7.7.2015
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Sicher unterwegs mit den 10 AK Urlaubstipps

Spätestens, wenn die Sommerhitze die Luft zum Flimmern bringt, dann grassiert es auch in Tirol: Das Reisefieber. Doch leider schützt Urlaub nicht vor unangenehmen Überraschungen und Zwischenfällen.

Hier finden Sie 10 Tipps der AK Reiserechtsexperten, mit denen Sie vorab Enttäuschungen vorbeugen bzw. im Fall des Falles kühlen Kopf bewahren können. Nach der Rückkehr helfen die AK Konsumentenschützer, wenn es darum geht, Ihre Rechte durchzusetzen. Wie etwa jenem Tiroler Ehepaar, das im Urlaub rein zufällig von einer Anschlagtafel im Hotel erfuhr, dass der Rückflug umgebuchte würde. Weil dadurch mehr als ein halber Urlaubstag verloren ging, wandten sich die Eheleute an die AK. Und diese konnte von der Airline für die Ehepartner je 400 Euro als Ausgleichsleistung laut EU-Fluggastrechte-Verordnung erstreiten.

Tipp 1: Informieren

Sie wissen, wohin die Reise geht? Sie haben auch schon mehrere Angebote im Internet und in Prospekten gefunden und in Reisebüros angefragt? Dann heißt es jetzt vergleichen. Die Beschreibungen zu den Leistungen sind verbindlich und werden bei Buchung Vertragsinhalt.

Dennoch sollten Sie vielversprechende Formulierungen besonders aufmerksam lesen: So bedeuten „Meerblick“ und „Strandnähe“ nicht unbedingt, dass das Hotel direkt am Strand liegt. Und „zentrumsnahe Lage“ kann ein Indiz auf Umgebungslärm sein. Im Zweifel beim Reisebüro nachfragen! Prospekte aus Beweisgründen aufbewahren, bei Internetbuchungen Screenshots speichern.

Tipp 2: Buchen mit Köpfchen

Sie haben sich entschieden?

Dann klären Sie unbedingt ab, ob es sich bei Ihrer Wahl um ein Pauschalreiseangebot handelt. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Ein Unternehmen haftet für alle Reiseleistungen,
  • die Anzahlung ist beschränkt,
  • alle Zahlungen sind gegen Insolvenz abgesichert.
  • Und wenn auf der Reise etwas schiefgeht, ist die Rechtsdurchsetzung meist einfach.

Bucht man hingegen Hotel, Flug oder andere Leistungen einzeln, so haftet jedes Unternehmen nur für seine eigene Leistung, und bei Problemen muss man sich mit diesen direkt in Verbindung setzen. Möglicherweise kommt sogar das Recht eines anderen Staates zur Anwendung oder der Gerichtsstand liegt im Ausland, was den Aufwand für eine Rechtsdurchsetzung erhöht. Zudem ist keine einheitliche Insolvenzabsicherungspflicht vorgeschrieben.

Tipp 3: Buchen mit Netz

Weil allzu vertrauensselige Buchungen im Internet Konsumenten immer wieder teuer zu stehen kommen, sollten Sie die folgende Check-Liste beachten:

  • Kontrollieren Sie vor dem Absenden noch einmal alle Daten. Die Korrektur von Eingabefehlern verursacht oft zusätzliche Kosten.
  • Insbesondere beim Buchen von Flügen müssen die Daten mit jenen im Reisepass übereinstimmen, sonst kann die Airline sogar die Beförderung verweigern.
  • Kontrollieren Sie die Informationen über den Reiseveranstalter, Anschrift und Kontaktmöglichkeit und
  • vergewissern Sie sich (immer vor Bekanntgabe Ihrer Kreditkartennummer), dass der Veranstalter eine Insolvenzabsicherung hat.
  • Unmittelbar nach der Buchung müssen Sie eine schriftliche Bestätigung erhalten, die noch einmal alle relevanten Reise- und Kontaktdaten enthalten muss.

Tipp 4: Pass, Visum & Co.

Bei manchen Ländern wird auch die Frage nach der Sicherheit zum Thema. Auf www.bmeia.gv.at, der Homepage des Außenministeriums, finden sie aktuelle Informationen sowie die Einreisebestimmungen für österreichische Staatsbürger.

Zu Pass- und Visumbestimmungen, Fristen und Versicherungen muss auch das Reisebüro informieren.

Achtung: Für Personen, die nicht österreichische Staatsbürger sind, können andere Bestimmungen gelten!

Tipp 5: Auf Nummer sicher

Führt Sie der Urlaub in ein exotisches Land oder in eine Gegend mit schlechter medizinischer Versorgung? Dann erkundigen Sie sich unbedingt zu Hygiene-Tipps und Impf-Empfehlungen.

Auch der Abschluss einer Reisekrankenversicherung ist hier sinnvoll, weil sie alle Kosten übernimmt, die eine gesetzliche Versicherung nicht abdeckt.

Innerhalb der EU besteht mit der E-Card Anspruch auf die unverzüglich notwendigen Sachleistungen. Ergänzt werden sollte diese durch Reiseunfall- und Heimtransportversicherung.

Versicherungen bieten umfassende Leistungspakete an, die auch eine Stornokostenversicherung beinhalten (mehr dazu im Tipp 6).

Tipp 6: Richtig stornieren

So ein Pech: Der Urlaub ist gebucht, und dann kommt etwas dazwischen. Wer die Reise nicht antreten kann oder will, dem werden Stornogebühren verrechnet.
Bei langfristigen Pauschalreisebuchungen betragen diese etwa ab 10 % des Reisepreises. Um vieles teurer kann es bei kurzfristigen Buchungen oder Nur-Flug-Tickets in der günstigsten Preiskategorie werden- mit bis zu 100 % Stornogebühren!

Hier hilft eine Stornoversicherung, sie gilt aber nur für bestimmte Fälle, wie eine plötzliche Erkrankung.

Keine Stornogebühren dürfen hingegen verrechnet werden

  • bei „Wegfall der Geschäftsgrundlage“ – wenn sich nach dem Buchen wesentliche Umstände ändern, etwa durch Terrordrohungen oder Naturkatastrophen, und
  • wenn das Reiseunternehmen die Leistung einseitig erheblich ändert. Dies kann der Fall sein, wenn Abflug- oder Zielflughafen verlegt, Flugzeiten geändert oder Preise erhöht werden, und wenn Lage oder Ausstattung des Hotels vom gebuchten Domizil abweichen.
    Wenn Reisende solche Änderungen akzeptieren, können sie eine Preisminderung verlangen und darüber hinaus Schadenersatzansprüche geltend machen, etwa für Fahrtkosten zum geänderten Flughafen.

Tipp 7: Plastik oder Banknoten?

Mit der Bankomatkarte können Sie in Ländern der Eurozone spesenlos Bargeld beheben und in vielen Geschäften bezahlen. Bei der Kreditkarte fallen bei Geldbehebungen jedoch hohe Spesen an. Deshalb im Euro-Raum mit der Bankomatkarte Geld beheben und mit der Kreditkarte bezahlen.

Notieren Sie alle Servicenummern, damit Sie Ihre Karten im Notfall – bei Verlust oder Diebstahl – sofort sperren lassen können.

Reiseschecks sind zwar teuer, weil sowohl beim Kauf, als auch beim Einlösen Spesen anfallen. Dafür sind sie aber sicher, denn bei Verlust werden sie ersetzt. Einzige Voraussetzung: Sie müssen die am Scheck aufgedruckte Nummer angeben können.

Griechenland-Urlauber sollten aufgrund der aktuellen Situation mehr Bargeld mitnehmen, möglichst in kleiner Stückelung.

Tipp 8: Ihr Recht als Passagier

Neben nationalen Bestimmungen regeln auch EU-Verordnungen und internationale Übereinkommen die Rechte von Passagieren beim Transport mit Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus.

So sind Flugpassagiere durch die Verordnung (EG) 261/2004 bei Annullierung, Nichtbeförderung und Verspätung von Flügen geschützt. Am wichtigsten sind dabei in der Praxis Ansprüche auf Betreuungsleistungen, alternative Beförderung und pauschale Ausgleichszahlungen. Letztere betragen – kilometerabhängig – 250, 400 oder 600 Euro pro Passagier.  Um diese Rechte geltend zu machen, müssen Sie sich an die Airline wenden, die den Flug tatsächlich ausführt bzw. ausführen sollte.

Verspätung oder Beschädigung von Reisegepäck ist von der Airline zu ersetzen, die das Flugticket verkauft hat, bei Pauschalreisen vom Veranstalter. Achtung, hier gelten sehr kurze Fristen: Für Flüge von und in ein EU-Land sind dies bei Beschädigung 7 Tage, bei Verspätung 21 Tage nach Rückgabe des Gepäckstücks. Nähere Informationen liegen auf allen Flughäfen in der EU und bei den Airlines auf.

Tipp 9: Statt top ein Flop

Auch das noch! Die Hotelzimmer sind verdreckt, das Essen ungenießbar und vom versprochenen Pool fehlt jede Spur!
Aber wer hilft bei Problemen und Mängeln am Urlaubsort? Verlangen Sie zuerst beim Vertreter des Reiseveranstalters Verbesserung. Hilft das nicht, dokumentieren Sie die Mängel mit Fotos, Videos, Zeugenaussagen oder einer Bestätigung des Reiseleiters. Sie können bis 2 Jahre nach der Reise Preisminderung verlangen.

Eine Orientierungshilfe über die jeweilige Höhe bietet die „Frankfurter Tabelle“ im Internet. Fehlt etwa der im Prospekt zugesagte Tennisplatz, die Minigolfanlage oder die Tauchschule, können Sie ca. zwischen 5 und 10 % des Preises zurückverlangen. Auch ein Ersatz für entstandene finanzielle Schäden oder entgangene Urlaubsfreude ist möglich.

Tipp 10: Souvenir, Souvenir

Innerhalb der EU können Sie Waren für den Eigenbedarf in unbegrenzter Menge und ohne Preislimit kaufen und importieren. Für Tabakwaren und Alkoholika gibt es Richtwerte, die aber bei Darlegung des Eigenbedarfs überschritten werden können.

Alle aktuellen Freigrenzen finden Sie auf der Seite des Finanzministeriums – oder über die dort bereitgestellte neue App bmf.gv.at/kampagnen/bmf-zoll-app.html

AK Broschüren-Tipp

Mit der AK Broschüre „Tipps für einen unbeschwerten Urlaub“ sind sie stets gut informiert! Am besten gleich herunterladen (siehe Infobox)


Telefonieren und Surfen im EU-Urlaub

Zusatzkosten für das Roaming sind in der EU nicht gänzlich abgeschafft. Was sich heuer bei EU-Auslandsgesprächen, SMS und im Web ändert.

AK hilft bei Reisemängeln

Vom verdreckten Pool über schlechtes Essen bis hin zu verlorenen Urlaubstagen wegen umgebuchter oder verspäteter Flüge: Die AK hilft weiter.

Tücken des Rei­se­ka­ta­lo­ges

Nicht alle Be­sch­rei­bun­gen halten, was sie ver­spre­chen. Doch alles, was im Prospekt beschrieben und bebildert ist, gilt als zugesagt.

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