10.2.2017

Schon bis zu 6,50 Euro für eine einzelne Bareinzahlung!

Die Konsumentenschützer der AK Tirol registrieren immer mehr unzufriedene Bankkunden. Viele Tirolerinnen und Tiroler empfinden es als äußerst ungerecht, dass Banken für Sparguthaben oft weniger als ein halbes Prozent zahlen, gleichzeitig aber bei den Überziehungszinsen für Girokonten unverschämt zugreifen. Bis zu 12,25 % p.a. Sollzinsen zahlen Bankkunden in Tirol, wenn sie ihr Konto überziehen müssen. Wird der gewährte Rahmen überschritten, sind es sogar bis zu 17,25 % p.a. Wer hingegen ein Guthaben auf seinem Konto liegen lässt, bekommt dafür sehr wenig oder gar nichts – nämlich teilweise 0 % p.a. Habenzinsen.

Entgelt mit Augenmaß

Angesichts solcher Bankpraktiken kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl: „Auf der einen Seite werden hunderte Banken-Mitarbeiter abgebaut, um die Gewinne zu maximieren, auf der anderen Seite werden Tiroler Arbeitnehmer und Kontobesitzer bei dem derzeit extrem niedrigen Zinsniveau für Kontoüberziehungen ordentlich zur Kasse gebeten. Diese hohen Überziehungszinsen treffen aber genau jene, die ohnehin Probleme mit der Finanzierung ihres Lebensunterhaltes haben.“ Zangerl ruft die Banken zu „Entgelten mit Augenmaß“ und zu einem ordentlichen Umgang mit den Beschäftigten auf.

Spitzenreiter BTV

Einer der Spitzenreiter hinsichtlich Zinsspanne ist die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV). Während diese ihren Girokunden überhaupt keine Habenzinsen, also keine Guthabenzinsen zahlt, verrechnet sie für Überziehungen bis zu 12,25 % und für Überschreitungen gar bis zu 17,25 % pro Jahr. Dabei ist die derzeit extreme Spanne zwischen Soll- und Habenzinsen nicht die einzige Kritik an den Banken. Auch die Höhe vieler Einzelspesen ist oft nicht mehr nachvollziehbar. Wer etwa an den Schalter der Bank Austria geht und mit Erlagschein bar auf ein Fremdkonto einzahlt, muss für diese Dienstleistung 6,50 Euro bezahlen – und zwar unabhängig von der Höhe des Einzahlungsbetrages. Ebenfalls zu den Spitzenreitern zählt mit 5 Euro pro Bareinzahlung die Volksbank Tirol. Wer also z.B. eine Telefonrechnung in Höhe von 30 Euro in Bar einzahlt, zahlt so bis zu 21 % (!) Spesen. Bei der Volksbank Tirol registrieren die AK Konsumentenschützer übrigens nach der vollzogenen Fusion der eigenständigen Teilinstitute eine besondere „Geheimhaltungspolitik“, was die Bankspesen betrifft. So hat es die Volksbank Tirol als einziges Tiroler Institut abgelehnt, sich beim letzten Bankenmonitoring zu beteiligen, sodass die aktuellen Konditionen und Entgelte diesmal dort gesondert ermittelt werden mussten. 

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offen gesagt

„Auf der einen Seite werden hunderte Banken-Mitarbeiter abgebaut, um die Gewinne zu maximieren, auf der anderen Seite werden Tiroler Arbeitnehmer und Kontobesitzer bei dem derzeit extrem niedrigen Zinsniveau für Kontoüberziehungen ordentlich zur Kasse gebeten.“

AK Präsident
Erwin Zangerl

schon gewusst?

Immer, wenn Ihnen Ihre Bank mitteilt, dass sie die Kontokonditionen ändern will, dann nehmen Sie dies zum Anlass für einen Vergleich mit anderen Banken und wechseln gegebenenfalls.

Hilfreich dabei kann Ihnen der AK Bankenrechner sein, zu finden auf: ak-tirol.com im Bereich „Service“ und „Rechner & Tools“

Massive Entgelte

AK Präsident Erwin Zangerl zeigt sich besorgt über die in den letzten Jahren teilweise massiv gestiegenen Entgelte für Tiroler Bankkunden: „Wenn Tirolerinnen und Tiroler für eine einzige Bareinzahlung schon fünf, sechs Euro oder gar noch mehr zahlen müssen, dann müssen sich die Herren und Damen in den Vorstandsetagen die Frage gefallen lassen, womit sie solche Preise rechtfertigen wollen“. Er appelliert an die Verantwortlichen, die Konditionen zu überprüfen und Spesen und Entgelte mit Augenmaß und Sozialverträglichkeit festzusetzen.

ak forderungen

  • Angemessenes Verhältnis zwischen Haben- und Sollzinsen bei Girokonten
  • Leistbare Spesen und Entgeltsätze mit Augenmaß
  • Überdenken der Hochspesenpraktiken mancher Bankinstitute
  • Übersichtliche und leicht vergleichbare Kontopakete
  • Transparente Preislisten auf jeder Bankenhompage

Die Konsumentenschützer der AK Tirol raten:

  • Vermeiden Sie, wann immer es geht, Ihr Konto zu überziehen. Wenn Sie längerfristigen Finanzierungsbedarf haben, dann lassen Sie sich von Ihrem Bankberater ein Kreditangebot vorlegen. Ein Kredit ist langfristig oft deutlich günstiger als das ständige Überziehen eines Gehaltskontos.
  • Sprechen Sie Ihren Bankberater aktiv darauf an, wenn Ihnen Spesen verrechnet werden, deren Höhe Sie nicht nachvollziehen können. Fragen Sie nach für Sie günstigeren Kontomodellen.

Immer, wenn Ihnen Ihre Bank mitteilt, dass sie die Kontokonditionen ändern will, dann nehmen Sie dies zum Anlass für einen Vergleich mit anderen Banken und wechseln gegebenenfalls. Hilfreich dabei kann Ihnen der AK Bankenrechner sein, zu finden auf: ak-tirol.com im Bereich „Service“ und „Rechner & Tools“