1.4.2015
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Vemma verstärkt Aktivitäten in Tirol: Vorsicht bei allzu verheißenden Versprechungen!

Der Energy-Drink-Hersteller Vemma vertreibt seine Produkte nach einem ganz speziellen Vertriebssystem. Dazu melden sich derzeit bei der AK Tirol immer wieder besorgte Eltern und betroffene Konsumenten. Die AK rät, gerade bei allzu verlockenden Versprechungen vorsichtig zu sein.

Nach Vorarlberg und dem Burgenland häufen sich nun auch in Tirol die Anfragen zum amerikanischen Energy-Drink-Hersteller Vemma. Konsumenten berichten, dass sie durch Freunde oder Bekannte auf eine Möglichkeit aufmerksam gemacht wurden, in kurzer Zeit sehr viel Geld zu verdienen. Vemma selbst wirbt mit einer kostenlosen Anmeldung – unmittelbar danach kann man sich für ein „Affiliate Pack“ im Wert von 471 Euro entscheiden. Dafür werden Produkte zur Verfügung gestellt, die zu Promotion-Zwecken verteilt und in weiterer Folge auch vertrieben werden sollen. Eine Garantie, dass die versprochenen Provisionen erzielt werden oder die getätigten Investitionen zurückfließen, gibt es aber nicht!

Obwohl Vemma Europe selbst verlautbart, keine Verträge mit Geschäftsunfähigen zu schließen, wurde der AK Tirol in zumindest einem Fall berichtet, dass auch Minderjährige – über Freunde oder Bekannte – als „Affiliates“ angeworben werden. Es stellt sich daher die Frage, ob Vemma Europe in der Lage ist, sein Vertriebssystem bis in die letzten Ausläufe zu kontrollieren. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene kann eine Teilnahme an diesem Vertriebssystem eine große finanzielle Belastung oder gar Existenzgefährdung bedeuten.

Als „Affiliates“ werden die Vertriebspartner von Vemma bezeichnet, die märchenhafte Provisionen und schier unglaubliche Erfolge aus dem Verkauf der Vemma-Produkte, vorwiegend Energy-Drinks, lukrieren sollen. In den Richtlinien von Vemma selbst wird angeleitet, Teams aus zwei oder drei Leuten aufzubauen. Vemma zahlt für die eigenen Verkäufe sowie die Verkäufe aller Teammitglieder. In kleinster Schriftgröße findet sich – farblich verschwindend – der Hinweis darauf, dass die Zahlen nicht typisch sind, sondern Erfolg oder Scheitern jedes Individuums vom betriebenen Aufwand abhängen.

„Unbegrenzte Möglichkeiten und sein eigener Chef sein“
Die Konsumenten berichten von Werbe- und Verkaufsveranstaltungen mit geschickt platzierten teuren Autos. Involvierte berichtet dann, dass es leicht möglich wäre, schon bald selbst ein solches Luxusauto zu besitzen.

Zielgruppe dieser vor allem über Mundpropaganda und soziale Netzwerke verbreiteten Veranstaltungen sind primär Jugendliche, passend dazu wird auch eine „Vemma Mobile App“ angeboten. Vemma selbst spricht von „unbegrenzten Möglichkeiten“ und Zielen, wie finanzieller Unabhängigkeit, Auszeichnungen und Anerkennung, flexiblen Zeitabläufen und davon, sein eigener Chef zu sein und bestimmen zu können, wie viel man verdienen möchte – gesprochen wird von einem „passiven Langzeiteinkommen“!

Worauf sich die Jugendlichen einlassen, wissen sie meistens nicht, vor allem sind ihnen die sozialrechtlichen und steuerlichen Konsequenzen nicht bewusst. Ein Affiliate hat den Status eines unabhängigen Einzelunternehmers. Vemma macht seine Vertriebspartner selbst dafür verantwortlich, „Gewerbescheine, Zustimmungen und Erlaubnisse“ einzuholen, außerdem „aus der Verkaufsaktivität resultierende Steuern und Sozialversicherungsbeiträge selbst zu zahlen“. Durch derartige Versprechungen werden die Jugendlichen zu erheblichen Investitionen verführt, ohne Garantie für einen entsprechenden Rückfluss.

Verdienst und Erfolg werden nicht garantiert!
Entgegen der mehrfach angepriesenen märchenhaften Erfolge, werden kein spezifisches Einkommen, kein Profit oder Erfolg garantiert. Wer etwas verdienen möchte, muss sehr viel Zeit investieren und darf nicht davor zurückschrecken, auch den eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis in das System aufzunehmen. Selbst dann kann aber nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass es zu einem Rückfluss der Investitionen, geschweige denn zu saftigen Gewinnen kommt.

Affiliate Marketing
Vemma selbst bezeichnet sich als ein „Affiliate Marketing“-Unternehmen, bei dem nicht die Position im Vertriebsnetzwerk das Einkommen bestimme, sondern die Leistung jedes Einzelnen. Vemma bezahle Provisionen und Boni nur für Produktverkäufe, nicht für Rekrutierungsaktivitäten.

Geworben wird dennoch damit, dass „Millionen jede Woche von normalen Menschen verdient werden“ und die Vertriebspartner von Provisionen profitieren, wenn Produkte beworben und Verkäufe vermittelt werden. Demnach kann ein Vertriebspartner nicht nur durch eigene Produktempfehlungen, sondern auch durch die Gewinnung und Betreuung einer eigenen Vertriebslinie Einkünfte generieren.

AK Tipp:

Seien Sie vorsichtig bei allzu schönen Versprechungen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über mögliche Konsequenzen der Teilnahme an einem derartigen Vertriebssystem.


Für Rückfragen: AK Tirol Konsumentenschutz, Tel. 0800/22 55 22 – 1818


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