30.10.2015
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Edelkastanien im Test: Bessere Qualität als 2014, aber teuer heißt nicht immer gut

Pünktlich zur Törggele-Saison haben die AK Konsumentenschützer wieder stichprobenartig Kastanien und Maroni untersuchen lassen. Ein Kilo kostete zwischen 5,99 und 14 Euro. Eine Probe wurde als nicht verkehrsfähig eingestuft. Ansonsten fiel das Ergebnis sehr erfreulich aus.

Das Problem ist bekannt: Von einer Handvoll Maroni bleiben oft nur einige wenige essbare Früchte über, weil viele vertrocknet sind, sich gar nicht erst schälen lassen oder wurmig, schimmlig oder faulig sind. Und das trotz eines oft stattlichen Preises.

Deshalb prüfen die Konsumentenschützer der AK Tirol jedes Jahr im Herbst stichprobenartig die angebotenen Esskastanien und Maroni. Und diese traditionellen Qualitätstests zeigen offenbar Wirkung: Heuer wurden bei acht Anbietern – Obst- und Gemüsefachhändlern sowie im Lebensmitteleinzelhandel – Kastanien oder Maroni gekauft. Die acht offen angebotenen oder im Netz verpackt gekauften Proben wurden anschließend in der Lebensmitteluntersuchungsanstalt AGES auf den Schlechtanteil hin untersucht.
Heuer fiel eine Probe durch. Zum Vergleich: Beim Test 2014 waren noch vier von neun Proben zu beanstanden. Schon daraus zeigt sich eine deutliche Verbesserung.

1 Probe nicht verkehrsfähig
Heuer konnte „nur“ eine Probe nicht überzeugen: Die Kastanien, gekauft beim Fruchthof in Innsbruck, wurden von der AGES als nicht verkehrsfähig beurteilt. Hier wurden 6 faulige, 12 wurmige, 4 schimmlige und 5 säuerlich/erstickte Früchte festgestellt, daraus ergibt sich ein Schlechtanteil von 27 Zählprozent. Die Fruchthof Handels GmbH wurde bereits zur Stellungnahme und Überprüfung der Qualität der verkauften Ware aufgefordert.

Sonst sehr gutes Testergebnis
Insgesamt fällt der Bericht der AK Experten jedoch sehr erfreulich aus:
Alle übrigen sieben Proben waren verkehrsfähig und entsprachen der Verbrauchererwartung.
Bei 6 Proben lag der Schlechtanteil sogar unter 10 %:

Unter 3 Zählprozent wiesen die Proben von Spar, Hofer, Billa, Obst und Gemüse Falkner sowie Obst und Gemüse Pasquetto in der Markthalle Innsbruck auf.
Bei 8 Zählprozent lag der Schlechtanteil bei den Edelkastanien von MPreis.
14 Zählprozent Schlechtanteil wurden bei einer 7. Probe, den Kastanien von Obst und Gemüse Niederwieser, ermittelt.

Verkehrsfähig oder zu beanstanden?
In der AGES wurde gezählt, wie viele Maroni der einzelnen Proben wurmig, schimmlig oder faulig waren, und somit der Schlechtanteil ermittelt.
Gemäß dem Österreichischen Lebensmittelbuch werden bei Kastanien bis zu 20 % nicht der Verbrauchererwartung entsprechende Früchte toleriert. Sind mehr Kastanien oder Maroni schlecht, ist dies ein Grund für eine Beanstandung.
Das bedeutet, dass von 100 Früchten gezählte 20 schlecht sein dürfen; 20 % Abfall wird vom Gesetzgeber demnach akzeptiert und die Ware ist trotzdem noch verkehrsfähig.
Ein sehr hoher Schlechtanteil ist für Konsumenten vor allem aufgrund der vielfach hohen Preise besonders ärgerlich.

Die verpackten Waren wurden außerdem auf die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften hin geprüft. Sämtliche Proben waren korrekt gekennzeichnet.

Auffallend waren erneut die Preisunterschiede: Die Kilopreise bewegten sich zwischen 5,99 und 14 Euro. Aber wie der AK Test auch heuer wieder zeigt: Ein hoher Preis ist nicht unbedingt ein Qualitätskriterium.
Alle Detailergebnisse finden Sie im Download.

Gut zu wissen
Maroni, Kastanien, Edelkastanien: Was ist der Unterschied?
Angeboten werden die Nussfrüchte unter verschiedensten Bezeichnungen, der Unterschied ist einfach erklärt: Bei Maroni und Esskastanien handelt es sich um zwei verschiedene Arten der Edelkastanie.
Maroni sind weiter gezüchtete Formen der Esskastanie, haben ein süßeres, intensiveres Aroma und sind größer und herzförmiger als Esskastanien. Esskastanien dagegen sind kleiner, dunkler und runder als Maroni.

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