16.12.2015
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Studentenfutter im AK Test: Große Unterschiede bei Zutaten und Preis

Sieben verschiedene Nuss-Frucht-Mischungen standen am Prüfstand der AK Konsumentenschützer: Nicht nur die Zusammensetzung der jeweiligen Produkte, auch die Preise variierten stark. Aus lebensmittelrechtlicher Sicht war jedoch keine Probe zu beanstanden.

Sie gelten als gesunder Snack, der Geist und Körper mit einem Energiekick versorgt und die Konzentrationsfähigkeit unterstützt: Die Mischungen aus Nüssen und Trockenobst, die seit Jahrhunderten als Studentenfutter bekannt sind.

Aufmerksamen Konsumenten fallen freilich auch bei diesen Produkten Unterschiede auf. Bei den Preisen, vor allem aber auch bei der Zusammensetzung. Denn diese bestimmt jeder Hersteller selbst. Interessante Details dazu liefert jetzt ein aktueller Test, für den die Konsumentenschützer der AK Tirol sieben Nuss-Trockenobst-Mischungen unter verschiedensten Blickwinkeln unter die Lupe nahmen.

Das AGES-Testergebnis
Alle sieben Produkte wurden von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt AGES sensorisch und mikrobiologisch auf Verunreinigungen und Belastungen wie Schimmel, Salmonellen, E. coli und vor allem Aflatoxine und Ochratoxin A untersucht, also auf Schimmelpilzgifte, sogenannte Mykotoxine, die Leber und Niere schädigen können und als krebserregend gelten.

Sämtliche Proben waren aus lebensmittelrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden und damit verkehrsfähig. In zwei der sieben Proben wurden allerdings Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) in geringen Mengen festgestellt. Da die Werte unterhalb der Bestimmungs- bzw. Höchstgehaltgrenze lagen, waren die Produkte rechtlich in Ordnung. Dennoch wurden die Lebensmittelhändler zur entsprechenden Überprüfung aufgefordert, um lückenlose Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

Daneben ist für Konsumenten natürlich interessant, welche Nüsse und welches Trockenobst sie für ihr Geld bekommen:

Das Mischverhältnis
Die genaue Zusammensetzung von Nüssen und Trockenfrüchten im Studentenfutter ist gesetzlich nicht geregelt. Bei den getesteten Produkten lag das Verhältnis im Schnitt bei 58 % Nüssen und 39 % Trockenobst, zusätzlich enthielten einige Proben Schokolade und zugegebenes pflanzliches Öl.
Viele Packungen enthielten allerdings vor allem günstige Erdnüsse und Rosinen. Nur eine Probe enthielt Walnüsse (Seeberger Studentenfutter, gekauft bei Lidl), die meisten Packungen Cashew-Kerne, Mandeln und Haselnusskerne.

Besonders ärgerlich ist, dass das Bild auf der Verpackung sehr oft täuscht! Was in welchen Mengen tatsächlich drin ist, kann man der Zutatenliste entnehmen: Jene, die den größten Anteil am Produkt haben, werden zuerst angegeben. Wovon wenig enthalten ist, steht am Ende der Liste. Bei sechs von sieben Proben war außerdem prozentuell angegeben, wie viel von welcher Zutat enthalten ist. Lediglich bei einer Probe enthielt die Zutatenliste keine Mengenangabe, hier lässt nur die Reihenfolge der Auflistung eine Vermutung zu, was zu welchem %-Satz enthalten ist.

Preisunterschiede von mehr als 100 %
Im Schnitt kosten 100 Gramm Studentenfutter 1,62 Euro, je nach Produkt wurden aber beachtliche Preisdifferenzen festgestellt:

  • Am teuersten war das Studentenfutter der Marke Seeberger, mit 1,99 Euro/100 Gramm, am billigsten der Nuss-Mix berry von Hofer für 0,99 Euro/100 Gramm.

Allerdings sollte beim Preisvergleich auch die Zutatenliste berücksichtigt werden: Sie enttarnt, ob das Produkt vorwiegend aus billigen Erdnüssen und Rosinen besteht, oder ob teurere Nüsse wie Cashew-, Walnuss- oder Paranuss-Kerne enthalten sind.

  • Im AK Test enthielt das teuerste Produkt (Seeberger Studentenfutter, gekauft bei Lidl) 57 % Nusskerne, nämlich Haselnüsse, Mandeln, Cashew- und Walnusskerne in dieser Reihenfolge und 43 % getrocknete Weinbeeren.
  • Das billigste Produkt (Nuss-Mix berry, gekauft bei Hofer) enthielt 48 % Nusskerne (Erdnüsse, Pekan-Kerne, Mandeln) und 37 % Trockenfrüchte (Cranberries und Kirschen).
  • Auch das zweitbilligste Produkt (Cranberry Nut Mix, gekauft bei Interspar) enthielt 53 % Nusskerne (Erdnüsse, Mandeln und Cashew-Nüsse) und 45 % Trockenfrüchte (Cranberries und Rosinen).
  • Den höchsten Nusskernanteil liefert das Studentenfutter von Ültje mit 70 %, allerdings sind neben Cashew-Kernen und Mandeln am meisten Erdnüsse enthalten.

Wer also Wert auf eine ausgewogene und vielfältige Mischung legt, sollte sich das Zutatenverzeichnis genau anschauen – und ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

AK Tipps
  • Auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten und Zutatenliste studieren.
  • Ungeöffnet ist Studentenfutter grundsätzlich viele Monate haltbar.
  • Nach dem Öffnen sollte es aber innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
  • An einem dunklen, kühlen Ort lagern, weil Nüsse sonst leicht ranzig werden.
  • Schmecken die Nüsse bitter, besser darauf verzichten.


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