Schwangere Frau bei der Arbeit © Syda Productions/stock.adobe.com
Schwangere Frau bei der Arbeit © Syda Productions/stock.adobe.com
30.11.2020

AK Vorstoß: Schwangere in Berufen mit Körperkontakt werden vorzeitig freigestellt!

Seit April 2020 hat die AK Tirol mehrfach darauf hingewiesen, dass schwangere Arbeitnehmerinnen besonders vor dem Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden müssen. Jetzt gibt es einen ersten Erfolg: Im Nationalrat wurden im Zuge einer Novelle zum Mutterschutzgesetz Verbesserungen beschlossen.

Bereits seit April – und zuletzt im Oktober 2020 mittels Vollversammlungsbeschluss – forderte die AK Tirol die Bundesregierung auf, im Hinblick auf eine Infektion mit dem Corona-Virus eine gesetzliche Regelung zum besseren Schutz schwangerer Arbeitnehmerinnen zu schaffen.

Der nun vorliegende Entwurf soll das Mutterschutzgesetz dahingehend ändern, dass Schwangere, die bei der Arbeit physischen Kontakt mit anderen Personen haben, ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche bei voller Entgeltfortzahlung freizustellen sind. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings ist er zu wenig weitreichend“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl. „Denn nicht nur schwangere Arbeitnehmerinnen, die bei der Arbeit physischen Kontakt mit anderen Personen haben, sind einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt, sondern auch Arbeitnehmerinnen, die häufigem Kundenkontakt ausgesetzt sind.“ Dazu zählen etwa Angestellte im Handel oder in der Gastronomie. Auch im Gesundheitsbereich ist ein adäquater Schutz von schwangeren Arbeitnehmerinnen kaum möglich, weil in jedem Fall ein unmittelbarer Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen stattfindet, die zuvor bei einem Patienten waren, und Abstände selten eingehalten werden können. Das Risiko einer Infektion mit den damit verbundenen Folgen und Risiken steigt jedoch generell bei jedem Kontakt

Zangerl: „Das Modell der Entgeltfortzahlung bei Freistellung ist besser als nichts, es ist aber wiederum mit bürokratischem Aufwand und vor allem Rechtsunsicherheit verbunden. So bleiben wichtige Fragen völlig offen und es ist nicht klar, welche Berufsgruppen von der Freistellung betroffen sind und welche sonstigen Arbeiten Betroffenen zugeteilt werden können. Besser wäre, wie von der AK bereits mehrfach gefordert, einen Anspruch der betroffenen Arbeitnehmerinnen auf Wochengeld bei einem Corona-bedingtem vorzeitigem Mutterschutz zu schaffen, und somit auf ein Modell zuzugreifen, dass sowohl für Arbeitnehmerinnen als auch für Arbeitgeber Rechtssicherheit bietet.

Infos & Hilfe

Bei Fragen erreichen Sie die Expertinnen und Experten der Arbeitsrechtsabteilung der AK Tirol telefonisch unter 0800/22 55 22 – 1414 oder per eMail an arbeitsrecht@ak-tirol.com
Eine persönliche Beratung ist in der AK Tirol in Innsbruck, Maximilianstraße 7, oder in den Bezirksstellen zu den gewohnten Öffnungszeiten möglich.

Kontakt

Kontakt

Das arbeitsrechtliche Team der AK Tirol ist für Sie da!

Persönliche Anliegen 

Mo - Fr von 8 bis 12 Uhr
Mo von 14 bis 16 Uhr und
Mi von 13 bis 17 Uhr

Telefonische Hilfe

0800/22 55 22 -1414

Mo - Do von 8 bis 12 Uhr und
von 14 bis 16 Uhr
Freitag von 8 bis 12 Uhr
sowie von 13 bis 16 Uhr

E-Mail arbeitsrecht@ak-tirol.com

Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen per E-Mail nur eine erste Orientierung anbieten können.