Junge wissen zu wenig über Geld

Bei den von der AK und der Universität angebotenen Workshops „FiT - Financial Training“ werden Jugendlichen die wichtigsten Konzepte finanzieller Grundbildung vermittelt. Wie dringend dies nötig ist, zeigt jetzt eine aktuelle begleitende Studie.

Wussten Sie, dass von den österreichweit 300.000 Personen mit massiven Zahlungsproblemen laut einem Bericht des Kreditschutzverbandes knapp die Hälfte jünger als 35 Jahre ist? Und dass 2018 fast jeder vierte Klient der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich erst 30 Jahre alt oder jünger war?

Einerseits macht Geld es möglich, materielle Wünsche und Träume zu erfüllen. Andererseits werden mit geschickter Werbung viele Bedürfnisse geweckt, von denen Konsumenten gar nicht wussten, dass es sie gibt. Und wer da nicht widerstehen kann, rutscht schlimmstenfalls sogar in die Überschuldung.

Doch der verantwortungsbewusste Umgang mit Geld und Konsum wird in unserer Gesellschaft kaum thematisiert. Deshalb wollte die AK Tirol gemeinsam mit dem Institut für Banken und Finanzen der Universität Inns­bruck im Rahmen einer Studie der Frage nachgehen, wie es um die finanzielle Grundbildung der Tiroler Jugendlichen steht. Basis dafür waren die Workshops „FiT – Financial Training“, die die AK Tirol seit dem Schuljahr 2017/18 in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsexperten des Instituts für Banken und Finanzen durchführt.

Die Ergebnisse

Insgesamt nahmen 627 Tiroler Schülerinnen und Schülern an der Studie von Michael Razen, PhD und seinen Kolleginnen und Kollegen teil. Die Ergebnisse offenbaren dabei großen Handlungsbedarf:

  1. Bei finanzieller Grundbildung und beim Wissen über das eigene Verhalten im Konsum- und Finanzbereich besteht bei den 14- bis 17-Jährigen umfassender Aufholbedarf.
  2. Burschen schneiden bei Fragen zu Finanzwissen signifikant besser ab als Mädchen. Auch ein höherer Bildungsabschluss des Vaters wirkt sich positiv auf das Finanzwissen der Jugendlichen aus. Finanzbildung ist also nach wie vor männlich dominiert, deshalb braucht es Bildungsprogramme, die besonders auch Mädchen und junge Frauen ansprechen.
  3. Jugendliche, denen es leichter fällt, auf Versuchungen zu verzichten, sind auch beim Rauchen und beim Glücksspiel zurückhaltender.
  4. Eine höhere finanzielle Grundbildung wirkt sich positiv auf die Geduld von Jugendlichen bei Finanzentscheidungen aus.

Beispiel: Zinsrechnung und Risiko

Finanzielle Grundbildung ist die Fähigkeit, finanzielle Aspekte im Alltag richtig zu beurteilen und dementsprechend zu entscheiden. Obwohl sie eine essentielle Lebenskompetenz ist, schneidet knapp die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung schon bei einfachen Tests schlecht ab.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Studie von AK und Universität Innsbruck: Zum Thema Finanzwissen wurden zwei einfache Fragen zu Verzinsung und Risikoreduzierung gestellt. Doch nur 24 % der Teilnehmer konnten beide korrekt beantworten, 48 % zumindest eine, 28 % lagen bei beiden Fragen falsch.
Frage zur Zinsrechnung: „Du hast 100 Euro auf deinem Sparbuch und der Zinssatz beträgt 2 % pro Jahr. Über wie viel verfügst du dann in 5 Jahren?“
a: mehr als 110 Euro (korrekte Antwort, da ab dem zweiten Jahr auch Zinseszinzen anfallen); b: genau 110 Euro; c: weniger als 110 Euro; d: weiß ich nicht

zur studie

Die Studie wurde zwischen 2017 und 2019 von Michael Razen, PhD und seinen KollegInnen vom Institut für Banken und Finanzen der Universität Innsbruck durchgeführt.
627 Tiroler Jugendliche aus 35 Klassen beteiligten sich an der Studie zum Workshop. Davon besuchten 30 % eine Polytechnische Schule, 32 % eine Berufsschule und 38 % eine AHS, BHS oder BMS.
Das Durchschnittsalter lag bei 16 Jahren.
 

workshop

Am Workshop „FiT – Financial Training“ nahmen seit dem Schuljahr 2017/18 insgesamt bereits 1.136 Schüler der 9. und 10. Schulstufe aller Schultypen teil. Er ist eines von vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche im Rahmen der AK Werkstatt.

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zur studie

Die Studie wurde zwischen 2017 und 2019 von Michael Razen, PhD und seinen KollegInnen vom Institut für Banken und Finanzen der Universität Innsbruck durchgeführt.
627 Tiroler Jugendliche aus 35 Klassen beteiligten sich an der Studie zum Workshop. Davon besuchten 30 % eine Polytechnische Schule, 32 % eine Berufsschule und 38 % eine AHS, BHS oder BMS.
Das Durchschnittsalter lag bei 16 Jahren.
 

workshop

Am Workshop „FiT – Financial Training“ nahmen seit dem Schuljahr 2017/18 insgesamt bereits 1.136 Schüler der 9. und 10. Schulstufe aller Schultypen teil. Er ist eines von vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche im Rahmen der AK Werkstatt.