Computer Abzocke © Nmedia, Fotolia.com
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24.11.2021

Lockdown, 2G-Regelung & Black Friday rufen Internet-Betrüger auf den Plan

Gemäß der aktuellen Covid-19-Verordnung dürfen derzeit nur Geschäfte des täglichen Grundbedarfs Kunden empfangen und Waren zum Kauf anbieten. Und laut Ankündigung der Bundesregierung werden Menschen ohne Impfung auch nach dem aktuellen Lockdown bis auf Weiteres keine anderen Geschäfte mehr betreten dürfen, um dort Waren einzukaufen. Damit müssen alle Konsumenten – und nachher immerhin noch etwa ein Drittel – für den Einkauf von Waren wie Kleidung, Sportausrüstungen oder Weihnachtsgeschenke auf das Internet ausweichen und online bestellen – und das zu einer Zeit, in welcher der Handel noch dazu vor Lieferengpässen warnt und zum rechtzeitigen Einkauf vor Weihnachten rät. Der damit zu erwartende neuerliche Online-Boom ist ein gefundenes Fressen für Internetbetrüger. Die AK rät daher gerade in der aktuellen Situation zu besonderer Vorsicht beim Online-Kauf und gibt Tipps.

Schon die bisherigen Lockdowns haben den Boom zum Online-Einkauf befeuert. Jetzt, in einer Zeit, in der traditionellerweise schon viele Weihnachtsgeschenke, aber auch z. B. Sportausrüstungen besorgt werden, ist zu erwarten, dass sich der Trend zum Einkaufen per Mausklick wieder massiv verstärkt. Auch den Internetgaunern bleiben solche Entwicklungen nicht verborgen, zumal etwa auch die Politik in Deutschland die Einführung von 2G-Regeln und neuen Lockdowns in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens diskutiert oder teilweise schon beschlossen hat.

Konsumentinnen und Konsumenten sollten daher gerade jetzt besonders vorsichtig agieren, wenn sie im Internet einkaufen. Erinnert sei – nur als ein Beispiel – an die vielen Fake-Angebote rund um Mangelgüter in den vergangenen Lockdown-Phasen. Betrügerische Banden boten nur zum Schein z. B. Spielkonsolen zum Kauf an, die tatsächlich aber nirgends lieferbar waren, und kassierten enorme Summen an Vorauszahlungen, um sich anschließend mit dem Geld aus dem Staub zu machen. Die Konsumentenschützer der AK Tirol kennen die Gefahren und Fallen, die gerade jetzt beim Online-Kauf lauern, geben wichtige Tipps und stehen für Informationen und Fragen rund um den Einkauf im Internet gerne zur Verfügung.

Tipps der AK Tirol:

  • Kaufen Sie nach Möglichkeit nur bei Online-Händlern, die sie schon als vertrauenswürdig kennengelernt haben.
  • Lassen Sie sich nicht (allein) von einem scheinbar günstigen Preis locken. Gerade Black-Friday-Angebote betreffen oft Auslauf- oder Vorjahresmodelle, deren Stattpreise längst nicht mehr stimmen. Also genau vergleichen!
  • Bei Ersteinkäufen in neuen Shops sollten keine Vorauszahlungen geleistet, sondern sichere Zahlungsmethoden bevorzugt werden. Größtmögliche Sicherheit haben Konsumenten bei „Kauf auf Rechnung“. Hier kann die Lieferung der Ware abgewartet und nach Erhalt und Kontrolle die Rechnung bezahlt werden.
  • Wenn Sie einen Online-Shop noch nicht kennen, dann googeln Sie den Namen oder die Internetadresse gemeinsam mit dem Stichwort „Erfahrungen“ und sehen Sie sich allfällige Kommentare bisheriger Kunden an. Treffen Sie erst dann Ihre Kaufentscheidung! Gibt es überhaupt keine Einträge, könnte das aber ein Zeichen für einen ganz neuen Shop sein. – Hier ist das Risiko dann als unbekannt und entsprechend hoch einzustufen.
  • Impressum: Suchen Sie auf der Seite des Online-Shops nach dem „Impressum“. Dieses muss gesetzlich vorhanden sein. Fehlt es oder fehlen ausreichende Kontaktmöglichkeiten (Anschrift, Telefonnummer, eMail-Adresse) und ist z. B. nur ein Web-Formular zur Kontaktaufnahme vorhanden – Finger weg von diesem Shop!
  • „Nachricht vom Zoll“: Achtung – Bestellungen, welche aus Drittstaaten, z.B. aus China, der Schweiz, den USA u. a. geliefert werden, unterliegen nunmehr automatisch der Einfuhrumsatzbesteuerung. Die frühere Freigrenze ist gefallen. Bestellungen bei einem chinesischen Lieferanten können damit wesentlich teurer werden als erwartet. Denken Sie vor der Bestellung daran und prüfen Sie gerade auch aus diesem Grund das Impressum, um zu sehen, in welchem Staat das Unternehmen seinen Sitz hat.
  • Achtung: Eine .at- oder .de-Endung der Internetadresse bedeutet nicht, dass das Unternehmen auch seinen Sitz in Österreich oder in Deutschland haben muss.
  • „Niemand schenkt Ihnen was“: Lassen Sie sich nicht von unglaublich günstigen Preisen locken. Wenn Waren bei den meisten anderen Portalen deutlich mehr kosten oder vielleicht sogar ausverkauft sind, dann bleiben Sie skeptisch und verzichten Sie im Zweifel auf eine Bestellung. Wenn das Angebot „unglaublich“ ist, dann glauben Sie auch nicht daran!
  • SMS von Post- bzw. Paketdienstleistern: Regieren Sie nicht auf angebliche Mitteilungen, die Sie per SMS aufs Handy erhalten. Die angeführten Links enthalten gefährliche Viren, die zu finanziellen Schäden führen können.
  • Wann immer Sie vermuten, Opfer eines Betrugs, eines Datenmissbrauchs oder einer anderen strafbaren Handlung geworden zu sein, erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.
Bei Fragen und Problemen stehen die Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer der AK Tirol mit Informationen und Rat unter der kostenlosen Hotline 0800/225522 – 1818 zur Verfügung.

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