Flugverspätung, Überbuchung und An­nullierung

Die wichtigsten Rechte bei Überbuchung, Flugabsagen und größeren Ver­spät­ung­en: Voraussetzung ist, dass der Passagier zur angegebenen Board­ing­time oder 45 Minuten vor Abflug eingecheckt hat. Vor­aus­setz­ung ist auch, dass der Flug von einem EU-Land ausgegangen ist oder bei Flügen aus einem Drittland in die EU, dass die Fluglinie ihren Sitz in der EU hat.

Bei Überbuchung

Die Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, vorweg nach Freiwilligen zu such­en, die vom Flug zurücktreten. Fluggäste, deren Flug überbucht ist, haben folg­ende Rechte:

Ein Wahlrecht zwischen

  • der vollständigen Rückerstattung des Preises für den nicht konsumierten Teil der Reise oder auch des gesamten Ticketpreises, wenn der Flug ins­ge­samt zwecklos geworden ist,
  • der schnellstmöglichen anderweitigen Beförderung zum Endziel oder
  • einer Umbuchung zu einem für Sie geeigneten späteren Zeitpunkt.

Sie haben Anrecht auf Mahlzeiten und Erfrischungen abhängig von der Warte­zeit, wenn notwendig auf eine Übernachtung im Hotel sowie auf 2 Telefonate, Emails, Telexe oder Faxe.

Zusätzlich haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung, und zwar

  • bei Flügen bis 1.500 km: 250 Euro
  • bei Flügen in der EU über 1.500 und bei anderen Flügen von 1500 km bis 3.500 km: 400 Euro
  • bei allen übrigen Flügen über 3.500 km: 600 Euro Dies gilt für Linienflüge, Charterflüge, Pauschalreisen. 

Flug wird abgesagt

Fluggäste, deren Flug abgesagt wird, haben folgende Rechte:

Ein Wahlrecht zwischen

  • der vollständigen Rückerstattung des Preises für den nicht konsumierten Teil der Reise oder auch des gesamten Ticketpreises, wenn der Flug ins­ge­samt zwecklos geworden ist,
    der schnellstmöglichen anderweitige Beförderung zum Endziel oder
  • einer Umbuchung zu einem für Sie geeigneten späteren Zeitpunkt. Sie hab­en Anrecht auf Mahlzeiten und Erfrischungen abhängig von der Warte­zeit, wenn notwendig auf eine Übernachtung im Hotel, auf 2 Telefonate, Emails, Telexe oder Faxe.

Zusätzlich haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung, und zwar

  • bei Flügen bis 1.500 km: 250 Euro
  • bei Flügen in der EU über 1.500 und bei anderen Flügen von 1500 km bis 3.500 km: 400 Euro
  • bei allen übrigen Flügen über 3.500 km: 600 Euro

Wann gibt es keine Entschädigung?

Keine Entschädigung gibt es, wenn die Fluggesellschaft 2 Wochen vor dem geplanten Abflugtermin über die Annullierung informiert oder wenn bei späterer Information innerhalb genau bezeichneter Fristen eine zumutbare anderweitige Beförderung angeboten wird. Die Airline braucht auch dann keine Ausgleichszahlungen leisten, wenn die Flugabsage durch außer­ge­wöhn­liche Umstände bedingt ist, die sich mit zumutbaren Mitteln nicht vermeiden lassen.

Entschädigung auch bei Technikproblemen

Der Europäische Gerichtshof hat 2008 entschieden, dass technische Probleme nicht von der Zahlung der Entschädigung befreien. Das wäre ausnahmsweise nur dann der Fall, wenn es sich um technische Probleme handelt, die auf Grund ihrer Natur oder Ursache nicht Teil der normalen Ausübung der Tätig­keit der Airline sind und von ihr tatsächlich nicht beherrschbar, wie z.B. tech­nische Defekte infolge eine Sabotageaktes.

Flug ist verspätet

Bei Verspätungen von 2 Stunden (Flüge bis 1.500 km) bzw 3 Stunden (Flüge in der EU über 1.500 und andere Flüge von 1500 km bis 3.500 km) bzw 4 Stunden (alle übrigen Flüge ) haben Reisende Anspruch auf 

  • Mahlzeiten und Erfrischungen abhängig von der Wartezeit
  • 2 Telefongespräche, Telexe, Faxe oder Emails
  • Hotelunterbringung wenn notwendig

Bei Verspätungen von mehr als 5 Stunden können die Fluggäste jedenfalls vom Vertrag zurücktreten und die vollständige Erstattung des Flugpreises ver­langen.

Zusätzlich haben Sie bei einer Verspätung von 3 oder mehr Stunden An­spruch auf eine Entschädigung und zwar

  • bei Flügen bis 1.500 km: 250 Euro
  • bei Flügen in der EU über 1.500 und bei anderen Flügen von 1500 km bis 3.500 km: 400 Euro
  • bei allen übrigen Flügen über 3.500 km: 600 Euro 

Das hat der Europäische Gerichtshof 2009 entschieden. Die Airline braucht aber keine Ausgleichszahlung zu leisten, wenn die Verspätung durch außer­ge­wöhnliche Umstände bedingt ist, die sich mit zumutbaren Mitteln nicht ver­meid­en lassen.

Bei Problemen mit dem Gepäck

Voraussetzung ist eine internationale Beförderung, also ein Flug, der zwischen zwei Vertragsstaaten des Montrealer Abkommens durchgeführt wird oder von einem Vertragsstaat ausgeht und nach einer Zwischenlandung auch in einem Nichtvertragsstaat wieder in denselben Vertragsstaat zurückgeht.

Bei Verspätung von aufgegebenem Fluggepäck haftet die Fluglinie bis zu einer Höchstgrenze von zurzeit etwa 1.300 Euro. Der Schaden muss schriftlich bin­nen 21 Tagen, nachdem das Reisegepäck wieder übergeben wurde, der Flug­linie angezeigt werden. 

Fluggesellschaften müssen Schäden bis zu einer Höchstgrenze von zur Zeit etwa 1.300 Euro ersetzen, wenn Gepäck verloren geht oder beschädigt wird. Die Entschädigungssumme berechnet sich nach dem Wert des Gespäckinhalts auf Grund der Angaben des Flugpassagiers.

Der Gepäcksschaden muss unverzüglich, schriftlich binnen 7 Tagen nach der Gepäckübernahme der Fluglinie angezeigt werden.

Insolvenz der Fluglinie

Flugpassagiere haben kaum Chancen, dass sie bei Insolvenz der Fluglinie im vollen Umfang den Preis für das bezahlte Ticket zurückbekommen oder ihnen auch ein Schaden, den sie dadurch erleiden, ersetzt wird. Luftunternehmen sind nicht verpflichtet, wie Reiseveranstalter, sich gegen Insolvenz zu ver­sich­ern. Fluggäste sind daher mit ihren Forderungen auf das Konkursverfahren verwiesen.

Kontakt

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Mo - Fr von 8 bis 12 Uhr
Mo von 14 bis 16 Uhr und
Mi von 13 bis 17 Uhr

Telefonische Hilfe 

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