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27.10.2020

Drogerieartikel-Preisvergleich 2020: Teils große Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland

Bereits zum 8. Mal hat die AK Tirol eine vergleichende Preiserhebung bei Drogeriewaren durchgeführt, diesmal – auch „Corona bedingt“ – erstmals als „Online-Preiserhebung“. Und auch diesmal sind die Preisunterschiede zwischen österreichischen und deutschen Anbietern teilweise eklatant.

Die Produkte sind die gleichen, trotzdem müssen Konsumenten bei österreichischen Anbietern für viele Artikel oft ein Vielfaches dessen bezahlen, was die Waren bei deutschen Anbietern kosten. Der größte Preisunterschied wurde beim Roll-on-Deo von CD mit 163,20 % festgestellt. Während das Produkt bei deutschen Anbietern  schon ab € 1,25 zu haben war, musste man bei österreichischen Anbietern bis zu € 3,29 dafür bezahlen. Durchschnittlich kostete der aus 15 Artikeln bestehende Warenkorb bei österreichischen Anbietern € 40,33, bei deutschen Anbietern € 30,81. Damit war der Warenkorb bei den österreichischen Anbietern um 30,90 % teurer.

Der Test

Im aktuellen Test hat die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol erstmals die Preise für idente Markendrogerieartikel in Supermärkten und Drogeriemärkten online erhoben. Alle Produkte des Warenkorbes waren sowohl in Österreich als auch in Deutschland erhältlich. Die Erhebung erfolgte auf Basis gänzlich identer Produkte. Der Warenkorb umfasste 15 Artikel, von Pflegeartikeln bis Reinigungsmittel. Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten erhoben, auch Mengenrabatte wurden nicht miteinbezogen. Es wurde der Preis zu Grunde gelegt, den ein Konsument für ein Produkt an dem Tag der Erhebung bezahlen hätte müssen (Aktionspreise wurden berücksichtigt).

Zur Erhebung

Die Erhebung wurde im September (KW 39) vom 21.09.2019 bis 25.09.2019 durchgeführt. Die Erhebung wurde online in Österreich bei Interspar, DM, Müller, BIPA, Billa und MPreis, sowie online in Deutschland bei DM, Müller, Rossmann, Edeka und Rewe durchgeführt.

Der Warenkorb

Der Preis für den günstigsten Warenkorb betrug bei österreichischen Anbietern € 36,92 (MPreis), für den teuersten Warenkorn € 49,55 (Billa), während der günstigste Warenkorb bei den deutschen Anbietern um € 29,25 (Müller), der teuerste um € 32,99 (Edeka) erhältlich war. Durchschnittlich kostete der Warenkorb bei den österreichischen Anbietern € 40,33, bei den deutschen Anbietern € 30,81, somit muss bei den österreichischen Anbietern im Schnitt um 30,90 % mehr bezahlt werden.

Vergleicht man den günstigsten deutschen Warenkorb (€ 29.25 bei Müller) mit dem teuersten österreichischen Warenkorb (€ 49,55 bei Billa) so kommt man auf eine Differenz von 69,40 %.

Die eklatantesten Preisunterschiede:

  • Der eklatanteste Preisunterschied zeigte sich beim Roll-on-Deo von CD mit 163,20 %. Für das Deo musste man in Österreich bis zu EUR 3,29 bezahlen. In Deutschland hingegen war das Produkt schon ab € 1,25 erhältlich.
  • Platz zwei der größten Preisunterschiede belegte der Klarspüler von Somat mit einem Preisunterschied von 155,90 %,
  • gefolgt von der sanften Reinigungsmilch von Nivea mit einem Preisunterschied von 155,79 % sowie
  • Penaten Shampoo mit einem Preisunterschied von 115,98 %.

Der geringste Preisunterschied war bei den feuchten Toilettentüchern von Tempo festzustellen, lag jedoch immer noch bei 9,66 %.

Gleicher Anbieter – großer Unterschied

Gerade auch bei Anbietern, die in Deutschland und Österreich anbieten, fielen wieder große Preisunterschiede auf. So kostete der Warenkorb bei DM in Deutschland € 29,55, in Österreich € 37,40, was einem Preisunterschied von 26,57 % entspricht. Auch bei Müller in Deutschland war der Warenkorb günstiger – so waren die Produkte beim deutschen Anbieter um € 29,25 und beim österreichischen Anbieter um € 37,27 erhältlich. Auch hier ist ein Preisunterschied von knapp 27,42 % gegeben. Für diese wesentlich höheren Preis gibt es keine nachvollziehbare Begründung, auch die Umsatzsteuer (Österreich 20 % und in Deutschland derzeit 16 %) liefert keine ausreichende Erklärung für die teilweise exorbitant hohen Preisunterschiede.

Europäische Kommission bestätigt Problem

Im jährlich von Seiten der Europäischen Kommission erstellten Länderbericht Österreich wurden bereits im Vorjahr hohe Preisunterschiede im Einzelhandel im Vergleich zu Nachbarländern festgestellt. Und auch im Länderbericht Österreich 2020 wurde dieser Unterschied für den Lebensmittelsektor neuerlich hervorgehoben. Die Europäische Kommission ist nunmehr gefordert, nicht nur bei den Lebensmittelpreisen, sondern auch bei den Drogerieartikeln der nicht nachvollziehbaren Ungleichbehandlung bei Drogerieartikelpreisen auf den Grund zu gehen und einen Riegel vorzuschieben.

Die Details zur Erhebung gibt es auf ak-tirol.com

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