Portrait Faule Kreditversprechen © styleuneed, Fotolia
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20.10.2020

Santander forderte fast 30 Jahre nach Autokauf 49.200 Euro von Mitschuldnerin

49.200 Euro sollte eine Raumpflegerin zahlen, weil sie vor fast 30 Jahren bei einem Autokauf ihres Vaters den Kreditvertrag als Mitschuldnerin unterschrieben hatte. Die AK Tirol gewährte ihr freiwilligen Rechtsschutz für die Klage bei Gericht, jetzt wurde die Frau aus der Haftung entlassen.

Konsumentenschützer warnen immer wieder vor voreiligen Unterschriften von Mitkreditnehmern oder Bürgen, die sich oft nicht der Tragweite ihrer Unterschrift bewusst sind. Was das bedeuten kann, musste auch eine Raumpflegerin erfahren, als nach Jahren im Herbst 2019 ein Inkassobüro anklopfte. 49.200 Euro wurden von ihr eingefordert für einen Autokredit ihres Vaters, von dem 1995 – nach der Rückstellung des Fahrzeuges – noch rund 13.500 Euro offen waren.

Verfahrener Karren

1992 war dem Vater ein Kredit für einen Autokauf gewährt worden. – Obwohl den Verantwortlichen der (damaligen) AVA-Bank GmbH (heute Santander Consumer Bank GmbH) klar gewesen sein muss, dass der Hausmeister die Raten mit seinem niedrigen Einkommen niemals zahlen kann. Also musste ein weiterer Mitschuldner her, und der war mit der Tochter des Kunden rasch gefunden: Einer Raumpflegerin, die monatlich gerade einmal 5.000 Schilling (363 Euro!) verdiente.

Der Frau war sicher nicht bewusst, was sie da unterschrieben hat. Es kam, wie es kommen musste: Der Vater konnte die Raten nicht zahlen, das Auto wurde im Mai 1995 eingezogen, und damit war noch eine Restforderung in Höhe von 13.567 Euro offen. Diese explodierte bis 2019 aber dann durch Zinsen und Spesen auf stattliche rund 49.199 Euro (!), die ein Inkassobüro zuletzt bei der Tochter eintreiben wollte! Obwohl sie vom Auto keinerlei persönlichen Vorteile hatte, nie damit gefahren ist – ja nicht einmal einen Führerschein besitzt!

AK Rechtsschutz

Aufgrund dieser besonderen Umstände gewährte die AK Tirol der Frau freiwilligen Rechtsschutz für eine Klage gegen die Bank am Landesgericht Innsbruck, dies mit dem Ziel, der Tochter die große Bürde der Haftung als Mitschuldnerin abzunehmen und sie von dieser existenzbedrohenden Angst zu befreien.

Mit Erfolg

Im Rahmen eines Vergleiches wurde sie vollständig aus der Haftung zum Kreditvertrag entlassen und muss nicht weiter für die Schulden ihres Vaters geradestehen.

Die AK Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer helfen und beraten unter 0800/22 55 22 – 1818 oder via eMail an konsument@ak-tirol.com

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