7.7.2017
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AK Zangerl: Missmanagement der Banker darf nicht auf Kunden und Mitarbeiter abgewälzt werden!

Eine Verbandsklage im Auftrag der AK gegen die Hypo Tirol Bank brachte einen Stein ins Rollen, der sich zur Lawine ausgeweitet hat. Nach einem aktuellen OGH-Urteil müssen Banken negative Zinssätze bei Verbraucherkrediten berücksichtigen und unzulässig kassierte Zinsen rückerstatten. Die Hypo Tirol Bank hat mittlerweile mitgeteilt, dass sie die zuviel verrechneten Zinsen automatisch rückerstatten und alle betroffenen Kunden nach erfolgter Rückerstattung per Kontoauszug verständigen wird, andere heimischen Banken sträuben sich noch. Für AK Präsident Erwin Zangerl eine Frechheit: „Auch die Bankmanager haben sich an die Rechtsprechung zu halten. In Zeiten der Krise kommt das Geld der Steuerzahler gerade recht, wenn es aber darum geht, Vorteile weiterzugeben, wehrt man sich und spricht sogar von Mitarbeiterabbau aufgrund dieses Urteils. Das ist nicht zu akzeptieren. Dagegen werden wir uns im Sinne der Kunden und Bankangestellten wehren.“ Zangerl fordert daher die heimischen Bankmanager auf, allen betroffenen Kreditnehmern die zuviel verrechneten Zinsen automatisch zurückzuerstatten und nicht gegen die Konsumenten und Bankmitarbeiter zu arbeiten.   

Die im Auftrag der AK Tirol eingebrachte Verbandsklage gegen die Hypo Tirol Bank führte zu einem richtungsweisenden Urteil: Banken müssen negative Zinssätze bei Verbraucherkrediten berücksichtigen. Mittlerweile hat dieses Urteil österreichweit hohe Wellen geschlagen und es sieht nicht danach aus, dass sich diese in den nächsten Wochen wieder legen werden. Denn während die Hypo Tirol Bank bereits zugesichert hat, die zu viel verrechneten Zinsen automatisch zurückzuerstatten, sprechen andere heimische Bankinstitute noch immer von einem reinen „Hypo-Urteil“. Für AK Präsident Zangerl ist diese Argumentation unverständlich und fern jeder moralischer Haltung: „Das Urteil lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen, es gilt für alle betroffenen Banken“. Zumal bereits weitere Urteile des OGH die Rechtsansicht der AK Tirol bestätigt haben und damit mittlerweile eine gefestigte Rechtsprechung vorliegt, weiteren Ausreden manch betroffener Bank ist daher mit Nachdruck entgegenzutreten. 

„Es zeigt sich, dass man hier ganz klar gegen die Interessen der Kunden gearbeitet hat und ungeniert weiterarbeiten will. Wenn die Bank schon vom negativen Zinsniveau profitiert, sollten die Manager so viel Anstand besitzen und diesen Vorteil weitergeben. Einerseits kassiert und spekuliert man, andererseits werden Kunden übervorteilt, um nicht zu sagen, abkassiert. Und fühlt sich das Management ungerecht behandelt, wird mit dem Abbau von Bankmitarbeitern gedroht. Ich prophezeie jetzt schon, dass Banken den Erfolg, den die AK für tausende Konsumenten erreicht hat, als geschäftsschädigend hinstellen werden, um damit den Abbau von Mitarbeitern zu rechtfertigen. Darauf werden wir jedoch genau achten und jeden Manager vor den Vorhang bitten. Denn so ein Vorgehen zeugt nicht nur von totalem Missmanagement, sondern auch von einer Moral, die ebenso negativ ist, wie das Zinsniveau, von dem man jetzt über Jahre profitiert hat“, so Zangerl.

Der AK Präsident fordert daher auch alle anderen Banken auf, die eine wie vom OGH festgestellte, rechtlich unzulässige Vorgehensweise gewählt haben, ihre Kreditnehmer von sich aus zu informieren und die unzulässig kassierten Zinsen zurückzuerstatten. Zangerl: „Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, schrecken wir nicht davor zurück, juristische Schritte zu setzen. Wenn sich Banken weigern, wird das auch in diesem Fall nicht anders sein.“

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