8.5.2017
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AK Test zeigt: Achterbahnfahrt bei Online-Preisen! Preise im Internet werden zunehmend intransparenter

Die Preise für ein und dieselbe Dienstleistung können sich im Internet innerhalb weniger Minuten verändern. Manche sind personalisiert und je nach Endgerät, Tag und Ort unterschiedlich. Preisvergleiche werden damit erschwert und Transparenz geht verloren. Das zeigt ein aktueller AK Test von insgesamt 33 Preisabfragen von über 20 verschiedenen Endgeräten an sechs Tagen.

Die AK hat an sechs Erhebungstagen im März zu einer bestimmten Uhrzeit 33 Preisabfragen auf den Webseiten Amazon, Lufthansa, Air Berlin, Austrian Airlines, Opodo, Booking.com und Heine-Versand durchgeführt. Verwendet wurden über 20 verschiedene Endgeräte, nämlich stationäre PC, Laptops, Notebooks, Smartphones, iPhones und iPads, die über Wien, Niederösterreich, Salzburg, Kärnten und Tirol verteilt waren; ein Laptop wurde in Düsseldorf benützt.

Der AK Test zeigt: Die Preise sind, vor allem im Dienstleistungsbereich (Booking.com und bei Flugbuchungen), zum Teil völlig intransparent. Sie änderten sich teilweise innerhalb von fünf Minuten (etwa bei der AUA um 80 Euro) oder waren unterschiedlich je nach Endgerät, mit dem die Preise abgefragt wurden. Aber: Wer denkt, iPhone- oder iPad-Benutzerinnen und benutzer zahlen grundsätzlich mehr als etwa Smartphone- oder Laptop-Benutzer, der irrt. Es kam auch vor, dass iPhone- und iPad-Benutzer einen um fünf bis zehn Euro geringeren Preis angezeigt bekamen als Nutzer anderer Endgeräte (so bei der Air Berlin).

Preisdifferenzen von bis zu 167 %. Spitzenreiter in Sachen Preis-Intransparenz war die Flugbuchungsplattform Opodo. Je nach Erhebungstag gab es bei der konkreten Flügeabfrage bis zu neun unterschiedliche Preise und Preisdifferenzen von bis zu rund 167 Euro. Es kann aber auch bei Opodo nicht gesagt werden, dass der angezeigte Preis bei Abfrage mittels iPhone teurer wäre als bei Abfrage mittels eines stationären PC. Meist wurde sogar der günstigste und teuerste Preis jeweils über ein anderes iPhone abgefragt.  

Bei Booking.com gab es Preisdifferenzen bei zwei von acht abgefragten Hotels (etwa Madrid je nach Erhebungstag und Endgerät von bis zu 154,35 Euro oder elf Prozent). Bei den anderen Hotels gab es lediglich reine Rundungsdifferenzen.

Nur beim Heine-Versand war bei allen fünf abgefragten Produkten der Preis auf der österreichischen Webseite um bis zu 100 Euro (6,7 Prozent) teurer als auf der deutschen.

Preisschwankungen im Zeitverlauf über die zwei Erhebungswochen konnten bei Amazon (bis zu elf Euro), Lufthansa (bis zu 40 Euro), Air Berlin (bis zu 130 Euro), AUA (bis zu 160 Euro), Opodo (bis zu 113,40 Euro) und Booking.com (bis zu 232,35 Euro) festgestellt werden.

AK für mehr Fairness bei Onlinepreisen!

Bei der AK Erhebung im Vorjahr konnte noch keine personalisierte Preisdifferenzierung festgestellt werden. Jetzt schon! Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Die Preisgestaltung wird immer mehr zur Blackbox.

„Preisvergleiche werden für Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend schwieriger, Preisstrategien von Unternehmen intransparenter“, so die AK Konsumentenschützer. „Konsumentinnen und Konsumenten brauchen beim Online-Shoppen gute Nerven.“ Bei der Erhebung wurden zwar individualisierte Preise noch im geringen Ausmaß festgestellt, es ist jedoch anzunehmen, dass datenbasierte individualisierte Preisdifferenzierung zunehmen wird.

Es wird für den Einzelnen immer schwieriger, einen fairen Marktpreis herauszufinden und eine informierte und wirtschaftlich günstige Entscheidung zu treffen. Zudem kann diese Art der Preisgestaltung schnell zu weitreichenden Eingriffen in die Privatsphäre sowie zu Diskriminierung führen. Daher braucht es auf europäischer Ebene Regelungen für individualisierte Preisdifferenzierung beim Onlinekauf. So sollten Unternehmen verpflichtet sein, ihre Preispolitik offenzulegen, insbesondere ob personenbezogene Daten, Surf- und Kaufverhalten, geografische Lage oder Endgerätetyp Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Auch über ein Verbot der Verwendung bestimmter Merkmale wie Typ des Endgerätes sollte nachgedacht werden. In Bezug auf dynamische Preisgestaltung sollten Preise nur einmal pro Tag verändert werden dürfen.

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