Abfertigung Alt

Achtung

Für Arbeitsverhältnisse, die den Bestimmungen des BUAG (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz) unterliegen, gelten andere Bestimmungen. Bitte informieren Sie sich.

Das alte Abfertigungsrecht gilt weiterhin für jene Arbeitnehmer/-innen, deren Beschäftigungsverhältnis bereits vor dem 1. Jänner 2003 bestanden hat.  

Wann wird eine Abfertigung ausbezahlt?

Die Abfertigung nach altem Recht ist eine Zahlung des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin an den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Die Abfertigung wird ausbezahlt:

  1. bei Kündigung durch den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin
  2. bei ungerechtfertigter und unverschuldeter Entlassung
  3. bei berechtigtem vorzeitigem Austritt des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin
  4. bei Ablauf eines befristeten Arbeitsverhältnisses
  5. bei einvernehmlicher Lösung des Arbeitsverhältnisses
  6. bei Mutterschutz- bzw. Vaterschaftsaustritt (ab 5 Jahren Beschäftigung beim selben Arbeitgeber/bei der selben Arbeitgeberin: Hälfte der unten angeführten Entgelte - höchstens das Dreifache des monatlichen Entgelts!)


Vorsicht

Bei Selbstkündigung geht der Abfertigungsanspruch verloren (besondere Bestimmungen gelten allerdings bei Inanspruchnahme der Pension)! Der Mutterschaftskarenz wird nicht für die Abfertigung eingerechnet, der Mutterschutz (vor und nach der Geburt) jedoch schon! Kollektivverträge können bessere Regelungen vorsehen.

Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Betriebsrat, der AK oder der Gewerkschaft!

Tipp

Nicht vorschnell selbst kündigen!
Im Gegensatz zur Selbstkündigung verlieren Sie bei einer einvernehmlichen Lösung des Arbeitsverhältnisses den Abfertigungsanspruch nicht! Verhandeln Sie daher intensiv mit dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin über eine solche Form der Auflösung des Arbeitsverhältnisses statt überstürzt zu kündigen. Das kann viel Geld bringen.

Höhe des Abfertigungsanspruches

Höhe des Abfertigungsanspruches nach Vollendung einer ununterbrochener Dienstzeit (jeweils Brutto-Bezüge):

Dienstzeit Monatsentgelte*
3 Jahre 2 Monatsentgelte
5 Jahre 3 Monatsentgelte
10 Jahre 4 Monatsentgelte
15 Jahre 6 Monatsentgelte
20 Jahre 9 Monatsentgelte
25 Jahre 12 Monatsentgelte

Achtung

Für Bauarbeiter gelten gesonderte Regelungen!

*Monatsentgelt = Jener Verdienst (Gehalt, Lohn, Zulagen,…), der sich aus den regelmäßig im Monat wiederkehrenden Bezügen zuzüglich des aliquoten Anteils an Urlaubs- und Weihnachtsgeld ergibt. Sind Entgeltteile zu berücksichtigen, die zwar regelmäßig, aber in wechselnder Höhe anfallen (zum Beispiel Provisionen, Überstunden), so ist ein Durchschnittsverdienst (des letzten Jahres oder der letzten 13 Wochen) heranzuziehen.

Beispiel:
Herr Huber hat ein Gehalt von 1.500 Euro und Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) von je einem Monatsgehalt. Nach fünfjähriger Dienstzeit wird er gekündigt.
Seine Abfertigung im Ausmaß von 3 Monatsentgelten berechnet sich kurz wie folgt:

 
x

__
=
:
___
=

x

___
=

Gehalt
14 (12 Monatsgehälter + Urlaubsgeld + Weihnachtsgeld)
______________________________________________
Jahresgehalt
12 Monate
______________________________________________
1 Monatsentgelt
(unter Berücksichtung der anteiligen Sonderzahlungen)
3 Monate
______________________________________________
Abfertigung

1.500 Euro

__________
21.000 Euro
__________
1.750 Euro


__________
5.250 Euro

ODER


+
+
___
=

x

___
=
Gehalt
1/12 Urlaubsgeld
1/12 Weihnachtsgeld
______________________________________________
1 Monatsentgelt
(unter Berücksichtigung der anteiligen Sonderzahlungen)
3 Monate
______________________________________________
Abfertigung
1.500 Euro
125 Euro
125 Euro
__________
1.750 Euro

__________
5.250 Euro

Wechsel in das neue System

Einen Übertritt ins neue Abfertigungsrecht müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber/Ihrer Arbeitgeberin schriftlich vereinbaren. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Einfrieren
    Ihre bisher erworbene Abfertigungsanwartschaft (Anzahl der erreichten Monatsentgelte) bleibt erhalten und unterliegt weiterhin dem alten Abfertigungsrecht. Ab dem vereinbarten Übertrittsstichtag hat Ihr Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin die Beiträge an die gewählte Abfertigungskasse zu bezahlen. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses berechnet sich die Höhe des „alten” Abfertigungsanspruches aus der Anzahl der “eingefrorenen” Monatsentgelte in der Höhe des Letztbezugs. Zusätzlich haben Sie Anspruch auf Abfertigung nach dem neuen Abfertigungsrecht.

  2. Übertragen
    Ihre bisher erworbene Abfertigungsanwartschaft wird durch die Zahlung eines Übertragungsbetrags an die Abfertigungskasse abgegolten. Damit ist der Abfertigungsanspruch nach altem Recht zur Gänze beseitigt. Ab dem vereinbarten Übertrittsstichtag hat der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin – so wie beim Einfrieren – laufend Abfertigungsbeiträge zu zahlen. Bei späterer Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht ein Abfertigungsanspruch nur gegenüber der Kasse. Die Höhe des Übertragungsbetrages ist frei vereinbar.

    Tipp

    Wir empfehlen, grundsätzlich Vereinbarungen nicht zu unterzeichnen, ohne sich vorher mit Ihren Betriebsräten bzw. mit Gewerkschaft oder AK zu beraten.


Achtung

Für Arbeitsverhältnisse, die den Bestimmungen des BUAG (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz) unterliegen, gelten andere Bestimmungen. Bitte informieren Sie sich