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Mit der Kre­dit­ra­te in Verzug?

Ein Auto oder ein Notebook auf Pump abzahlen, das kann teuer werden, warnt die AK. Wird die Kreditrate nicht vom Konto abgebucht, weil man etwa im Minus ist, kann das hohe Spesen verursachen. „Immer wieder kommen Konsumenten in unsere Beratung, weil sie hohe Verzugsspesen zahlen, von der kreditgebenden Bank, aber auch von der Hausbank“, sagt Christian Prantner von der AK Konsumentenpolitik. „In einzelnen Fällen sind das Hunderte Euro an Verzugskosten.“

Forderung

Die AK verlangt daher von den Banken bessere vorvertragliche Informationen über Kosten und Nebenkosten und angemessene Mahnspesen. Denn Mahnkosten, die über die Höhe der Kreditrate hinausgehen, sind nicht angemessen. Konkret fordert die AK, dass die Banken sowohl die Höhe der Mahnspesen als auch das Mahnprozedere (zum Beispiel Datum des Versands von Mahnungen) klar in den Kreditverträgen und auf den Kontoauszügen ausweisen.


Ein markantes Beispiel aus der AK Beratung zeigt, wie teuer Verzugskosten sein können. Herr L. hatte im Oktober 2009 einen Notebook-Kredit aufgenommen. Beim Elektrohändler hat er gleich zur Finanzierung des Preises einen Ratenkredit von 563 Euro aufgenommen (inkludiert war die Fremdfinanzierung einer Ratenschutzversicherung von 40 Euro). Vereinbart waren (eine erste Rate von 20,91 Euro) 17 Raten zu 36 Euro im Monat.

Die Bezahlung der vereinbarten Kreditrate hat von Anfang an nicht ordentlich geklappt, weil das Girokonto von Herrn L. bei seiner Hausbank nicht ausreichend gedeckt war. Die Santander Bank, wo er den Kredit hatte, konnte die Raten nicht verbuchen. Bereits die zweite Monatsrate wurde zurückgebucht, wofür die Santander Bank und die Hausbank von Herrn L. Rückleitungs- oder Retourspesen verrechneten: sieben Euro die Hausbank, 7,50 Euro die Santander Bank.

Die AK fordert, dass es keine doppelten Rückleitungsspesen geben soll. Ist das Konto zum Beispiel nicht gedeckt, dürfen nicht die kontoführende Hausbank und die kreditgebende Bank die Spesen verlangen. „Denn da trifft den Kunden bei kleineren Raten die doppelte Spesenkeule auch doppelt hart“, sagt Prantner. Auch ein zweiter Einzugsversuch scheiterte, Rückleitungsspesen von 14,5 Euro fielen neuerlich an. Hinzu kamen noch Mahnspesen und Verzugszinsen. „Das Spesenkarussell drehte sich in den folgenden Monaten munter weiter, nicht immer nachvollziehbar.“

Beispiel

Herr L. wandte sich an die AK Konsumentenberatung. Der Kreditvertrag ist teuer, denn der Effektivzinssatz beträgt 14,9 Prozent. Herr L. hatte von Oktober 2009 bis März 2011 in Summe 241 Euro an Mahnspesen, 159,50 Euro an Retourbuchungs-Spesen, Verzugszinsen von 2,61 Euro und Kontoführungsspesen von 30 Euro. Das bedeutet, dass die Mahnkosten bis März 2011 insgesamt 403,11 Euro ausmachten. Zwar gab die Santander Bank an, dass Herrn L. einige Spesen erlassen wurden, aber Details zu den Spesen blieben nicht erklärbar. Ein Grund für das Informationsdefizit: Die Höhe der Mahnspesen, die Anzahl der Mahnungen oder wann Mahnungen verschickt werden, fehlen in dem der AK vorliegenden Kreditvertrag.


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