2.1.2017
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Wegen Stempelns Ärger mit der Abfertigung - AK Schwaz verhalf Tischler zu 14.000 Euro!

Als Tischler mit Wiedereinstellungszusage oft stempeln geschickt und dann wegen Arbeitsunterbrechung keine Abfertigung bezahlt – die AK Schwaz verhalf zu 14.000 Euro!

Anton war schon 19 Jahre als Arbeiter bei einer Tischlerei beschäftigt. Das Dienstverhältnis wurde in all den Jahren regelmäßig saisonbedingt unterbrochen, wobei der Betrieb Anton immer eine Wiedereinstellungszusage gegeben hat. Nachdem schlussendlich doch keine neuerliche Anstellung erfolgte, wurde Anton eine Endabrechnung ausgehändigt. Aber er hatte keine Abfertigung bekommen. Sollte ihm das saisonbedingte Stempeln und damit die Unterbrechung seines Dienstverhältnisses jetzt zum Verhängnis werden? Denn für Anton gilt wie für alle Beschäftigten, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 abgeschlossen wurde, die sogenannte Abfertigung Alt. Grundvoraussetzung für den Erhalt einer Abfertigung ist nach den alten Regelungen unter anderem eine ununterbrochene Dienstzeit beim gleichen Arbeitgeber von mindestens drei Jahren.

Besser nachfragen. Anton hatte fix mit einer Abfertigung gerechnet und erkundigte sich zur Sicherheit bei der AK Schwaz. Und dort erfuhr er vom AK Experten, dass nach den einschlägigen Bestimmungen seines Kollektivvertrages (holz- und kunststoffverabeitendes Gewerbe) Dienstzeiten, die keine längere Unterbrechung als jeweils 120 Tage aufweisen, zusammenzurechnen sind. Anton war nie länger als drei Monate arbeitslos. Das bedeutet für ihn, dass von einem durchgehenden Arbeitsverhältnis auszugehen war und er sehr wohl Anspruch auf eine Abfertigung nach den alten Abfertigungsregeln hat.

Die AK Schwaz klärte Antons Dienstgeber über die Rechtslage auf. Dem blieb nichts anderes übrig, als die Abfertigung auszuzahlen.

Da Anton 19 Jahre bei der gleichen Firma tätig war, erhielt er 6 Monatsentgelte, immerhin 14.000 Euro netto. So hat sich die langjährige Treue zu seinem früheren Dienstgeber für ihn doch noch ausgezahlt.

Noch Fragen? Infos zur Abfertigung gibt es unter der kostenlosen AK Hotline Arbeitsrecht 0800/22 55 22 – 1414 bzw. im AK Falter „Abfertigung Alt oder Neu“. Zu bestellen unter 0800/22 55 22 – 1432 oder hier als Download.

Abfertigung Alt oder Neu?

Mit dem neuen Abfertigungsrecht haben alle Arbeitnehmer, die ab 1. Jänner 2003 in ein neues Dienstverhältnis eingetreten sind, Anspruch auf Abfertigung Neu. Der Abfertigungsanspruch geht auch bei Selbstkündigung nicht verloren und kann in einen anderen Betrieb mitgenommen werden. Ab dem 2. Monat des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber monatlich 1,53 Prozent des Bruttoentgelts mit dem Sozialversicherungsbeitrag an die Krankenkasse zahlen. Diese leitet ihn an die Abfertigungskasse weiter. Die Auszahlung ist abhängig von der Art der Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

Alte Regelung. Die Abfertigung Alt gilt weiterhin für alle Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis bereits vor dem 1. Jänner 2003 bestanden hat. Der Anspruch entstand erst nach drei Jahren ununterbrochener Beschäftigung im gleichen Unternehmen, jedoch nur, wenn das Arbeitsverhältnis durch Arbeitgeberkündigung oder einvernehmliche Auflösung beendet wird. Die Höhe ist nach ununterbrochenen Dienstzeiten gestaffelt: Nach 3 Jahren Dienstzeit 2 Monatsentgelte, nach 5 Jahren 3, nach 10 Jahren 4, nach 15 Jahren 6, nach 20 Jahren 9 und nach 25 Jahren Dienstzeit 12 Monatsentgelte.

Mehr dazu in der AK Broschüre Abfertigung Alt oder Neu. 

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