25.10.2012
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Verträge mit Modelagenturen

Wer träumt nicht von einer Modelkarriere? Zumindest als Nebenjob für viele eine verlockende Zukunftsaussicht.

Da werden Hoffnungen geweckt, aber bei manchen Angeboten ist durchaus Vorsicht geboten! Die AK-Konsumentenschützer schildern, welche Angebote man meiden sollte und geben Tipps für den Abschluss von Verträgen.

Beispiele, die selten zur ersehnten Karriere führen

In Tages- und Wochenzeitungen finden sich immer wieder Inserate, in denen Modelle für Werbe- oder Fotoaufnahmen gesucht werden. Dabei ist von lukrativen Nebenjobs mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten die Rede. Die Formulierungen sind sehr allgemein gehalten wie „interessante und ausdrucksstarke“ sowie „hübsche und markante“ Gesichter für Prospekt- und Katalogfotos, für Filmproduktionen oder Werbeaufnahmen. Die Anforderungsprofile sind sehr breit gefächert, um möglichst viele Konsumenten anzusprechen.

Wer sich auf ein derartiges Inserat meldet, wird zu einem Casting eingeladen, das meist in Hotels stattfindet. Dort findet eine weitere Bewerbung der Aktivitäten der Model-Agentur und der guten Verdienstmöglichkeiten statt. Den potenziellen Models wird suggeriert, dass gerade ihr Typ besonders gefragt sei. Die Agentur informiert die Konsumenten dann oft gesondert und in Abwesenheit der anderen Kandidaten, dass speziell sie als Model aufgenommen werden können. So kommt es etwa am Ende des Castings zur Verteilung verschlossener Kuverts, die erst nach der Veranstaltung geöffnet werden sollen.

Die Agentur bietet dann den Abschluss eines Vertrages an. Dabei werden Formulierungen wie „Registrierungsformular“ oder „Vermittlungsvereinbarung“ verwendet. Meist muss eine Vorauszahlung von bis zu 500 Euro und mehr geleistet werden. Von einer solchen Vorauszahlung war in den Inseraten in aller Regel jedoch keine Rede.

Juristische Spitzfindigkeiten in den Verträgen

Bei den Verträgen handelt es sich oft um raffinierte juristische Vertragskonstrukte, aus denen die Agentur nicht wirklich eine Vermittlungstätigkeit schuldet, sondern sich nur zu einer Internetpräsentation und zur Aufnahme in eine Vermittlungskartei verpflichtet.

In manchen Fällen ist auch die Erstellung einer „Sedcard“ inkludiert. Das ist eine Bewerbungsunterlage für Models, die aus Fotos, den wichtigsten Daten über das Modell und der Agentur-Adresse besteht. Häufig entsprechen die erstellten Sedcards aber nicht den branchenüblichen Ansprüchen.

Zerplatzte Träume

Viele Konsumenten beschweren sich bei der AK Tirol, dass sie nach Vertragsabschluss mit solchen Agenturen nie wieder etwas von diesen Unternehmen gehört haben bzw. keine Aufträge als Modelle bekommen haben. Nicht nur der gewünschte Nebenverdienst ist damit ausgeblieben, sondern auch die Zahlung von bis zu 500 und mehr Euro war für die Katz. Da vertraglich jedoch oft nur die Aufnahme in eine Kartei bzw. die Präsentation auf einer Internetseite geschuldet wird, kann selten geholfen werden.

Tipps der AK Tirol


  • Modelkarrieren sind eher selten und werden üblicherweise nicht mittels Inseraten in Zeitungen initiiert.
  • Prüfen Sie jeden Vertrag genau bevor Sie ihn unterschreiben. Vertrauen Sie nicht auf mündlich erteilte Zusagen, sondern lassen Sie sich alles schriftlich geben.
  • Prüfen Sie vor allem sehr genau, welche Verpflichtungen die Agentur im Falle des Vertragsabschlusses übernehmen würde.
  • Bei Agenturverträgen mit Vorauszahlungspflicht sind die Kosten mit dem Risiko nicht vermittelt zu werden, abzuwägen. Bei namhaften Agenturen werden in der Regel keine Vorauszahlungen eingehoben, sondern Provisionen für erfolgreich vermittelte Aufträge vereinbart.
  • Lassen Sie sich nicht zu einem Vertragsabschluss drängen.
  • Zum Casting sollte man versuchen, zur Absicherung Eltern oder Freunde mitzunehmen.
  • Bei seriösen Modelagenturen finden Bewerbungsgespräche in der Regel in den Räumlichkeiten der Unternehmen statt. Dort kann man üblicherweise auch ausgestellte Sedcards anderer Models ansehen.
  • Prüfen Sie die Aufmachung der Homepage der Agentur. Prüfen Sie nach Möglichkeit auch, wie professionell die Sedcards und die Qualität der Fotos sind.
  • Kontrollieren Sie die Firmendaten und das Impressum auf einer etwaigen Homepage und informieren Sie sich in der Datenbank der Wirtschaftskammer nach Zugehörigkeit und gewerberechtlicher Genehmigung und der zuständigen Aufsichtsbehörde unter www.wko.at in der Rubrik „Firmen A-Z“.
  • Holen Sie im Zweifel vor Vertragsabschluss rechtlichen Rat ein.
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