Putzfrau schikaniert

Eine Arbeitnehmerin teilte im Zuge ihrer Vorsprache in der arbeitsrechtlichen Abteilung der AK Tirol mit, dass sie seit Beginn ihrer Tätigkeit als geringfügig beschäftigte Raumpflegerin im Jahre 1998 verpflichtet war, sich während der Zeit ihres Urlaubs selbst für eine Vertretung zu sorgen. Dem nicht genug – sie musste ihre Urlaubsvertretung sogar noch selbst bezahlen.

Aus diesem Grund hat sie pro Jahr nur zwei Wochen Urlaub konsumiert. Für einen längeren Zeitraum konnte sie sich die Bezahlung der Urlaubsvertretung nämlich gar nicht leisten.

Insgesamt hat die Arbeitnehmerin daher während ihrer siebenjährigen Beschäftigung von 1998 bis 2005 an Stelle des Arbeitgebers etwa 14 Wochen lang die Kosten der Urlaubsvertretung aus eigener Tasche bezahlt. Gleichzeitig hat sich während dieses Zeitraumes eine nicht unerhebliche Zahl an offenen Urlaubstagen angesammelt.

Die Experten der AK Tirol waren fassungslos und intervenierten beim Arbeitgeber wegen dieser ungeheuerlichen rechtswidrigen „Urlaubsregelung“. Der Arbeitgeber hat daraufhin der Raumpflegerin die Kosten der Urlaubsvertretung zur Gänze ersetzt sowie den noch offenen Resturlaub abgegolten.

Broschüre

Zur Info

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen bezahlten Urlaub von fünf bzw. sechs Wochen (nach 25 Dienstjahren) und ist weder dazu verpflichtet, sich um eine Urlaubsvertretung zu bemühen, noch an Stelle des Arbeitgebers deren Kosten zu übernehmen. Vielmehr hat der Arbeitgeber auf Grund seiner Fürsorgepflicht die notwendigen betriebsorganisatorischen Maßnahmen zu treffen, die einen reibungslosen Urlaubsverbrauch durch den Arbeitnehmer ermöglichen. Insbesondere ist es ausschließlich Aufgabe des Arbeitgebers für die Urlaubszeit des Arbeitnehmers eine allenfalls notwendige Vertretung zu finden.