teurer.


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offen gesagt

"Bereits seit Jahren deckt die AK Tirol eklatante Preisunterschiede bei identen Lebensmitteln und Drogerieprodukten auf. Es ist ein europäisches Problem, bei dem die EU eingreifen muss."

Erwin Zangerl, AK Präsident

Brüssel gefordert

Für AK Präsident Erwin Zangerl ein klarer Auftrag, um den Kampf gegen die Ungerechtigkeit fortzusetzen, auch direkt vor Ort in Brüssel. „Bereits seit Jahren deckt die AK Tirol bei grenzüberschreitenden Preisvergleichen eklatante, für niemanden nachvollziehbare Preisunterschiede bei identen Lebensmitteln und Drogerieprodukten auf. Es wird aber nicht nur aufgedeckt, sondern auch mit Nachdruck versucht, eine Verbesserung zu erzielen“, sagt Zangerl. So haben die ersten Gespräche der AK mit der EU-Kommission bereits stattgefunden, und weitere werden folgen. Immerhin gibt es gerade im Benelux-Raum auch Organisationen, die ähnliche Preisunterschiede in anderen Grenzregionen festgestellt haben. „Es ist also ein europäisches Problem, bei dem die EU eingreifen muss“, fordert AK Präsident Zangerl.

Der Test

Im aktuellen Test hat die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol wie schon in den Vorjahren Preise für idente Markendrogerieartikel in Supermärkten und Drogeriemärkten in Innsbruck und München erhoben. Alle Produkte des Warenkorbes waren sowohl in Innsbruck als auch in München erhältlich. Die Erhebung erfolgte auf Basis gänzlich identer Produkte. Der Warenkorb umfasste 16 Artikel – von Hautcreme über Duschgel bis Klarspüler. Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten erhoben, auch Mengenrabatte wurden nicht miteinbezogen. Es wurde der Preis zu Grunde gelegt, den ein Konsument für ein Produkt an diesem Tag zahlen hätte müssen. Aktionspreise wurden berücksichtigt.

Der Warenkorb

Der günstigste Warenkorb kostete in Innsbruck € 41,60 (Müller), der teuerste € 59,54 (Billa). Durchschnittlich kostete der Warenkorb in Innsbruck € 48,84 und in München € 34,12. In Innsbruck bezahlt man somit im Schnitt um fast 45 % mehr und das obwohl 13 der 16 Artikel in Innsbruck zum Erhebungszeitpunkt zu Aktionspreisen erhältlich waren.

Vergleicht man den günstigsten Warenkorb in München (€ 32,05 bei Müller) mit dem teuersten Warenkorb in Innsbruck (€ 59,54 bei Billa) so kommt man auf eine Differenz von gut 85 %.

Die eklatantesten Preisunterschiede:
Der eklatanteste Preisunterschied zeigte sich bei Palmolive Original Aquarium Flüssigseife mit Pumpe, 300 ml, mit 235,96 %. Die Flüssigseife war am teuersten in Innsbruck bei Eurospar und Spar, wo das Produkt um jeweils € 2,99 zu erhalten war. In München hingegen war das Produkt schon ab € 0,89 bei Rewe zu bekommen.

  • Platz zwei der größten Preisunterschiede belegt WC Ente Total Aktiv Gel mit 219,20 %,
  • gefolgt von Nivea Creme Soft Seife (harte Seife) mit 218,00 % sowie
  • Axe Duschgel verschiedene Sorten mit 179,86 %. 

Gleicher Anbieter – großer Unterschied

Gerade auch bei Anbietern die in Bayern und Tirol Filialen betreiben, fielen wieder große Preisunterschiede auf. So kostete der Warenkorb bei dm in München € 32,15, in Innsbruck € 42,60, was einem Preisunterschied von 32,5 % entspricht. Auch bei Müller in München war der Warenkorb günstiger – so waren die Produkte in München um € 32,05 und in Innsbruck um € 41,60 erhältlich. Auch hier ist ein Preisunterschied von knapp 30 % gegeben. Für diesen höheren Preis gibt es keine nachvollziehbare Begründung. Auch die Umsatzsteuer (Österreich 20 % und Deutschland 19 %) liefert keine ausreichende Erklärung für die teilweise exorbitant hohen Preisunterschiede

Ein einziges Produkt, die Elmex Zahncreme, war in Innsbruck günstiger als in München, so war die Zahncreme in Innsbruck ab € 1,95 bei MPreis und Müller und in München ab € 2,55 bei dm, Müller, Rossmann und Kaufland zu kaufen.

Zur Erhebung

Die Erhebung wurde im Oktober (KW 41) vom 8.10.2018 bis 12.10.2018 durchgeführt: In Innsbruck bei Spar, MPreis, Eurospar, Müller, Bipa, Billa, Merkur und dm sowie in München bei dm, Müller, Rossmann, Edeka, Rewe, Hit, Kaufland und Real.

Obwohl dieser Test nunmehr zum 6. Mal durchgeführt wurde, scheint immer noch keine Annäherung der Preise zwischen Innsbruck und München in Sicht zu sein.