17.11.2016
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AK Erhebungen bewirkten zwar Verbesserung, trotzdem sind einzelne Drogerieartikel in Innsbruck immer noch um bis zu 210 % teurer als in München!

Vom Shampoo bis zum Essigreiniger: Zum bereits vierten Mal nahmen die Konsumentenschützer der AK Tirol die Preise für idente Drogerieartikel in Innsbruck und München unter die Lupe. Und diese Preis-Checks zeigen Wirkung: Erstmals war der Warenkorb in den drei Innsbrucker Drogeriemärkten günstiger als der teuerste in München. Trotzdem gab es gewaltige Spannen. Die mit fast 210 % größte Differenz wurde beim Nivea Deospray 150 ml festgestellt: In München war er ab 1,29 Euro zu haben, in Innsbruck wurden dafür bis zu 3,99 Euro verlangt. „Die Bundeswettbewerbsbehörde hat aufgrund unserer Recherchen versprochen, ein wachsames Auge auf die Preisgestaltung zu richten“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl. „Wir fordern aber auch entsprechende Untersuchungen bei der Europäischen Kommission ein.“

Die Produkte sind ein und dieselben, die Mehrwertsteuersätze unterscheiden sich kaum. Und trotzdem müssen Konsumenten in Tirol für viele Artikel des täglichen Bedarfs oft ein Vielfaches dessen bezahlen, was die Waren nur wenige Kilometer entfernt über der Grenze in Bayern kosten.

Mit Preiserhebungen machte die AK Tirol in den letzten Jahren immer wieder auf diese unbefriedigende Situation aufmerksam. „Nachvollziehbare Begründungen dafür blieben Politik und Handel bislang zwar schuldig. Trotzdem zeigen unsere regelmäßigen Preis-Checks nun Wirkung“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl.

Für den aktuellen Test hat die AK Tirol wie schon im Vorjahr die Preise für idente Drogerieartikel in Supermärkten bzw. Drogeriemärkten in Innsbruck und München erhoben. Bei der aktuellen Erhebung wurde ein Warenkorb aus 18 Produkten zusammengestellt, die in allen getesteten Märkten sowohl in Innsbruck als auch in München erhältlich waren.

Der Warenkorb

Der günstigste Warenkorb kostete in Innsbruck 43,46 Euro (Müller), für den teuersten mussten 64,82 Euro (Merkur) bezahlt werden.
In München hingegen lag die Preisspanne zwischen 30,85 Euro (Rossmann) und 46,32 Euro (Tengelmann).

Bis zu 209,30 % Preisunterschied bei einzelnen Produkten!

  • Der größte Preisunterschied bei einzelnen Produkten wurde beim Nivea Deospray verschiedene Sorten 150 ml festgestellt: Bei Rossmann in München kostete er 1,29 Euro, aber bei  Merkur und Billa in Innsbruck wurde er um 3,99 Euro verkauft. Macht eine beachtliche Preisdifferenz von 209,30 %!
  • Immer noch bis zu 169,37 % Unterschied gab es bei den Preisen für Haarshampoo Schwarzkopf Gliss Kur Hair Repair 250 ml: In München zahlte man dafür 1,11 Euro bei Rossmann, bei Merkur in Innsbruck jedoch 2,99 Euro.
  • Und 167,79 % machte die Differenz bei Nivea Roll on verschiedene Sorten 50 ml aus: Bei Edeka und Rossmann in München war er für 1,49 Euro zu haben, bei Merkur in Innsbruck hingegen für 3,99 Euro.

Positiv: 3 Tiroler Warenkörbe erstmals günstiger als der teuerste in München

Seit Beginn dieses grenzüberschreitenden Preisvergleichs ist zumindest eine positive Tendenz festzustellen, nämlich eine leichte Annäherung der Warenkorbpreise.
So war der Warenkorb in den drei Drogeriemärkten in Innsbruck (Müller 43,46, Bipa 43,62, dm 44 Euro) heuer erstmals günstiger als der teuerste in München (Tengelmann 46,32 Euro).

Dennoch kostete der Warenkorb mit den 18 Artikeln in München im Schnitt nur 35,76 Euro, in Innsbruck im Schnitt hingegen immer noch 50,55 Euro.

Gleicher Markt, großer Unterschied

Gerade auch bei Anbietern, die in Bayern und Tirol Filialen betreiben, fielen wieder große Preisunterschiede auf:
So kostet der Warenkorb bei dm in München 32,85 Euro, bei dm in Innsbruck hingegen 44 Euro.
Ein ähnliches Bild ergab sich bei Müller: In München kostet der Warenkorb 33,85 Euro, in Innsbruck 43,46 Euro.

„Wie schon nach den letzten Erhebungen wird die AK Tirol sowohl Bundeswettbewerbsbehörde, als auch Europäische Kommission über die aktuellen Ergebnisse informieren und entsprechende Maßnahmen fordern. Denn solche Preisunterschiede sind mit nichts zu rechtfertigen“, so AK Präsident Erwin Zangerl. „Die Wettbewerbshüter haben mittlerweile versprochen, ein wachsames Auge auf die Preisgestaltung zu richten. Die Europäische Kommission blieb jedoch bis dato leider untätig. Deshalb fordern wir sie neuerlich auf, entsprechende Untersuchungen einzuleiten, um den nicht nachvollziehbaren Preisunterschieden bei identen Produkten auf den Grund zu gehen.“

Zur Erhebung

Für den Preis-Check wurden im Oktober 2016 die Preise für 18 idente Drogerieartikel in jeweils acht Märkten in Innsbruck und München verglichen.

Alle erhobenen Preise sind Bruttopreise, also inklusive der jeweiligen Umsatzsteuer von 20 % in Österreich und 19 % in Deutschland.
Sämtliche Preise wurden ohne Berücksichtigung einer Kundenkarte bzw. von Mengenrabatten erhoben. So wurde der Preis herangezogen, der am jeweiligen Tag für das jeweilige Produkt zu bezahlen gewesen wäre, sohin auch Aktionspreise, die an diesem Tag gegolten haben.

Tiroler zahlen mehr für Drogerieartikel

Preisunterschiede bis zu 240 % stellte die AK Tirol bei ihrer Erhebung fest, je nachdem, ob die Produkte in Innsbruck oder München gekauft werden.

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