Fristwidrig gekündigt: AK verhilft Kellnerin zu 5.000 Euro

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitgeber Kündigungsfristen nicht einhalten, zum Nachteil der Beschäftigten. Die Hilfe der AK bringt einer Innsbrucker Kellnerin 5.000 Euro.

Martina arbeitet seit 2007 als Kellnerin, 2015 wird sie als Standortleiterin beschäftigt. Anfang 2017 wird sie gekündigt und zwar mit einer Frist von 13 Tagen. Das kommt ihr dann doch eigenartig vor. Und so meldet sie sich bei der AK Tirol in Innsbruck und erkundigt sich. Der Arbeitsrechtsexperte erklärt ihr sofort, dass eine Kündigungsfrist von 13 Tagen sogar für eine Arbeiterin zu kurz wäre, und schon überhaupt für sie als Angestellte.


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Genau geregelte Fristen

Welche Kündigungsfristen und -termine einzuhalten sind, wird im Gesetz, bei Arbeitern vor allem in Kollektivverträgen und bei Angestellten oftmals ergänzend in Arbeitsverträgen geregelt. Bei Martina galt als Angestellte korrekterweise eine Kündigungsfrist von sechs Wochen, mit einem Endtermin zum Monatsletzten.

Alle Ansprüche erhalten

Hält der Arbeitgeber diese Kündigungsfrist nicht ein, wird das Arbeitsverhältnis trotzdem zum rechtswidrigen Zeitpunkt aufgelöst, das heißt im Fall von Martina also nach den 13 Tagen. Es wird aber so abgerechnet, als ob der Arbeitgeber die Kündigung ordnungsgemäß ausgesprochen hätte. Martina erhält alle Ansprüche, die sie erhalten hätte, wenn der Arbeitgeber ordnungsgemäß gekündigt hätte – also eine so genannte Kündigungsentschädigung bestehend aus dem Lohn, den anteiligen Sonderzahlungen und der Urlaubs-ersatzleistung. Und das machte der AK Experte auch dem Arbeitgeber klar. Dieser bezahlte Martina für sämtliche Beendigungsansprüche immerhin 5.200 Euro netto aus. 

Viel Geld für Martina, das sie ohne Hilfe der AK wohl nie bekommen hätte.