Mann arbeitet am Schreibtisch © Andrey Popov/stock.adobe.com
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17.11.2020

Die 10 wichtigsten Tipps zum Thema Home-Office & Steuer

Gerade in der Corona-Pandemie wirft das Thema Home-Office nicht nur in arbeitsrechtlicher Hinsicht viele Fragen auf, sondern ist auch steuerrechtlich relevant. Die Steuer-Profis der AK Tirol sagen deshalb, worauf zu achten ist und was geltend gemacht werden kann.

Kann ich die Kosten für mein aufgrund der Covid- Krise eingerichtetes Home-Office steuerlich absetzen?

Leider nein. Wenn jemand aufgrund der Corona- Krise vorübergehend zu Hause im Home-Office arbeiten muss, sind die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer, wie etwa anteilige Miete, Betriebskosten, höhere Heizkosten oder Möbel steuerlich nicht absetzbar.

Ist es möglich, meinen neuen Schreibtisch und Bürosessel abzuschreiben?

Auch die Kosten der Anschaffung eines Schreibtisches, eines Bürosessels oder eines Aktenschrankes zur Ablage der Arbeitsunterlagen kann man steuerlich nicht nutzen. Dies wäre nur dann möglich, wenn auch das Arbeitszimmer absetzbar wäre.

Wann kann überhaupt ein Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden?

Dies ist dann möglich, wenn es entweder außerhalb des Wohnungsverbandes liegt, z. B. extra angemietet worden ist, oder wenn sich die gesamte berufliche Tätigkeit (auch vor Corona) nur im Arbeitszimmer abspielt. Klassische Fälle der Nichtanerkennung durch das Finanzamt sind daher Berufsbilder wie z. B. Vertreter (Hauptarbeitsbereich ist die Außendiensttätigkeit), als Lehrer (hier ist es die Schule) oder als Politiker.

Sind steuerliche Änderungen zu erwarten?

Wie schaut es mit Computer und IT aus? Die Kosten der beruflichen Nutzung von Computer & Co sind – unabhängig vom Arbeitszimmer – jedenfalls steuerlich absetzbar. Standardmäßig wird eine berufl iche Nutzung im Ausmaß von 60 % angenommen, das heißt nach Abzug von 40 % Privatanteil bei Computer, Laptop, Drucker, Druckerpapier und -patrone, neuer Maus, externer Festplatte oder Office-Software können diese als Werbungskosten geltend gemacht werden. Wenn die Anschaffungskosten nicht höher als € 800 (ab 2020, in früheren Jahren: € 400) betragen, kann man die 60 % sofort im Jahr des Kaufes abschreiben, wenn der Preis teurer war, muss man die Kosten auf die Nutzungsdauer (in der Regel 3 Jahre) verteilen.

Kann ich meine Telefonkosten absetzen?

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber das Telefon für die berufliche Nutzung zur Verfügung stellen. Wenn ich von meinem Privattelefon berufliche Gespräche führe, kann ich diesen Teil der Telefonkosten (wie auch der Internetgebühren) in meiner Steuererklärung absetzen. Ich muss hierfür den prozentuellen beruflichen Anteil der Nutzung entweder genau nachweisen oder durch Schätzung festlegen.

Wie funktioniert die Geltendmachung steuerlich?

Dies geschieht mittels Steuererklärung, also Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) oder Einkommensteuererklärung, entweder per Formular oder über finanzOnline. Einzutragen sind die Beträge unter „Werbungskosten“ bei „Arbeitsmittel“ bzw. „Sonstige Werbungskosten“.

Wieviel bekomme ich vom Finanzamt zurück?

Von den geltend gemachten Werbungskosten bekommt man immer nur einen Teil vom Finanzamt zurück, wieviel genau, hängt von der Höhe des Einkommens ab. Wenn man in einer höheren Steuerprogression liegt und mehr Steuern bezahlt hat, bekommt man auch mehr zurück. Die Rückerstattung erfolgt gemäß folgenden Steuerstufen (Bruttomonatseinkommen):
bis brutto 1.300 Euro: keine Rückerstattung aufgrund von Werbungskosten (nur Negativsteuer)
bis brutto 1.790 Euro: 20 % der Werbungskosten als Steuergutschrift
bis brutto 3.150 Euro: 35 % der Werbungskosten als Steuergutschrift
bis brutto 5.970 Euro: 42 % der Werbungskosten als Steuergutschrift
bis brutto 8.470 Euro: 48 % der Werbungskosten als Steuergutschrift
darüber 50 %

Pendlerpauschale: Darf man es weiterhin absetzen?

Für die Zeit der Corona-Krise gilt bis auf weiteres, dass das Pendlerpauschale bei Home-Office weiterhin zusteht, sofern vor der Krise ebenfalls das Pendlerpauschale für die Strecke von zu Hause bis hin zum Arbeitsplatz zugestanden ist.

Ergeben sich Änderungen, wenn mein Arbeitsplatz im Ausland gelegen ist?

Wenn man bisher täglich gependelt ist und Grenzgänger war, musste man ohnehin die Steuer im Staat des Wohnortes entrichten. War man kein Grenzgänger (z. B. Arbeitsplatz liegt in Deutschland weiter entfernt als 30 km von der Staatsgrenze) und ist in Österreich wohnhaft, muss man die Steuer im Land des Arbeitsortes (also im Ausland) abführen. Auch bei coronabedingtem Home-Office muss man trotz Arbeit in Österreich die Steuer weiter im Ausland bezahlen.

Wird bei Home-Office weiterhin der Sachbezug für meinen Dienst-Pkw angesetzt?

Ja, der Sachbezug wird angesetzt, da man den Dienst-Pkw weiterhin privat nutzen kann. Für den Fall, dass das Dienst-Kfz für einen ganzen Kalendermonat beim Dienstgeber zurückgestellt wird, wird kein Sachbezug angesetzt. Bei untermonatigem Zurückstellen wird nicht der aliquote, sondern der volle Sachbezug zum Ansatz gebracht.

Die Steuerexpertinnen und Steuerexperten der AK Tirol helfen, informieren und beraten unter Tel. 0800/22 55 22 – 1466 oder per eMail an steuer@ak-tirol.com

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