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Studie zu Wiedereinstieg: Mehr Väter in Karenz

Studie von 6/2015

Geht auch der Vater in Karenz, schaffen Mütter leichter die Rückkehr in den Beruf. Das zeigt das AK Wiedereinstiegsmonitoring. Es ging dabei um die Frage: Wie verläuft für die Beschäftigten in Tirol die Elternkarenz und welche Veränderungen haben sich zwischen 2006 bis 2012 ergeben?

Männerkarenz. Auch in Tirol ist die Beteiligung der Männer an der Kinderauszeit deutlich gestiegen. Lag sie im Jahr 2006 noch bei rund 5 %, so stieg sie bis zum Jahr 2012 auf rund 13 %! Doch es gibt noch genug Luft nach oben. Trotz dieser positiven Entwicklung liegt der Männeranteil in Tirol immer noch deutlich hinter dem österreichischen Durchschnitt (17 %).

Modelle und Wiedereinstieg. Achtung: Seit 1.3.2017 gilt das neue Kinderbetreuungsgeld. Die Studie bezieht sich auf die Kinderbetreuungsgeldvarianten, die bis 28.2.2017 gegolten haben.

Die Form des gewählten Kinderbetreuungsgeld-Modells ist abhängig von der vorherigen Erwerbssituation und hat Auswirkungen auf den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. Zuvor beschäftigte Frauen mit niedrigen Einkommen wählten vor allem das längere Modell 30+6 Monate. Frauen aus den mittleren Einkommenssegmenten nehmen bereits häufiger die Variante 20+4. In höheren Einkommenssegmenten fällt die Wahl der Frauen dagegen deutlich stärker auf die einkommensabhängige Variante.

Bei der partnerschaftlichen Teilung der Karenz in Bezug auf das Kinderbetreuungsgeld weist das einkommensabhängige Modell einen Anteil von rund 20 %, die Variante 15+3 einen Anteil von 14 % und die Variante 12+2 einen Anteil von 9 % auf.

Damit wirken sich die kürzeren Modelle des Kinderbetreuungsgeldes auf die partnerschaftliche Teilung deutlich positiver aus. Dennoch fallen die Berufsunterbrechungen der Männer immer noch sehr kurz aus. Nur 6,5 % der Tiroler Eltern teilen sich die Karenz. Dieser Wert liegt 5 % unter dem Österreichgesamtschnitt, auch wenn er von rund 2 % im Jahr 2006 bis zum Jahr 2012 auf 6,5 % gestiegen ist.

Probleme. Die größten Defizite aus dem Spagat Familie und Beruf erleben Alleinerzieherinnen. Sie schaffen wesentlich später den Berufseinstieg und verdienen deutlich weniger im Vergleich zum Einkommen vor der Kinderauszeit.  

Forderungen der AK. Familie und Beruf müssen sich noch besser ergänzen. Besonders wichtig bleiben der weitere Ausbau sowie die langfristige Finanzierung der Kinderbetreuung.

Weitere Forderungen:

• Das Recht auf einen bezahlten Papamonat.

• Keine finanzielle Benachteiligung von Eltern mit einem kurzen Kinderbetreuungsgeld-Modell.

• Längere Väterkarenzen durch eine längere Mindestbezugsdauer beim Kinderbetreuungsgeld.

• Gleichstellungsbonus für eine partnerschaftliche Teilung der Karenz.

• Spezielle Förderungen für Alleinerzieherinnen.

Zur AK Studie (6/2015): Erstmals wurde die Gestaltung der Karenz in Paarbeziehungen und von Alleinerzieherinnen analysiert.

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