Bierglas mit Eurozeichen © Ermolaev Aleksandr/stock.adobe.com
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AK Getränkepreiserhebung zeigt enorme Preisspannen

Bereits zum dritten Mal in Folge erhob die AK Tirol im September 2018 Preise gängiger Getränke in Tiroler Wirtshäusern. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Durchschnittspreise um bis zu 6 % erhöht. Lediglich vier Betriebe nahmen keine Preiserhöhungen vor. Für Diskussionsstoff sorgt nach wie vor die Verrechnung von Leitungswasser.

Genau 48 Wirtshäuser in allen Tiroler Bezirken nahmen die Konsumentenschützer der AK Tirol heuer unter die Lupe und stießen bei ihrem Studium der Getränkepreise auf interessante Ergebnisse. Dazu zählten auch teilweise enorme Preisspannen. Generell gilt: Im Vergleich zu 2017 wurden die Durchschnittspreise um bis zu 6 % erhöht. 

Satte Unterschiede

Während der Preis für ein Glas Apfelsaft (0,25 l) im Schnitt um 2,45 % erhöht wurde, stieg der Preis für einen mit Leitungswasser aufgespritzten Apfelsaft (0,25 l) um 3,55 %. Mit 150 % weist dieses Getränk auch die höchste relative Preisspanne auf; es wird zwischen 1,20 € und 3 € angeboten. Diese große Spanne scheint vor allem dem Umstand geschuldet, dass mancherorts preislich nicht zwischen dem Glas purem Saft und dem auf dieselbe Menge mit Leitungswasser aufgespritzten Getränk unterschieden wird.

Eine 0,2 l Flasche Fruchtnektar kostet zwischen 2 € und 3,80 €. Im Vergleich zum Vorjahr konnte dabei eine Erhöhung des Durchschnittspreises um 3,83 % festgestellt werden. Dieselbe Menge an Fruchtnektar mit Leitungswasser auf 0,5 l aufgespritzt, kostet zwischen 2,40 € und 4,40 €, was einer Preisspanne von 83,33 % entspricht. 17 von 37 Gastwirten, welche Fruchtnektar auf der Speisekarte auspriesen, verrechneten für das im auf 0,5 l aufgespritzten Mischgetränk enthaltene Leitungswasser einen teilweise erheblichen Aufpreis. 

Streitthema Leitungswasser 

Bezüglich der Frage, ob Wirte ihren Gästen Leitungswasser verrechnen sollten, scheiden sich seit Jahren die Geister. Gegen das Argument vieler Wirte, dass mit jedem servierten Glas Leitungswasser eine Dienstleistung und damit auch Personal- und Infrastrukturkosten verbunden sind, steht die Meinung vieler Konsumenten, die Leitungswasser traditionellerweise als kostenloses Service verstehen.

In 10 der 48 teilnehmenden Wirtshäuser wird Leitungswasser in der Karte ausgepreist. Im persönlichen Gespräch aber erklärten sieben Gastronomen, Leitungswasser tatsächlich nur in Fällen zu verrechnen, in welchen der Gast ausschließlich Wasser konsumieren würde. Drei Wirte teilten mit, bestelltes Leitungswasser jedenfalls in Rechnung zu stellen.

Verglichen zum Vorjahr hat sich bis September 2018 nur ein einziger Wirt neu dazu entschieden Leitungswasser in die Getränkekarte aufzunehmen. Das günstigste Glas Leitungswasser (0,25 l) ist ab 0,30 € zu haben, das teuerste kostet 1,50 €.

Weitere Preissteigerungen

Der Preis für ein kleines Bier vom Fass (0,3 l) stieg im Schnitt um 2,58 %, für ein großes Bier (0,5 l) sind durchschnittlich 2,86 % mehr zu bezahlen. 1/4 l Weiß-süß kostet um 2,46 % mehr als im Vorjahr, der Preis für 1/4 l Weiß-sauer stieg um 2,63 %. Die Ergebnisse der Getränkepreiserhebung spiegeln sich auch in den aktuellen Inflationsdaten der Statistik Austria wieder: Die Kosten für Bewirtungsdienstleistungen sind ein Haupttreiber der Preisspirale.