Mann tippt auf sein Smartphone © Gerhard Seybert/Fotolia
Die dubiosen Zahlungsaufforderungen kommen per SMS. © Gerhard Seybert/Fotolia
17.12.2020

Erotik-Dienstleistungen: Tiroler erhalten Zahlungsaufforderungen per SMS

Mit der Angst und der Unsicherheit von Tiroler Mobiltelefonnutzern spielen derzeit unbekannte Täter. Dabei scheuen sie auch vor perfiden Tricks nicht zurück. Unter dem angeblichen Firmennamen „Telestar“ verständigen sie ihre Opfer per SMS über noch nicht bezahlte Erotik-Dienstleistungen und fordern die Überweisung von 90 Euro auf ein tschechisches Bankkonto. Wird das Geld nicht sofort überwiesen, erhöht sich die Forderung binnen weniger Tage auf 140 Euro. Die AK Tirol rät Ruhe bewahren und nicht zahlen!

Mehrere Tiroler haben die AK über die Zahlungsaufforderungen bereits informiert und um Rat gefragt. Dabei wurden in den Textnachrichten auch die Tage sowie Uhrzeiten aufgelistet, an welchen es zu den telefonischen Erotik-Kontakten gekommen sein soll. Meist liegen diese Zeitpunkte schon einige Monate zurück. So berichtete ein Anrufer von einer Forderung für 11. Juli 2020 – 3.30 Uhr morgens, ein anderer von gleich zwei Forderungs-SMS für 12. und 13. August 2020, wobei die Anrufe um 17.12 Uhr bzw. um 17.15 Uhr an diesen Tagen stattgefunden haben sollen. Einige SMS-Empfänger konnten sich nicht mehr erinnern, die entsprechende Telefonnummer überhaupt gewählt zu haben, andere haben diese jedoch tatsächlich auf ihren Einzelverbindungsnachweisen gefunden, konnten sich aber an den Grund des damaligen Anrufs nicht mehr erinnern.

Die Konsumentenschützer der AK Tirol klären auf: „Natürlich ist die erste Frage immer, wie die Täter an die eigene Telefonnummer gekommen sind. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Neben einschlägigen Annoncen kommen da auch Facebook-Werbungen für Waren, Software-Downloads oder Lotterien in Frage, die zum Anrufen auffordern. Manchmal sind es auch „gute Freunde“, die in einem vielleicht unbemerkten Moment das fremde Handy für einen Spaßanruf verwenden. Natürlich kann es in der Regel alleine durch einen solchen Anruf in den meisten Fällen nicht zu einem rechtswirksamen Vertrag kommen, der eine Forderung rechtfertigen würde.“

Den Tätern ist aber durchaus bewusst, dass sie bei manchen Opfern einen ganz anderen Trumpf in den Händen halten: Bevor etwa andere von solchen Zahlungsaufforderungen für „Sex-Dienste“ erfahren könnten und womöglich der Weihnachtsfriede gefährdet wäre, zahlen manche Opfer lieber den geforderten Betrag, damit die „Zahlungserinnerungen“ aufhören.

Die SMS stammen meist von deutschen Mobilfunknummern, z. B. 0049 176 …, die Zahlungen werden aber auf ein tschechisches Bankkonto gefordert, wo der Sitz der angeblichen Firma sein soll. Es darf vermutet werden, dass dies nur der Verschleierung der tatsächlichen Herkunft der Täter, möglicherweise Deutschland, dienen soll.

Die Recherche der Konsumentenschützer der AK Tirol hat noch weitere interessante Details an den Tag gebracht. Offenbar versuchen die Täter in einigen Fällen, vor Versand der SMS zusätzlich noch an die Postanschrift ihrer Opfer zu kommen. Dies offenbar, um die Zahlungsaufforderungen und spätere Inkasso-Mahnungen möglichst vor Weihnachten auch noch an die Tiroler Haushalte senden zu können. Dies passiert dann z. B. durch einen Fakeanruf eines angeblichen Postzustellers, der vorgibt, dass er ein Paket zuzustellen hätte, und sich nach Namen und der genauen Adresse erkundigt. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der natürlich viele Tiroler auf Pakete und Warenlieferungen warten, ein recht perfider Trick.

Die AK Tirol rät daher: Ruhe bewahren und den Zahlungsaufforderungen nicht Folge leisten! Außerdem – bei eigenartigen Anrufen mit Fragen nach Namen und Wohnanschrift oder weiteren persönlichen Daten skeptisch bleiben und im Zweifel keine Auskünfte erteilen sowie am besten das Telefongespräch beenden. Wenn etwa die Post oder ein anderer Paketdienstleister ein Paket zuzustellen haben, dann müssen sie klarerweise über die Lieferanschrift bereits verfügen!

Im Zweifel, bei Fragen oder wenn Hilfe benötigt wird, sind die Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer der AK Tirol unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/22 55 22 – 1818 erreichbar.

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