Tastatur mit Betrug-Taste © VAR/stock.adobe.com
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23.4.2020

AK Tirol warnt: Corona-Krise wird von Internet-Gaunern ausgenutzt

Die aktuelle Krise bedeutet auch eine schwere Zeit für Konsumenten. Internetgaunern ist das egal. Ganz im Gegenteil versuchen sie noch, die Sorgen und Ängste für perfide Abzockversuche auszunutzen.

Vorsicht: Gaunerei

Jeder zweite Konsument in Österreich ist bereits Opfer von Internetgaunern geworden. Jetzt, da das öffentliche Geschäftsleben reduziert ist, hat das Netz eine besonders wichtige Bedeutung bekommen. Betrügern ist das klar und daher versuchen sie, die Unsicherheit von Internetnutzern für ihre Zwecke zu missbrauchen. Wir geben Tipps, wann und wo im Netz jetzt größte Vorsicht geboten ist.

Fake-Shops 

Onlineshops tauchen auf und verschwinden wieder. Kaufen Sie nur bei Firmen im Netz, mit denen Sie bereits gute Erfahrungen sammeln konnten. Leisten Sie keine Vorauszahlungen. Besonders bei Angeboten von Mangelgütern wie derzeit Schutzmasken, Desinfektionsmitteln, Trockenhefe u.a. ist ein gesundes Misstrauen angesagt. Hier wird oft auch mit der Angst der Menschen gespielt, und es werden vielfach überhöhte Preise verlangt. Vergleichen Sie und lassen Sie die Finger von solchen Angeboten.

Bankdaten-Phishing 

Es kursieren gefälschte eMails, angeblich von Banken, in denen zur Umstellung von SMS-Tan auf Push-Tan aufgefordert wird. Ein Link soll angeklickt und eine App installiert werden. Finger weg – es geht nur darum, an Ihre Bankdaten zu kommen, um später Ihr Konto leer zu räumen. Melden Sie solche eMails umgehend Ihrer Bank.

Fake-Kreditangebote

Viele Menschen plagen jetzt Geldsorgen. Das nützen Gauner aus und bieten Kredite zu traumhaften Konditionen. Achtung: Sie bekommen hier kein Geld, sondern sollen sogar zahlen! Wenden Sie sich bei Geldproblemen an ihre Hausbank (z. B. wegen Stundung der Kreditraten aufgrund Corona-bedingter Einkommensverluste) und an die eingerichteten Härtefonds.

Betrug mit Unterstützung

Besonders perfide ist eine Betrugsmasche, die jetzt neu aufpoppt. Es wird mit der Vermittlung von öffentlichen Unterstützungszahlungen geworben. Aktuell kursieren etwa gefälschte eMails, angeblich von „Sebastian Kurz“ und mit dem Foto des Bundeskanzlers. Es werden „Auszahlungen innerhalb von 72 Stunden“ versprochen. Laut „Watchlist Internet“ führen die entsprechenden Links zu einer Tradingplattform und zu höchst riskanten Bitcoin-Investments.

Unseriöse Job-Angebote

Gerade jetzt sind viele Menschen auf der Suche nach einer Arbeit, um das Einkommen aufzubessern. Aber Vorsicht bei Job-Angeboten die zu märchenhaft klingen (wenig Arbeit – viel Geld), oder bei denen für (Online-)Kurse zuerst bezahlt werden muss: Oft wird Ihnen hier nur Geld aus der Tasche gezogen.

Opfer werden wieder kontaktiert

Konsumenten, die einst auf Werbeversprechen von Online-Trading-Plattformen hereingefallen sind und dabei Geld verloren haben, werden derzeit verstärkt kontaktiert. Diesmal soll angeblich ein Gewinn im Depot liegen. Ziehen Sie Ihre Lehre aus der Abzocke und antworten Sie erst gar nicht!

Angebliche Gewinne

Jeder bekommt gerne was geschenkt. Aber das passiert selten. Selbst bei Gewinnspielen muss man zumindest selbst konkret mitgespielt haben. Deshalb Vorsicht, wenn man sich gar nicht mehr genau erinnern kann. Derzeit kursieren Gewinnverständigungen per eMail oder SMS, bei denen „lediglich“ Transportkosten für die Lieferung des Gewinns anfallen würden: 1 oder 2 Euro. Und dafür soll die Nummer der Kredit- oder der Debitkarte übermittelt werden. Finger weg! Hier wollen Gauner nur weitaus höhere Geldbeträge abbuchen.

Verkaufsportale: Gefährlicher Dreiecksbetrug

Viele Menschen sind derzeit auf der Suche nach Einkommensquellen. Manche denken dabei auch daran, (wertvolle) Gegenstände über private Verkaufsportale zu veräußern. Eine Idee, bei deren Umsetzung jedoch größte Vorsicht geraten ist. Der aktuell grassierende „Dreiecksbetrug“ funktioniert so: Für die angebotene Ware meldet sich ein Interessent. Der Verkauf wird vereinbart. Der falsche Käufer annonciert den Kaufgegenstand sofort (vor Bezahlung) auf einer anderen Plattform. Findet er ein zweites Opfer, gibt er diesem die Kontonummer des eigentlichen Verkäufers. Opfer 2 überweist den Betrag. Der Verkäufer (Opfer 1) versendet die Ware an den Betrüger. Zwar hat der Verkäufer zunächst sein Geld, aber der ehrliche Käufer bekommt keine Ware und erstattet später Anzeige gegen den Verkäufer und will sein Geld zurück.

Unklar & unpräzise

Ein besonders perfides Beispiel unseriöser Jobangebote ist die „Einladung“, das eigene Bankkonto für Empfang und Weiterüberweisungen von größeren Geldbeträgen zu verwenden. Im Gegenzug dafür lockt eine Provision. Allerdings handelt es sich dabei meist um nichts anderes als Geldwäsche, bei der Anzeigen und gerichtliche Strafen drohen. Deshalb: Finger weg!

Die Trading-Blender

Viel Geld in relativ kurzer Zeit versprechen auch Trading-Plattformen im Internet. Zahlreiche Einschaltungen im Netz, z. B. vor Youtube-Clips, werben gerade jetzt dafür. Das Geschäftsmodell ist so simpel wie gefährlich: Teils beachtliche Geldbeträge müssen vorab einbezahlt und oft zusätzlich teure Onlinekurse gebucht werden. Will man sein investiertes Geld später zurück oder angebliche Gewinne ausbezahlt, erfinden die Täter zahlreiche Ausreden und sind letztlich überhaupt nicht mehr erreichbar. Es bleibt nur noch die Anzeige bei der Polizei, das Geld ist meist für immer verloren. 

Vorsicht statt Nachsicht

Die Liste an derzeit grassierenden betrügerischen Maschen im Internet wäre beliebig erweiterbar. Daher sollten Sie jetzt besonders vorsichtig sein, skeptisch bei zu gut klingenden Angeboten und die „3 goldenen Regeln“ der Konsumentenschützer der AK Tirol beherzigen: 
1. Niemand schenkt Ihnen was.
2. Wenn jemand Ihre Daten haben will, dann hat er einen Grund.
3. Denken Sie daran: 100-prozentig geschützt sind nur jene Daten, die Sie NICHT bekannt geben.

Bei Fragen und Problemen helfen die Konsumentenschützer der AK Tirol unter 0800/22 55 22 – 1818

Kontakt

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E-Mail: konsument@ak-tirol.com 

Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen per E-Mail nur eine erste Orientierung anbieten können.