3.5.2016
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Markenlebensmittel sind in Tirol weiter um bis zu 176 Prozent teurer als in Bayern

Sie erinnern sich an die grenzübergreifenden Preis-Tests vom Vorjahr samt haarsträubenden Ergebnissen? Sie waren im April 2016 Anlass für einen Nachtest. Doch Verbesserungen für die Kunden in Tirol suchten die AK Konsumentenschützer vergebens. Die höchste Preisdifferenz für ein einzelnes Produkt lag erneut bei 175,86 %. Während der teuerste Warenkorb mit allen 34 Artikeln in München 71,88 Euro kostete, waren in Innsbruck dafür zwischen 83,70 und 88,44 Euro hinzublättern. Und noch etwas: In Tirol stieg auch der Durchschnittspreis für den Warenkorb seit April 2015 um 2,5 %, während er in München um weitere 0,25 % sank. Weil die Bundeswettbewerbsbehörde keinen Anlass zum Handeln sieht, wendet sich die AK Tirol jetzt an die EU Kommission.

Bereits vor einem Jahr hatte die AK Tirol die Preise von Markenlebensmitteln in München und Innsbruck in jeweils fünf verschiedenen Supermärkten erhoben und zum Teil enorme Preisdifferenzen festgestellt.

Bei der aktuellen Erhebung im April 2016 wurden nun erneut die Preise für einen Warenkorb mit 34 identen Markenlebensmitteln sowohl in München, als auch in Innsbruck erhoben. Und wieder ergab sich ein bekanntes Bild: Die Preisunterschiede sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und liegen bei einzelnen Produkten abermals bei über 170 %.

AK schaltet erneut EU Kommission ein
Dies ist besonders ärgerlich, als die Bundeswettbewerbsbehörde offenkundig keinen Handlungsbedarf sieht! „Eine solche Ungleichbehandlung innerhalb des EU-Raumes ist für die Konsumenten nicht länger tragbar“, ärgert sich Tirols AK Präsident Erwin Zangerl. „Wir haben die Bundeswettbewerbsbehörde schon im Vorjahr mit den Preistests zu Drogerieartikeln und Lebensmitteln konfrontiert und sie aufgefordert, endlich aktiv zu werden. Doch die Behörde hat lediglich mitgeteilt, dass für sie trotz der vorliegenden AK Erhebungen kein ausreichender Verdacht gegeben sei, um Ermittlungsverfahren einzuleiten. Auch die EU-Kommission wurde bisher nicht aktiv. Die AK Tirol wird daher nochmals die Europäische Kommission mit den aktuellen Erhebungsergebnissen konfrontieren, damit endlich notwendige Schritte, wie eine Analyse des europäischen Lebensmittelhandels, folgen und ein laufendes Wettbewerbs- bzw. Preismonitoring installiert werden können.“

Im April 2016 wurden Lebensmittelpreise in Innsbruck in den fünf Supermärkten MPreis, Merkur, Eurospar, Billa und Spar erhoben, in München bei Edeka, Rewe, Real, Tengelmann und Kaufland, wobei in allen Geschäften sämtliche Lebensmittel angeboten wurden.

Das Ergebnis
Leider gilt auch weiterhin: Der teuerste Supermarkt in München ist immer noch billiger als der günstigste in Innsbruck. Während in Innsbruck die Preise für die Warenkörbe zwischen 83,70 Euro (Eurospar) und 88,44 Euro (Merkur) lagen, kosteten sie in München zwischen 62,89 Euro (Kaufland) und 71,88 Euro (Tengelmann).

Im Schnitt waren für einen Warenkorb in München 67,93 Euro zu bezahlen, in Innsbruck hingegen 86,59 Euro, was einem Unterschied von 27,47 % entspricht.

Spitzenreiter bei den Preisdifferenzen war mit 175,86 % wiederrum „Müller Joghurt mit der Ecke, Knusper Schoko Ball 150g“. In München kostet es bei Real 29 Cent, in Tirol bei MPreis 80 Cent.
Zweithöchster Ausreißer waren die „McCain 123 Frites Original 750g“ mit 170,27 % Preisdifferenz. Bei Edeka in München kostete eine Packung 1,11 Euro, bei MPreis in Innsbruck 3 Euro.
Neuer „Drittplatzierter“ ist „Coca Cola“ bzw. „Coca Cola light“ in der 1-Liter-Flasche mit einem Preisunterschied von 150 %: Bei Kaufland in München bezahlt man pro Flasche 58 Cent, in Tirol in allen (!) getesteten Märkten 1,45 Euro.

Idente Preise bei 13 Produkten in Tirol
Übrigens: Bei der Erhebung in Innsbruck wurden stolze 13 der insgesamt 34 Produkte in allen fünf Supermärkten zu identen Preisen oder mit Abweichungen von nur einem Cent angeboten. In München war dies bei nur einem Produkt der Fall.

In Tirol stieg auch der Durchschnittspreis
Der Vergleich zwischen April 2015 und April 2016 zeigt auch, dass der idente Warenkorb in Innsbruck um 2,5 % teurer wurde, in München hingegen um 0,25 % billiger.

Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten erhoben, auch Mengenrabatte wurden nicht miteinbezogen. Es wurde der Preis zugrunde gelegt, den ein Konsument ohne Mitgliedskarte für ein Produkt an diesem Tag zahlen hätte müssen, Aktionspreise wurden berücksichtigt.

Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um Inklusiv-Preise, das heißt der entsprechende Umsatzsteuersatz in Österreich und Deutschland ist enthalten. Der Mehrwertsteuersatz beträgt in Österreich 20 bzw. 10 % (ermäßigter Steuersatz), in Deutschland 19 bzw. 7 % (ermäßigter Steuersatz).

Die Preiserhebung wurde auch in Wien durchgeführt, wobei die Preise zwischen Innsbruck und Wien nur marginal abwichen.

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie im Download rechts (Erhebung Markenartikel).

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