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1.6.2021

AK erhob Lebensmittelpreise online in Österreich und Deutschland

Preisunterschiede bis zu 106,49 Prozent! Regelmäßig vergleicht die AK Tirol grenzübergreifend die Preise bei identen Markenlebensmitteln. Weil viele Lebensmittelmärkte ihre Waren mittlerweile auch im Internet anbieten, wurde der Preisvergleich heuer erstmals in den Online-Shops der Geschäfte durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie hier!

Fakt ist: Obwohl viele Produkte in Österreich und Deutschland ident angeboten werden, müssen Konsumenten bei österreichischen Anbietern für viele Artikel oft ein Vielfaches dessen bezahlen, was die Waren bei deutschen Anbietern kosten.

Deshalb hat die AK Tirol auch heuer wieder eine vergleichende Preiserhebung bei Lebensmitteln durchgeführt, jedoch erstmals als „Online-Preiserhebung“.

Die wichtigsten Ergebnisse vorweg

  • Durchschnittlich kostete der aus 12 Artikeln bestehende Warenkorb bei österreichischen Anbietern 48,03 Euro bei deutschen Anbietern 36,65 Euro. Damit war der Warenkorb bei den österreichischen Anbietern um 31,04 % teurer.
  • Der größte Preisunterschied wurde bei Barilla Spaghetti Nr. 5 festgestellt. Während das Produkt bei deutschen Anbietern schon ab 0,77 Euro zu haben war, musste man bei österreichischen Anbietern 1,59 Euro dafür bezahlen.
  • Eine Erklärung für derart eklatante Preisunterschiede gibt es bis heute nicht.

Der Warenkorb

Der Preis für den günstigsten Warenkorb betrug bei österreichischen Anbietern 47,09 Euro (MPreis), für den teuersten Warenkorb bezahlte man 48,50 Euro (sowohl bei Billa als auch bei Interspar), während der günstigste Warenkorb bei den deutschen Anbietern um 33,74 Euro (Rewe) und der teuerste um 40,70 Euro (Edeka) erhältlich war. Durchschnittlich kostete der Warenkorb bei den österreichischen Anbietern 48,03 Euro, bei den deutschen Anbietern 36,65 Euro, somit muss bei den österreichischen Anbietern im Schnitt um 31,04 % mehr bezahlt werden.

Vergleicht man den günstigsten deutschen Warenkorb (33,74 Euro bei Rewe) mit dem teuersten österreichischen Warenkorb (48,50 Euro bei Billa und Interspar) so kommt man auf eine Differenz von 43,75 %.

Die eklatantesten Preisunterschiede

  • Der eklatanteste Preisunterschied zeigte sich bei „Barilla Spaghetti Nr. 5“ mit 106,49 %. Für die Teigware musste man in Österreich 1,59 Euro bezahlen. In Deutschland hingegen war das Produkt schon ab 0,77 Euro erhältlich.
  • Platz zwei der größten Preisunterschiede belegten die „Leibniz Butterkekse“ mit einem Preisunterschied von 101,01 %, gefolgt vom „Kaffee Dallmayr Prodomo gemahlen“ um 100,25 % sowie „Fernet Branca“ mit einem Preisunterschied von 72,79 %.
  • Die geringsten Preisunterschiede fanden sich bei „Cafe Hag, klassisch mild“, welcher als einziges Produkt sowohl bei den österreichischen als auch den deutschen Anbietern um denselben Preis erhältlich war, gefolgt von der „Milka Alpenmilch Schokolade“ mit einer Differenz von 3,48 %.

Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um Inklusivpreise, das heißt, dass der entsprechende Umsatzsteuersatz in den österreichischen und deutschen Produkten enthalten ist. Die Umsatzsteuersätze zwischen Deutschland und Österreich unterscheiden sich nur geringfügig. Der Mehrwertsteuersatz beträgt in Österreich 10 % bzw. 20 % und in Deutschland 7 % bzw. 19 %.

Der Test – erstmals online!

Die Erhebung wurde vom 4. Mai 2021 bis 6. Mai 2021 durchgeführt, und zwar online in Österreich bei Interspar, Billa und MPreis sowie online in Deutschland bei Edeka, Rewe und Kaufland.

Alle Produkte des Warenkorbes waren sowohl in Österreich als auch in Deutschland bei allen getesteten Anbietern erhältlich. Die Erhebung erfolgte auf Basis gänzlich identer Produkte. Der Warenkorb umfasste 12 Artikel, von Getränken bis Teigwaren. Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten erhoben, auch Mengenrabatte wurden nicht miteinbezogen. Es wurde der Preis zu Grunde gelegt, den ein Konsument für ein Produkt an dem Tag der Erhebung bezahlen hätte müssen (Aktionspreise wurden berücksichtigt).

Europäische Kommission bestätigt Problem

Auch im jährlich von Seiten der Europäischen Kommission erstellten Länderbericht wurden für Österreich bereits in der Vergangenheit hohe Preisunterschiede im Einzelhandel im Vergleich zu Nachbarländern festgestellt. Und auch im Länderbericht Österreich 2020 wurde dieser Unterschied für den Lebensmittelsektor neuerlich hervorgehoben, obwohl weder Qualität noch Steuersätze die Preisunterschiede rechtfertigen. Die Europäische Kommission ist nunmehr gefordert, die Thematik weiter zu verfolgen, den nicht nachvollziehbaren Preisunterschieden auf den Grund zu gehen und einen Riegel vorzuschieben.

Die Details zur Erhebung gibt es oben rechts.

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