Taschenrechner mit Banknoten © Alexander Limbach/stock.adobe.com
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15.12.2021

Neues zur Kurzarbeit: 500 Euro Bonus und Trinkgeldersatz

Sozialpartner-Erfolg: Die Regelungen zur Kurzarbeit wurden laufend angepasst. Besonders betroffene Beschäftigte erhalten voraussichtlich 500 Euro Bonus und Ersatz für entfallenes Trinkgeld.

Um Kündigungen zu verhindern und Betrieben und Wirtschaft zu helfen, haben die Sozialpartner – AK, Gewerkschaften und WK – das Modell der Corona-Kurzarbeit ausverhandelt. Die Arbeitszeit wird verringert und Beschäftigte erhalten monatlich zwischen 80 und 90 % ihres Einkommens vom Arbeitgeber. Dieser bekommt eine Förderung vom AMS.

Wie viel Gehalt steht zu?

Für alle Phasen gilt: Das Einkommen orientiert sich am Bruttoentgelt des letzten vollentlohnten Kalendermonats vor der Kurzarbeit (inkl. Zulagen, Provisionen, unwiderruflichen Überstundenpauschalen, sowie Mehrstunden und Mehrstundenzuschlägen, nicht aber Aufwandsentschädigungen, Diäten und Überstundenentgelten) und garantiert ein Mindesteinkommen:

  • Bei bis zu 1.700 Euro Bruttoentgelt vor Kurzarbeit erhalten Sie 90 % des bisherigen Einkommens,
  • bei bis zu 2.685 Euro 85%,
  • ab 2.686 Euro 80 %.
  • Für Einkommensteile über 5.370 Euro gebührt dem Arbeitgeber  keine Beihilfe.
  • Lehrlinge erhalten 100 % der Lehrlingsentschädigung.

Der Arbeitgeber muss für tatsächlich geleistete Stunden auch tatsächlich bezahlen. Das bedeutet:  Ist das Entgelt für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit höher als die Nettoersatzrate, steht in diesem Monat das höhere Entgelt für die geleistete Arbeit zu.

Tipp: Geleistete Arbeitsstunden aufzeichnen, z. B. auf ak-zeitspeicher.at

500 Euro Kurzarbeitsbonus

Lange Phasen der Kurzarbeit und steigende Preise machen vielen zu schaffen. Deshalb wird höchstwahrscheinlich die Bundesregierung auf Druck der Sozialpartner einen „Kurzarbeitsbonus“ in Höhe von 500 Euro netto zur Verfügung stellen, der im April 2022 ausbezahlt werden soll. Er steht zu, wenn Beschäftigte

• 
seit März 2020 mindestens 10 Monate und noch im Dezember 2021 in Kurzarbeit waren/sind und

• 
im Dezember 2021 einen Bruttolohn von weniger als 2.775 Euro erhielten.

Ersatz für Trinkgeld

In den „Trinkgeld-Branchen“ ergaben sich zusätzliche Einbußen, etwa in Beherbergung, Gastgewerbe, für Heilmasseure, Friseur/Kosmetikstudios, Tätowierungs- bzw. Piercingstudios. In Phase 5 ab Dezember 2021 wird voraussichtlich gelten: Betriebe dieser Branchen, die von Kurzarbeit betroffen sind, können einen Trinkgeldersatz beantragen. Dann erhalten diese eine um 5 % erhöhte Förderung, die den Beschäftigten in Form eines um 5 % höheren Kurzarbeits-Entgelts ausbezahlt wird. (Für Phase 4 gelten eigene Bestimmungen.)

Urlaub und Zeitguthaben?

Laut Richtlinie müssen sich die Unternehmen ernstlich um den Abbau von Alturlaubsansprüchen bemühen. Sollte also der Arbeitgeber dies verlangen, sollte man dem nachkommen. Ein Vorteil ist, dass beim Urlaub das volle Entgelt zusteht und nicht nur 80 bis 90 %.

Für Phase 5 wurde nachgeschärft: Beträgt der beantragte Kurzarbeitszeitraum mehr als 1 Monat, müssen nach der Richtlinie Beschäftigte jedenfalls 1 Woche ihres laufenden Urlaubsguthabens konsumieren, bei mehr als 3 beantragten Kurzarbeits-Monaten 2 Wochen, bei mehr als 5 beantragten Kurzarbeits-Monaten 3 Wochen (aber kein Urlaubsvorgriff!).

Geschieht dies nicht, muss die Beihilfe dementsprechend vom Arbeitgeber zurückbezahlt werden. Der konkrete Urlaubstermin ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren.

Die AK Arbeitsrechtsexperten helfen unter 0800/22 55 22 – 1414.

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