Mann und Frau beim Langlauf © Val Thoermer/stock.adobe.com
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Tirols Loipen im Check: über 80 Prozent kostenlos, Infrastruktur überzeugt


Mit einem umfangreichen und großteils kostenlosen Loipennetz warten die Tiroler Tourismusverbände im heurigen Langlauf-Winter auf. Die Infrastruktur ist ansprechend, die Loipen selbst meist kostenlos. Nur wenige Tourismusverbände halten an ihrer Preispolitik fest, auch was die Einheimischenaufschläge anbelangt.

3.000 Loipenkilometer – wer die Tiroler Loipen an einem Stück bewältigen würde, könnte entfernungsmäßig bis in das finnische Rovaniemi laufen. Und weil Langlaufen gesund ist, hat die AK ein weiteres Mal die Tiroler Tourismusverbände mittels Fragebogen um Auskunft zu ihren Loipen-Angeboten gebeten. Insgesamt wurden diesmal die Daten zu 541 Tiroler Loipen erhoben.

Die Erhebung

Gefragt wurde wieder nach

  • Anzahl der Loipen,
  • Loipenlängen und -arten (klassisch oder Skating-Strecken),
  • Kosten für die Loipenbenutzung (mit und ohne Gästekarte) und Vergünstigungen,
  • Infrastruktur (Parkmöglichkeiten, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Ausrüstungsverleih).

Die längsten zusammenhängenden Loipen befinden sich in der Tiroler Zugspitz Arena (Tiroler Zugspitz Arena Loipe) mit rund 42 Loipen-Kilometer, in Forchach-Steeg (Lechtal-Loipe) mit rund 40 Loipenkilometer, in Sillian-Lienz (Pustertalloipe) mit 32 Loipen-Kilometer und in Tannheim (Rundloipe Ski-Trail) mit rund 31 Loipen-Kilometer. Das umfangreichste Loipennetz bietet, folgt man den Angaben der Tourismusverbände, wieder die Olympiaregion Seefeld mit 247,5 Loipen-Kilometer vor den Kitzbühler Alpen St. Johann mit 240 Loipen-Kilometer, dem Lechtal mit 230 Loipen-Kilometer, gefolgt von der Region Achensee mit 213,5 Loipen-Kilometer. In Osttirol kann man auf insgesamt 258,65 Loipen-Kilometern langlaufen.


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E-Mail: konsument@ak-tirol.com 

Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen per E-Mail nur eine erste Orientierung anbieten können.

Bereits in den letzten Jahren musste aber festgestellt werden, dass die Kilometer-Angaben einiger Tourismusverbände nur als Orientierungshilfe dienen: Dadurch, dass viele Loipen sowohl mit klassischer als auch Skating-Technik befahren werden können, erfolgt oftmals eine Doppelzählung – obwohl klassische und Skating-Strecke großteils parallel angelegt sind. Für die Tiroler Wintersportler wird daher seit Jahren eine korrekte Bewerbung und klare und eindeutige Information bei den Angaben zu den Loipen-Kilometern gefordert. Auch wenn eine Loipe auf zwei Arten befahren werden kann, wird die Strecke dadurch nicht länger.

Die meisten Tourismusverbände nehmen sich diese Forderung zu Herzen und verzichten darauf, klassische und Skating-Strecken zu addieren und achten damit auf korrekte Angaben. Einige wenige Tourismusverbände sollten ihre Angaben jedoch überdenken, um eine bessere Vergleichbarkeit aller Regionen zu gewährleisten.

Ansprechende Infrastruktur

 Auch für die kommende Saison zeigt sich wieder: Der Großteil der Loipen ist sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Pkw gut erreichbar. Ausreichend Parkmöglichkeiten gibt es bei fast jeder Loipe, nur zum Teil sind die Parkplätze kostenpflichtig oder nur begrenzt verfügbar. Allfällige Parkgebühren werden zum Teil stundenweise, zum Teil tageweise verrechnet. Das nötige Langlaufequipment kann zumeist in den Sportgeschäften oder Schischulen der umliegenden Ortschaften ausgeliehen werden.

Preise & Einheimischenaufschläge

 Das Positive vorweg: Von insgesamt 541 erhobenen Loipen sind 441, also 81,5% kostenlos benutzbar, wobei zum Teil (vor allem bei den Höhenloipen) die Benutzung der Bahn entgeltlich ist. 

Die Tagesgebühr für die Benutzung kostenpflichtiger Loipen beträgt zwischen 2,50 Euro (Loipe Vomp Hinteriss in der Silberregion Karwendel) und 15 Euro (in der Olympiaregion Seefeld).

Kostenpflichtig sind unter anderem die meisten Loipen in Osttirol, in Pertisau (hier ist die Loipenbenutzung mit Gästekarte auch heuer wieder kostenlos, das Langlaufen ohne Gästekarte kostet heuer um einen Euro pro Tag mehr als im Vorjahr, nämlich 6 Euro pro Tag), außerdem alle Loipen im Pillerseetal (hier kostet das Tagesticket mit und ohne Gästekarte heuer 6 Euro pro Tag, die 3-Tageskarte ohne Gästekarte ist aber um 15%, die Wochenkarte ohne Gästekarte um 26% teurer als mit Gästekarte). Kostenpflichtig sind außerdem eine Loipe der Silberregion Karwendel und alle Loipen in Seefeld. Die Preise in Seefeld bleiben für die kommende Saison gleich wie im letzten Jahr, schade ist, dass die Nutzung der Snowfarming Loipe heuer im Gegensatz zur Vorjahressaison nicht mehr im Saisonticket inkludiert ist, die Nutzung kostet heuer 5 Euro. Weiterhin müssen Einheimische bei jedem Loipenbesuch 10 Euro im Vorverkauf oder 15 Euro an der Loipe bezahlen – oder sich eine Saisonkarte leisten. Auch wenn Gästekarteninhaber beim Ticketkauf direkt an der Loipe gleich tief in die Tasche greifen müssen, im Vorverkauf zahlen Gäste auch heuer wieder wesentlich weniger, nämlich 5 Euro pro Tag oder 15 Euro für die gesamte Dauer ihres Aufenthaltes.

Eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr konnte neben den Loipen in Pertisau (Region Achensee) auch bei den Loipen im Pillerseetal festgestellt werden – in beiden Regionen wurden die Preise für die Tageskarte von 5 auf 6 Euro, damit um 20% erhöht. Im Pillerseetal wurde auch der Preis für die Saisonkarte von 40 auf 45 Euro, damit um 12,5% erhöht.

Fazit

Insgesamt bietet Tirol ein beeindruckendes und umfangreiches Loipennetz sowie sehr gute Infrastruktur für Langlaufbegeisterte. Langlaufen erweist sich erneut als überwiegend kostengünstige Sportart in der freien Natur. Erneut zu fordern bleibt aber, dass einige wenige Tourismusverbände ihre Preispolitik und missverständlichen Loipenkilometerangaben überdenken sollten, damit Langlaufen auch weiterhin ein leistbarer Sport bleibt.