15.2.2017
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Faschingskrapfen im AK Test: Goldbraun, süß und gut, aber große Unterschiede bei Gewicht und Preis

Was wäre die fünfte Jahreszeit ohne die goldbraunen Faschingskrapfen, die in Bäckereien, Konditoreien und in den Regalen der Supermärkte zum Genießen verlocken. Es gibt sie mit verschiedensten Füllungen, mit Zuckerguss oder Schokolade überzogen. Klassiker sind aber nach wie vor die mit Marillenkonfitüre gefüllten Krapfen. Diese haben die AK Konsumentenschützer in Innsbruck unter die Lupe genommen.

Pünktlich zum Faschingshöhepunkt haben die AK Konsumentenschützer auch heuer stichprobenartig Faschingskrapfen auf äußere und innere Werte getestet. Dazu wurden insgesamt 13 Proben in ausgewählten Innsbrucker Bäckereien und Konditoreien sowie in ausgewählten Supermärkten gekauft und erhoben, was die süße Verführung kostet, wie es um das Gewicht der Krapfen bestellt ist, ob es Unterschiede bei der Menge der Füllung gibt und ob sämtliche gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) prüfte die Krapfen auf Aussehen, Textur, Geruch und Geschmack.

Qualität: Rundum erfreuliches Ergebnis

Alle 13 Proben wurden als qualitativ einwandfrei bewertet. Keine musste beanstandet werden. Einem Genuss der süßen Köstlichkeit steht demnach nichts mehr im Wege.

Deutliche Unterschiede bei Preis, Gewicht und Füllmenge

Der Preis. Die billigsten Faschingskrapfen gab es verpackt bei Interspar um 0,37 Euro (Aktionspreis) pro Stück (Spar Marillenkrapfen), gefolgt von den verpackten Faschingskrapfen von MPreis (Alpenbäckerei Krapfen) um 0,42 Euro pro Stück und den verpackten Faschingskrapfen von Merkur (Immer Gut Marillenkrapfen) um 0,47 Euro pro Stück (Aktionspreis).

Die teuersten Krapfen für 1,90 Euro pro Stück gab es auch heuer wieder in der Konditorei Munding.

Weil die Krapfen je nach Anbieter unterschiedlich groß ausfallen, ist für Konsumenten freilich nicht nur der Preis pro Stück interessant, sondern vor allem der Preis pro 100 Gramm: Der 100-Gramm-Preis liegt zwischen 0,58 Euro – hier schnitten die Krapfen von Hofer (Hofer Backbox) am besten ab – und 2,36 Euro (Konditorei Munding).

Vielfach gab es beim Kauf mehrerer Krapfen einen Nachlass (3 + 1, 4 + 1, 5 + 1 oder 6 + 1 Stück gratis). Unter Berücksichtigung des Aktionspreises waren die günstigsten Krapfen pro 100 Gramm ebenfalls bei Hofer erhältlich und boten damit ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auch einige Preissteigerungen gegenüber 2016 konnten festgestellt werden:
Der Stückpreis für einen Krapfen der Bäckerei Ruetz stieg von 1,30 auf 1,35 Euro, bei Baguette von 0,95 auf 0,99 Euro.
Die Krapfen der Konditorei Murauer waren heuer um 10 Cent teurer (Preisanstieg von 1,30 auf 1,40 Euro), aber auch ein bisschen größer.
Bei der Konditorei Valier gab es eine Preissteigerung von 1,50 auf 1,70 Euro, was einer Verteuerung von mehr als 13 % entspricht.

Das Gewicht. Auch beim Gewicht wurden große Unterschiede festgestellt: Die Faschingskrapfen wogen zwischen 61,5 Gramm (Interspar) und 95,5 Gramm (Hofer). Dabei handelt es sich um das Durchschnittsgewicht, das aus 10 Krapfen ermittelt wurde.

Anteil der Füllung. In Österreich regelt das Lebensmittelbuch, dass die Füllung von Krapfen aus mindestens 15 % Füllmasse bezogen auf das Fertiggewicht zu betragen hat. Der Anteil der Fülle bewegte sich im Test zwischen 15,6 % (Konditorei Munding) und 23 % (Bäckerei Lener).

Enthält die Füllung im Krapfen Alkohol, muss entsprechend darauf hingewiesen werden. Krapfen „mit Rum verfeinert“ gab es in der Bäckerei Lener zu kaufen, die der Hinweispflicht auch entsprechend nachgekommen ist. Diese Krapfen sind für Kinder grundsätzlich nicht geeignet. Egal ob das Produkt tatsächlich Rum oder Rumaroma enthält: Kinder sollten nur Krapfen ohne Alkoholgeschmack genießen.

Noch ein paar Details

 Beim Krapfen handelt es sich um ein süßes Germteiggebäck, das im heißen Fett herausgebacken wird. Eine schöne runde Form, goldbraune Farbe, ein heller Ring in der Mitte, ein locker-flaumig weicher Teig und gute Füllung machen einen guten Faschingskrapfen aus.

Aber Achtung: In Sachen gesunde Ernährung kann die Süßigkeit nicht punkten. Ein Faschingskrapfen enthält – je nach Größe und Zutaten – zwischen 8 und 24 Gramm Fett und schlägt im Schnitt mit 300 bis 400 Kalorien zu Buche. Den Kaloriengehalt also besser nicht unterschätzen.

  • Die mit 95,5 Gramm Durchschnittsgewicht schwersten Krapfen im Test waren die Faschingskrapfen von Hofer, mit einem Stückpreis von 0,55 Euro waren dies auch die günstigsten pro 100 Gramm.
  • Am teuersten waren die Faschingskrapfen der Konditorei Munding (1,90 Euro pro Stück bzw. 2,36 Euro pro 100 Gramm), diese enthielten mit 15,6 % außerdem am wenigsten Füllung und erreichten damit gerade die im Lebensmittelbuch festgelegte Füllmasse.
  • Am meisten Marillenfüllung gab es bei den Krapfen der Bäckerei Lener mit durchschnittlich 23 % (dieser Krapfen war als einziger „mit Rum verfeinert“, darauf wurde im Geschäft auch extra hingewiesen), gefolgt von jenen der Konditorei Murauer mit durchschnittlich 21,8 % und der Konditorei Valier mit durchschnittlich 21,6 % Füllmasse.
    Die „schwersten“ Krapfen bekommt man bei Hofer (Backbox) mit einem Durchschnittsgewicht von 95,5 Gramm, bei der Konditorei Murauer mit 94,8 Gramm und bei Billa mit 93,8 Gramm.

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