19.7.2016
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Reiserücktritt für Nizza- und Türkei-Urlauber

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Türkei und in Frankreich/Nizza sind viele Konsumenten, die eine Urlaubsreise in eines dieser Länder geplant haben, verunsichert. Die AK Tirol informiert über die rechtlichen Möglichkeiten rund um einen Rücktritt.

Wenn nach der Reisebuchung unvorhersehbare Ereignisse eintreten, die eine Reise unmöglich oder unzumutbar machen, kann man die Reise wegen „Wegfalls der Geschäftsgrundlage“ kostenfrei stornieren.

Kein Rücktrittsrecht besteht, wenn sich nur ein sogenanntes allgemeines Lebensrisiko verwirklicht. Dagegen gibt es ein kostenloses Rücktrittsrecht, wenn die Gefahr so hoch erscheint, dass ein durchschnittlicher Reisender die Reise nicht antreten würde, wie etwa bei Terrorakten gegen Touristen und fortgesetzten Terrordrohungen.
Eine solche Intensität und Unzumutbarkeit wird jedenfalls angenommen, wenn eine offizielle „Reisewarnung“ des Außenministeriums vorliegt. Aber es kann auch ohne eine solche Reisewarnung ein Rücktrittsrecht bestehen, wenn sich die Unzumutbarkeit aus seriösen Medienberichten ergibt.

Antritt der Reise nicht zumutbar?

Derzeit gibt es zwar keine Reisewarnung für die von den aktuellen Ereignissen betroffenen Gebiete, weder für Frankreich noch für die Türkei. Allerdings rät das Außenministerium zu erhöhter Vorsicht bei Türkeireisen, insbesondere auf stark frequentierten Plätzen und touristischen Sehenswürdigkeiten. Ferner wird empfohlen, die betroffene Region in Nizza zu meiden. Hinzu kommt, dass in Nizza geplante Veranstaltungen wie z. B. ein Rihanna-Konzert, das Nice Jazz Festival oder Märkte abgesagt wurden und der Besuch von Plätzen, die bei Nizza-Touristen sehr beliebt sind, derzeit nicht möglich ist.
Somit kann ein Reiseantritt im Einzelfall trotz Fehlens einer Reisewarnung konkret unzumutbar sein.

Bei der Prüfung, ob ein Wegfall der Geschäftsgrundlage und damit ein kostenloses Storno-Recht vorliegen, sind die konkrete Reisebuchung, insbesondere die Region und der Zeitpunkt der Reise zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt, je länger es noch bis zum Reiseantritt dauert, umso eher muss man zunächst die weitere Entwicklung abwarten.
Die abschließende Entscheidung, ob ein kostenloses Stornorecht besteht oder nicht, liegt im Konfliktfall bei den Gerichten.

Der Reiseveranstalter kann die Buchung aufrechterhalten, indem er eine zumutbare Umbuchung bzw. Alternative anbietet. Aktuell werden von Reiseveranstaltern offenbar kostenlose Umbuchungen von Türkei- oder Nizza-Reisen angeboten.

AK Tipps:

  • Entscheiden Sie für sich, ob Sie die Reise antreten möchten oder auf Grund der Risikolage nicht reisen werden.
  • Wenn Sie zurücktreten wollen, nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter Kontakt auf und versuchen Sie eine Lösung zu finden.
  • Nehmen Sie eine kostenlose und zumutbare Umbuchung Ihres Reiseveranstalters an. Ist die Umbuchung aus Ihrer Sicht aus guten Gründen abzulehnen, sollten Sie das schriftlich machen und diese Gründe auch anführen.
  • Akzeptiert der Reiseveranstalter einen kostenlosen Rücktritt nicht und bietet er auch keine Umbuchungsmöglichkeit an, sollten Sie Ihren Rücktritt schriftlich erklären. Stützen Sie sich dabei auf den „Wegfall der Geschäftsgrundlage“. Eine Stornogebühr sollten Sie nur „vorbehaltlich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ begleichen oder bereits geleistete Zahlungen zurückfordern.
  • Informieren Sie sich am besten schon vor der Buchung auf der Webseite des Außenministeriums www.bmeia.gv.at über die Sicherheitslage im Reiseland.

Wer eine Reise trotz erhöhter Sicherheitsgefährdung antritt, sollte während seines Aufenthalts kein unnötiges Risiko eingehen und immer den Anweisungen der Sicherheitsbehörden folgen. Außerdem sollten Sie sich danach auch im Urlaubsland regelmäßig über die Sicherheitslage vor Ort informieren.

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