11.6.2014
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AK Präsident Zangerl: „Kein Verständnis für teilweise drastische Gebührenerhöhung einiger Banken“

Mehr als doppelt so hohe Kosten für Bareinzahlungen aufs Gehaltskonto am Schalter, Verteuerungen um bis zu 66 % bei Bareinzahlungen auf Konten bei anderen Banken oder 85 Euro für eine Mahnung, weil man mit den Kreditraten in Verzug geraten ist. „Einige Geldinstitute langen wieder richtig zu, wenn es um Spesen und Gebühren geht“, ärgert sich AK Präsident Erwin Zangerl. „Dabei haben doch die Menschen gerade jetzt kein Verständnis für derartige Begehrlichkeiten mancher Banken!“

„Einige Banken langen wieder richtig zu, wenn es um die Erhöhung der Spesen und Gebühren gegenüber ihren Kunden geht! Das zeigt auch unser jüngstes Bankenmonitoring“, ist AK Präsident Erwin Zangerl bestürzt. Dabei wurden bei einzelnen Spesen und Entgelten sogar Erhöhungen von bis zu über 108 % festgestellt.

Ergebnisse
Für das Bankenmonitoring werden von den AK Konsumentenschützern in regelmäßigen Abständen die Spesen und Gebühren namhafter Tiroler Institute (RLB, Tiroler Sparkasse, Hypo Tirol Bank, Volksbank Tirol und BTV) unter die Lupe genommen. Folgende Ergebnisse stießen ihnen dieses Mal besonders sauer auf:

  • So hat die BTV mit Jahresbeginn die Kosten für Barein- und -auszahlungen am Schalter beim Gehaltskonto von 1,20 auf 2,50 Euro mehr als verdoppelt. Für eine Bareinzahlung auf ein Konto einer anderen Bank werden bei dieser Bank statt 3 jetzt schon 5 Euro verrechnet, was eine Erhöhung von mehr als 66 % bedeutet.
    Menschen, die aufgrund ihres Alters oder anderer Umstände die Abwicklung ihrer Bankgeschäfte im persönlichen Kontakt mit dem Bankmitarbeiter durchführen wollen oder müssen, werden hier massiv zur Kasse gebeten, noch dazu, wo diese Spesensätze unabhängig von der Höhe des Betrages verlangt werden.
  • Auch bei der Geldbehebung am Bankomaten kassieren einige Banken bereits kräftig ab. Unrühmlicher Spitzenreiter bei der Bankomatgebühr ist derzeit die Raiffeisenlandesbank Tirol (RLB), welche für eine Geldbehebung beim Raiffeisen-Bankomaten 0,31 Euro und bei einem Gerät einer Fremdbank gar 0,67 Euro verlangt.
  • Wer bei seiner Bank mit Kreditraten in Zahlungsverzug kommt, der erhält Mahnschreiben. Auch hier sind manche Banken bei den Kosten nicht zimperlich. Schon für das erste Mahnschreiben verlangt beispielsweise die BTV 38,52 Euro. Sehr teuer kann es z. B. auch bei der RLB werden. Unglaubliche 85 Euro (!) verlangt die Raiffeisenbank für das 3. Mahnschreiben.
  • Bis zu 12,15 % werden aktuell an Sollzinsen verlangt. Überschreitet man seinen Kreditrahmen, kommen generell nochmals 5 % hinzu, sodass Zinssätze bis zu 17,15 % festzustellen sind. – Dies bei derzeit nach wie vor mickrigsten Guthaben-Zinsen, die – je nach ausgewähltem Kontopaket – sogar nur 0,01 % (Hypo Tirol Bank) bzw. 0,0125 % (Tiroler Sparkasse) ausmachen. Bei der BTV bekommt man für sein Guthaben derzeit überhaupt keine Zinsen.

„Diese unglaublich hohen Sollzinsen im Vergleich zu den lächerlichen Guthaben-Zinsen versteht kein Mensch“, kritisiert AK Präsident Zangerl. „Die erneuten teils drastischen Erhöhungen bei Spesen und Gebühren einiger Institute können eigentlich nur als reine Geldbeschaffungsaktion auf dem Rücken der Konsumenten interpretiert werden.“ Er fordert die Banken auf, sich in ihren Begehrlichkeiten zurück zu nehmen und mit mehr Augenmaß zu handeln. „Gerade jetzt, wo der Steuerzahler wieder mit Milliarden zur Rettung der Bankenlandschaft in die Bresche springen soll, haben die Menschen schon gar kein Verständnis für überzogene Begehrlichkeiten mancher Banken“.

Geradezu als „Frechheit“ bezeichnet er die Bankomatgebühren: „Zuerst treibt man die Menschen weg vom Schalter hin zu den Maschinen, um Kosten zu sparen. Und danach kassiert man dort erst recht wieder ab.“ Und dass noch immer zahlreiche Banken ihre Spesen nicht im Internet veröffentlichen, hält AK Präsident Zangerl für antiquiert und bezeichnend. Er fordert die Banken auf, transparente Spesenübersichten und einfache (Pauschalkonto-)Pakete zu schaffen, in denen sämtliche Leistungen enthalten sind.

Neue „inflationsbedingte Anpassungen“
Gleichzeitig orten die AK Konsumentenschützer aber schon die nächsten bevorstehenden Erhöhungen.
Denn nach vorliegenden Informationen stehen mit 1. Juli bei einigen Banken „inflationsbedingte Anpassungen“ (und somit wieder Erhöhungen) der Kosten für das Girokonto ins Haus. So will beispielsweise die Tiroler Sparkasse um 2 % erhöhen, auch Großbanken, wie die Bank Austria (Erhöhung um 1,8 %) oder die Erste Bank (Erhöhung um 2 %) haben derartige Erhöhungen zum 1. Juli 2014 bereits angekündigt.

AK Tipps:

  • Wer sein Konto dauerhaft überzieht, zahlt derzeit extrem hohe Sollzinsen. Ist der zusätzliche Geldbedarf längerfristig, sollte ein Privatkredit ins Auge gefasst werden, der in vielen Fällen günstiger kommen kann.
  • Barein- oder Barauszahlungen am Bankschalter vermeiden, eine Überweisung vom Konto kommt grundsätzlich günstiger.
  • Jeder Verbraucher, der über Entgelterhöhungen verpflichtend mindestens zwei Monate im Vorhinein informiert werden muss, kann bis zum Änderungszeitpunkt schriftlich widersprechen und hat ein kosten- und fristloses Kündigungsrecht. Wer sein Girokonto aber behalten will, sollte bedenken, dass im Falle eines Widerspruchs gegen die Erhöhung auch die Bank den Kontovertrag, und zwar gemäß den Vereinbarungen im Kontovertrag, kündigen könnte. Generell sollten angekündigte Erhöhungen der Kontogebühren aber stets ein Anlass sein, um den eigenen Girokontovertrag genauer anzuschauen, insbesondere, wenn man ihn bereits vor Jahren angeschlossen hat.
  • Auch bei den von den Banken oft beworbenen Kontopaketen, in denen Leistungen für pauschale, meist quartalsweise zu zahlende Beträge inkludiert sind, ist Vorsicht geboten. Teilweise werden auch dann noch bestimmte Leistungen extra verrechnet.
  • Vor einem Paket- oder Kontowechsel empfehlen die AK Konsumentenschützer, das eigene Kontonutzungsverhalten genau zu analysieren und auf Basis dessen verschiedene Angebote (Einzelverrechnung; Pauschalverrechnung) zu vergleichen. Nach Möglichkeit Soll- und Habenzinsen beim Girokonto mit der Bank verhandeln. Auch der Wechsel der Bank kann möglicherweise eine Reduktion der Kosten bringen. Ein solcher sollte jedoch in Ruhe überlegt und nicht überstürzt werden, um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen.
    Eine erste Entscheidungshilfe bietet der AK Bankenrechner (siehe rechts)

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