Ein Paar sitzt verärgert mit dem Koffer im Wohnzimmer © contrastwerkstatt/stock.adobe.com
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15.12.2020

Online-Plattform Opodo: AK Tirol erzielt Erfolg

2020 war in vielerlei Hinsicht ein Ausnahme-Jahr. Auch für Reisende. Tausende Mitglieder erhielten von den AK Expertinnen und Experten Rat und Hilfe. So wollte etwa die Plattform Opodo vom kostenlosen Rücktrittsrecht bei Pauschalreisen nichts wissen. Die AK Tirol verhalf einem Betroffenen zu seinem Geld.

Sein blaues Wunder erlebte ein Tiroler, der bei der Online-Plattform Opodo für April 2020 eine Pauschalreise (Flug und Hotel) nach Lissabon für 1.509,79 Euro gebucht hatte. Denn als die Flüge wegen Corona von der Fluglinie storniert wurden, war Opodo nur bereit, die Hotelkosten in Höhe von 445,88 Euro zurückzuerstatten (die AK Tirol berichtete).

Inzwischen gibt es einen tollen Erfolg: Die AK Reiserechtsprofis haben für den Konsumenten auch den Restbetrag in Höhe von 1.063,91 erkämpft! „Rechtlich war von Anfang an klar, dass es sich bei der gebuchten Reise um eine Pauschalreise gehandelt hat: Die gebuchte Reise war aufgrund der Annullierung des Fluges ja gar nicht mehr durchführbar, somit hat der Konsument von seinem kostenlosen Rücktrittsrecht gemäß Pauschalreisegesetz Gebrauch gemacht“, betonen die AK Expertinnen und Experten. „Deshalb stand ihm die Refundierung des gesamten Betrages zu.“

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Chronologie

Anfangs hatte der Reisende allein sein Glück versucht und sein Geld bei Opodo eingefordert. Ohne Erfolg. Dann wandte er sich an die Reiserechtsprofis der AK Tirol: Auf deren Intervention hin argumentierte Opodo, dass man als Reisebüro nur einzelne Reiseleistungen vermittelt habe. Deshalb seien die Richtlinien der jeweiligen Anbieter (Beförderer, Hotel) einzeln zu berücksichtigen. Opodo müsse für die Rückerstattung der bezahlten Beträge nicht einstehen.

Doch die AK Expertinnen und Experten ließen nicht locker. Als Opodo sich bereit erklärte, die anteiligen Hotelkosten zu erstatten, bei den noch offenen 1.063,91 Euro für die Flüge aber weiter auf die Fluggesellschaft verwies, gewährte die AK Tirol dem Betroffenen in diesem Musterfall freiwilligen Rechtsschutz.

Knapp vor dem Einbringen der Klage zog Opodo die Reißleine und zahlte auch die noch offenen 1.063,91 Euro zurück.

Hintergrund

Die Online-Buchungsplattform Opodo bietet neben der Vermittlung von Einzelleistungen wie Flug, Hotel etc. auch Kombinationspakete (u. a. „Flug + Hotel“) an. Kunden können Pakete selbst zusammenstellen, abgerechnet wird mit einem einzigen Vertrag über sämtliche Leistungen und zu einem Gesamtpreis. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei somit nicht um vermittelte Einzelleistungen, sondern um Pauschalreisen.

Sobald aber Ansprüche aus Pauschalreisen von Betroffenen geltend gemacht werden, verweist das Unternehmen häufig darauf, (nur) als Reisevermittler tätig zu sein. Kunden, die Pauschalreisen gebucht haben, werden mit Ihren Ansprüchen an die Erbringer der Einzelleistungen verwiesen.

Wer Pauschalreisen bucht, genießt in der EU besonderen Schutz: Es gibt einen Ansprechpartner (den Veranstalter), der sich bei nicht durchführbaren Reisen um die Rückerstattung des Gesamtpreises kümmern bzw. diesen selbst rückerstatten muss.

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E-Mail: konsument@ak-tirol.com 

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