27.7.2017
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Achtung, Routenplaner-Betrug! Internet-Gauner fordern bis zu 750 Euro und drohen für Freitag, 4. August, mit Hausbesuch, Pfändung, Schlüsseldienst und Polizei

Sommerzeit ist auch Reisezeit und daher legen Internet-Gauner wieder Routenplaner-Fallen aus. Derzeit rufen ganz viele Tirolerinnen und Tiroler in der AK Tirol an, weil sie Rat und Hilfe suchen: Nach dem – scheinbar kostenlosen - Berechnen einer Reiseroute auf einer Internetseite haben sie erst eine saftige Rechnung über 500 Euro erhalten und jetzt, weil sie die Forderung nicht beglichen, ein eMail von einem vermeintlichen Inkassobüro: Nun sollen sie 750 Euro zahlen, andernfalls drohen die Unbekannten mit Hausbesuchen, Pfändungen und sogar mit der Polizei! Die AK Experten raten: Schreiben ignorieren!

Viele Konsumentinnen und Konsumenten kontaktieren in diesen Tagen die AK Tirol und fragen ängstlich nach, ob es wirklich sein kann, dass ein Internetunternehmen Hausbesuche und Pfändungen durchführt. Auslöser ist ein entsprechendes eMail einer „Inkasso Digital Works GmbH“, das an viele Tiroler Haushalte gegangen ist und das nun für Kopfschütteln sorgt, manchmal aber auch für wirkliche Besorgnis und sogar Angst.

Wird darin doch angekündigt, dass ein Inkasso-Team am Freitag, 4. August, kommen würde, um vor Ort Wertgegenstände zu pfänden! Die Folge: So mancher wollte um die angekündigte Uhrzeit gar nicht mehr allein zu Hause bleiben und plante extra deswegen zu verreisen oder Nachbarn einzuladen.

Routenplaner-Falle. Alle Konsumenten, die jetzt völlig überraschend solche Rechnungen erhielten, erzählen, dass sie im Mai oder Juni über die Suchmaschine Google das Web nach einem Routenplaner durchforstet und auf einen der ersten Sucheinträge geklickt haben. (Wie sich zeigte, taucht der betrügerische Routenplaner unter verschiedenen Adressen wie z. B. „www.maps-24-routenplaner.com“ oder „maps-routenplaner.pro“ immer wieder im Internet auf.)

Es öffnete sich jeweils eine optisch ansprechend gestaltete Internetseite mit einer Routenplaner-Suchmaske und sogar einer Einladung zur Teilnahme an einem Gewinnspiel. Hingewiesen wurde auch noch darauf, dass allfällige Gewinner per eMail verständigt würden. Der Hinweis, dass mit Klick auf den Eingabebutton ein Vertrag über 500 Euro entstehen soll, befand sich jedoch seitlich im Fließtext und wurde deshalb nicht gesehen und die eigene eMail-Adresse so völlig arglos eingegeben. Erst nachdem die Rechnung über 500 Euro eingetroffen war, konnte so mancher den dezenten Kostenhinweis erstmals auch erkennen. 

Wird die Rechnung über 500 Euro nicht bezahlt, folgt relativ rasch eine Mahnung über 520 Euro und nunmehr das Schreiben einer „Inkasso Digital Works GmbH“ mit der Aufforderung, 750 Euro kurzfristig zu zahlen. Andernfalls drohen die unbekannten Verfasser mit angeblichem Sitz in Hamburg mit der Pfändung von Wertgegenständen. Zitat aus dem Schreiben:  „Aus diesem Grund wird Sie am Freitag, den 04.08.2017 um 10:00 Uhr unser Inkasso Team besuchen, um Ihre Wertgegenstände zu pfänden.“

Leere Drohungen. Doch die Konsumentenschützer der AK Tirol können alle Tirolerinnen und Tiroler, die ein solches Schreiben erhalten haben, beruhigen.

  • Eine echte Forderung kann es nur geben, wenn ein Vertrag auch auf rechtmäßige Art und Weise zustande gekommen ist. Dafür müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein: Dazu gehört z.B. das Wissen über einen Vertragsschluss und die Bereitstellung der gesetzlich vorgesehenen Informationen durch den Unternehmer.
  • Für eine Pfändung müsste es zuerst zu einer gerichtlichen Klage mit abschließendem entsprechendem Urteil und einer darauffolgenden Exekution kommen.
  • Es sind also leere Drohungen, welche die „Inkasso Digital Works GmbH“ da versendet und dadurch Angst und Verunsicherung erzeugt. Gut zu wissen, dass es dieses Unternehmen gar nicht gibt!
  • Die Konsumentenschützer der AK Tirol raten allen Betroffenen, die Schreiben zu ignorieren, nicht zu versuchen mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen und keinesfalls Zahlungen zu leisten!

Bei Fragen stehen die Konsumentenschützer der AK Tirol gerne unter der kostenlosen Hotline 0800/225522-1818 zur Verfügung!  

Auszug aus dem Schreiben der fiktiven „Inkasso Digital Works GmbH“:

Sehr geehrtes Mitglied von www.maps-24-routenplaner.com!

Leider haben Sie die offene Rechnung mit der Nummer 54634 vom 15.05.2017 noch immer nicht beglichen.

Wir haben nun einen Vollstreckungstitel bei Gericht gegen Sie erwirkt.

Aus diesem Grund wird Sie am Freitag, den 04.08.2017 um 10:00 Uhr unser Inkasso Team besuchen, um Ihre Wertgegenstände zu pfänden.

Soweit es möglich ist, werden die Gegenstände mit dem Kleintransporter abtransportiert, für größere Gegenstände wird eine Spedition beauftragt.
Sollten Sie nicht zu Hause sein oder die Tür selbst öffnen, wird ein Schlüsseldienst hinzugezogen, der die Tür dann öffnen wird.
Die Mehrkosten müssen wir Ihnen natürlich zusätzlich in Rechnung stellen.
Sollten Sie Widerstand leisten, werden wir die Polizei hinzuziehen.

Die einzige Möglichkeit diese Maßnahme noch abzuwenden, ist die unverzügliche Bezahlung des offenen Betrages von 750,00 Euro per Amazon Gutschein, dem sicheren online Bezahlsystem, bis spätestens Dienstag, den 01.08.2017.

Bei Daten gilt: Geiz ist geil!

Die Konsumentenschützer der AK Tirol mahnen zur Vorsicht beim Umgang mit persönlichen Daten und geben Tipps für richtiges Verhalten im Internet.

  • Wenn ein Dienst im Internet kostenlos angeboten wird oder kostenlos erscheint, dann gibt es normalerweise keinen Grund, persönliche Daten einzugeben.
  • Darum sollte man sich angewöhnen, Eingaben automatisch zu stoppen, wenn plötzlich persönliche Informationen abgefragt werden.
  • Niemals persönliche Daten wie Namen, eMail, Adresse, (Mobil-)Telefonnummer oder gar Kreditkartendaten eingeben, wenn nicht ganz klar ist, wofür diese verwendet werden sollen oder sie das Unternehmen nicht als vertrauenswürdig kennen!
  • Suchen Sie im Zweifel eine andere Seite, bei welcher eine Dateneingabe erst gar nicht verlangt wird!

Screenshot des Abzock-Routenplaners, der unter verschiedenen Adressen immer wieder im Internet auftaucht.
Die AK Tirol rät: Finger weg!

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