13.4.2018
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AK Tirol warnt: Rechnungen der Firma Onax für Telefonsex sind übler Schmäh

90 Euro sollen Konsumenten für ein angebliches „Service für besondere sexuelle Ansprüche“ an eine tschechische Firma zahlen. Dabei haben sie dieses weder genutzt, noch ist dafür je ein gültiger Vertrag zustandegekommen. An die Adressen dürften die Hintermänner bei fadenscheinigen Anrufen gekommen sein. AK Tipp: Nicht zahlen und künftig bei Fragen nach persönlichen Daten am Telefon skeptischer sein!

Mit einem altbekannten Schmäh wird derzeit wieder versucht, leichtgläubigen Tiroler Konsumenten das Geld aus der Tasche zu ziehen: Sollen sie doch für einen telefonischen „Service für besondere sexuelle Ansprüche“ laut Rechnungen einer Fa. Onax, die unter einem Postfach („P.O.Box“) im tschechischen Velke Popovice firmiert, 90 Euro bezahlen. – Werden die 90 Euro nicht bezahlt, kommen angebliche Mahnkosten von 48 Euro und mehr hinzu samt Androhung weiterer Betreibungsschritte.

Neue Welle 

„Hier wird – wie in ähnlich gelagerten Fällen – ganz offensichtlich damit spekuliert, dass den Opfern schon allein die Tatsache einer derartigen Forderung peinlich sein könnte“, berichten die AK Experten. In den letzten Tagen haben sich bei ihnen viele verunsicherte Konsumenten gemeldet, die das dubiose Schreiben aus Tschechien persönlich adressiert mit der Post erhalten haben. „Darin wird behauptet, dass man sich auf Verträge stütze, die man mit den Empfängern angeblich telefonisch abgeschlossen habe. Tatsächlich ist aber in keinem Fall ein gültiger Vertrag zustande gekommen“, so die Experten.

Voraussetzungen für gültigen Vertrag fehlen

Für einen gültigen Vertrag müsste das Unternehmen klar und transparent unter Einhaltung aller gesetzlichen Informationspflichten auf die angebotene Leistung und den Preis hinweisen und der Kunde in der Folge zustimmen. „Konsumenten müssen sich nicht etwa „freibeweisen“, sondern die Beweislast für das gültige Zustandekommen eines allfälligen Vertrages liegt beim Unternehmen, das sich hierauf beruft“, erläutern die AK Konsumentenschützer.

Anrufer fragten nach Adresse

Einige betroffene Konsumenten berichten, dass sie mehrere Wochen vor Erhalt der dubiosen Rechnung von Unbekannten angerufen und nach persönlichen Daten gefragt wurden, meist unter einem Vorwand einer Postzustellung oder Adresskorrektur.

Entwarnung

Derartige Forderungen sind kein Grund zur Sorge! Die AK Experten empfehlen, solche Rechnungen auf keinen Fall zu bezahlen, weil die Forderungen jeder Rechtsgrundlage entbehren! Die Gauner setzen augenscheinlich darauf, dass es den Betroffenen unangenehm ist, mit einem telefonischen Sexdienst in Verbindung gebracht zu werden, und dass sie die Forderung deshalb im Zweifel rasch zahlen. 

AK Tipps:

  • Seien Sie skeptisch, wenn Sie am Telefon nach Ihren persönlichen Daten - z. B. der Wohnanschrift - gefragt werden. Geben Sie sie nicht bekannt. Im Zweifelsfall das Telefongespräch beenden.
  • Teilen Sie dem Anrufer deutlich mit, dass Sie keine weiteren Anrufe wünschen.
  • Vorsicht bei unbekannten Nummern. Nie zurückrufen!
  • Wünschen Sie Rechtsberatung oder Unterstützung, dann wenden Sie sich an die AK Tirol unter 0800/22 55 22 - 1818.
  • Erstatten Sie gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei.

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