Preisunterschiede von bis zu 170 Prozent

AK Erhebung zeigt erneut Preisunterschiede von bis zu 170 Prozent: Auch die Wettbewerbsbehörde beobachtet mittlerweile die Preisentwicklung!

Ob bei Drogerieartikeln oder Lebensmitteln: Erhebungen der AK belegen, dass Konsumenten in Tirol für zahlreiche idente Produkte wesentlich mehr bezahlen müssen, als im nahen Bayern. Dies bestätigte sich auch im aktuellen dritten Preisvergleich von Markenlebensmitteln in München und Innsbruck. Erfreulich: Das Engagement der AK Tirol hat mittlerweile die Bundeswettbewerbsbehörde auf den Plan gerufen.  

Im Vergleich zu Bayern sind Konsumenten in Tirol auch bei Lebensmitteln die Draufzahler, ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt: So könnte das Ergebnis der mittlerweile dritten AK Preiserhebung in aller Kürze zusammengefasst werden. Und wie schon im Vorjahr lagen die Preisunterschiede bei einzelnen Produkten bei bis zu 170 Prozent!

Für den aktuellen Vergleich hatten die Konsumentenschützer der AK Tirol einen „Warenkorb“ mit 35 identen Markenlebensmitteln zusammengestellt, die in allen ausgewählten Geschäften – je fünf Supermärkten in Innsbruck und München –erhältlich waren.

Ergebnisse im Überblick

  • Leider gilt noch immer für die deutliche Mehrzahl der Produkte: Die höchsten Preise, die dafür in München verlangt wurden, lagen unter den günstigsten in Innsbruck!
  • Während in Innsbruck die Preise für den kompletten „Warenkorb“ zwischen 111,49 (Eurospar) und 122,37 Euro (Billa) lagen, bewegten sie sich in München zwischen 88,05 (Kaufland) und 95,69 Euro (Edeka). Im Schnitt kostete der „Warenkorb“ in München 91,84 Euro, in Innsbruck hingegen 117,75 Euro, was einem Unterschied von mehr als 28 Prozent entspricht. 
  • Spitzenreiter bei den Preisdifferenzen waren mit 170,27 % diesmal die „McCain 123 frites Original 750g“. Während sie in München bereits ab 1,11 Euro (Aktionspreis) erhältlich waren, kosteten sie in Tirol beim teuerstem Anbieter der Erhebung ganze 3 Euro.
  • Preisunterschiede von mehr als 100 % wurden außerdem festgestellt bei Hohes C Orange (Konzentrat, 100 % PET), Leibniz Butterkeks, Barilla Spaghetti Nr. 5, Rama Unilever Cremefine zum Kochen 15 % Fett und Dallmayr Prodomo gemahlen.
  • An diesen zum Teil enormen Preisunterschieden ändert sich auch nur wenig wenn man auf die Nettopreise abstellt. Die Umsatzsteuer-Sätze zwischen Deutschland und Österreich unterscheiden sich nämlich nur geringfügig. Der Mehrwertsteuersatz beträgt in Österreich 20 Prozent bzw. 10 Prozent (ermäßigter Steuersatz), in Deutschland 19 bzw. 7 Prozent (ermäßigter Steuersatz).

Wettbewerbshüter beobachten Entwicklung

„Bis jetzt hat noch niemand eine nachvollziehbare Erklärung für derartige große Preisunterschiede liefern können, die wieder einmal zu Lasten der Konsumenten in Tirol gehen“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. „Deshalb werden wir wie schon nach den letzten Erhebungen die Bundeswettbewerbsbehörde über die aktuellen Ergebnisse informieren.“ Dass sich dieser stete Einsatz lohnt, zeigt die jüngste Entwicklung: Die Wettbewerbshüter haben ein wachsames Auge auf die Preisgestaltung. Zangerl: „Die Europäische Kommission blieb jedoch bis dato leider untätig. Deshalb fordern wir sie neuerlich auf, entsprechende Untersuchungen einzuleiten, um den nicht nachvollziehbaren Preisunterschieden bei identen Produkten auf den Grund zu gehen.“

Zur Erhebung

Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten oder Mengenrabatten erhoben. Es wurden die Preise zu Grunde gelegt, die ein Konsument, der ohne Mitgliedskarte das Geschäft betritt, für ein Produkt an diesem Tag zu zahlen gehabt hätte, was auch Aktionspreise inkludiert.

In Innsbruck wurden die Preise der einzelnen Produkte zwischen 3. und 6. April 2017 in fünf Supermärkten (MPreis, Merkur, Eurospar, Billa und Spar) erhoben, in München zwischen 4. und 5. April 2017 bei Edeka, Rewe, Real, Hit und Kaufland.
Die Preiserhebung wurde auch in Wien durchgeführt, allerdings konnten im Vergleich zu Innsbruck nur minimale Unterschiede festgestellt werden.